Strauchs Wanderlust

Moselsteig, Etappe 01/024

Voller Vorfreude begangen wir auf 24 Kilometern die 1. Etappe des Moselsteiges von Perl nach Palzem. Während der offizielle Startpunkt des Hauptweges sich am Dreiländerblick am Ende der Straße Hammelsberg befindet, ist der ideale an der Maimühle direkt neben dem Bahnhof gelegen. Dort würden wir Euch empfehlen zu parken und zu beginnen, da am Dreiländerblick/Hammelsberg nur wenige Plätze zur Verfügung stehen. Erstes Etappenziel ist der Bahnhof in Palzem. Dort ist das Parken mit dem PKW am Platz mit der Moselsteig-Infotafel in der Bahnhofstraße möglich, aber auch dort herrscht Parkplatzmangel.

Deshalb ist unsere klare Empfehlung den ÖPNV zu nutzen, bzw. zu kombinieren: in Perl parken und mit dem Zug retour nach Perl. Ansonsten kann man auch mit der Moseltalbahn von Trier aus im regelmäßigen Turnus anreisen, da Perl und Palzem über einen Bahnhof verfügen. Nähere Infos unter www.vrt-info.de!

Wir werden über 1-2 Jahre hinweg 365 Kilometer in 24 Etappen von Perl im Saarland bis zur Mündung in den Rhein nach Koblenz erwandern. So fern uns die Natur keinen Dauerregen, Gewitter und 40° im Schatten beschert! 😅

Am Ostersamstag 2024 gemeinsam mit jede Menge Saharastaub legten wir moselabwärts los!

Und zwar auf die 1,7 Kilometer lange Zuwegung vom Bahnhof Perl zum offiziellen Startpunkt am Dreiländerblick.

Hier findet man übrigens auch die Zuwegung zur Traumschleife Schengen grenzenlos.

Im fahlen Licht der Sonne verbrachten wir so mit einer kleinen Rutschpartie auf dem lehmreichen Boden, der durch die Regengüsse der letzten Tage völlig aufgeweicht war. Das hätte uns schon warnen sollen!

Dreiländerblick? Nun hier treffen die Landesgrenzen von Luxemburg, Deutschland und Frankreich aufeinander. Als Symbol wurde ein großer Sandstein mit einem dreieckigen Fundament mit den Länderkürzeln D – F – L eingearbeitet. Ohne Saharastaub hat man eine grandiose Aussicht auf die Mosel mit den umliegenden Gemeinden.

Auch Perl gehört dazu: Dank Römer und Kelten wird seit ca. 2000 Jahren an den Hängen Wein angebaut, so dass sich hier auf 116 Hektar die einzige Weinbaugemeinde (Perl, Sehndorf, Nennig) im Saarland erschließt.

Gemeinsam mit dem Moselsteig verlaufen an dieser Stelle zudem noch die Traumschleife Panoramaweg Perl und die Fernwanderwege Saarland Rundwanderweg, E3 und Saar-Hunsrück-Steig.

Steil bergan trabten wir die Hänge des Naturschutzgebietes Hammelsberg empor. Naja, eher hochschlittern, da der Untergrund glitschig war!

Das Besondere an dem grenzüberschreitenden Schutzgebiet, ist die hohe Anzahl ehemaliger Steinbrüche und Abbauflächen, die sich zu einem Paradies für Insekten, Reptilien und Orchideenarten entwickelten.

Nach 2,5 Kilometern erreichten wir eine uns bekannte Schutzhütte, die ohne afrikanischen Sand eine spektakuläre Aussicht stromauf- und abwärts bietet. 

Wir entdeckten heute noch den Moselle³-Trail, der durch 3 Länder über 33 Kilometer hinweg verläuft.

Jetzt begann der erste Teil der Schlammschlacht, dessen Verlierer unsere Motivation und die Arbeitslosigkeit der Waschmaschine waren.

Einzig die weißen Tupfen der Buschwindröschen beidseits der Singletrails sowie die Urwald-Lianen-Atmosphäre des Naturschutzgebietes hellten unsere Sinne auf und glätten unsere angerauten Nerven.

Wir überschritten – jetzt auf breiten Forstwegen – auf diesem Abschnitt den höchsten Punkt (380m) nach 5,5 Kilometern, bevor die erste der zahlreichen Straßenüberquerungen auf uns wartete.

So richtig mulmig wurde es uns aber nach 6 Kilometern, da eine unübersichtliche Überschreitung auf uns zukam. Sogar ein Schild warnte uns davor!

Auf der anderen Seite ging es hinab durch das NSG Atzbühl, wo wir später die A8 untertunnelten.

Und schwups… die nächste Landstraße zwischen Wochern und Sehndorf sollte uns sein!

Die Geräusche der nahen Autobahn, verstärkt durch die Brücke, verfolgten uns die ganze Strecke durch das Pfaffenbachtal bis nach Wochern. Ohne diesen Pegel wäre das eine landschaftlich reizvolle Strecke, aber leider übertönten die Autos das Zwitschern der Vögel.

Nach ca. 9,5km tappten wir quer durch das 200 Einwohner zählende Wochern, dass im Kern ein typisches lothringisches Bauerndorf ist.

Sarah wollte sich die angepriesene katholische Filialkirche St. Nicolaus und Bernhard von innen ansehen, aber die war sogar an Ostersamstag geschlossen. 🤔

Die typische Landschaft der westlichen Ausläufer des Saargaues präsentierte sich uns nun bis an den Dorfrand von Tettingen-Butzdorf.

Diese drei Kilometer lange Strecke – übrigens wieder mit einer Landstraßenüberquerung 😐 – wurde nur durch diesen kleinen Kerl aufgelockert:

Ansonsten latschten wir über Asphalt, schlammverseuchte Wiesenwege und Schotterpisten.

Wir querten die x-te Straße, u.a. auch die B406 nach 15,5 Kilometern und freuten uns über den einsetzenden Regen nach ca. 16 km. 😶‍🌫️ So wurden wir unten noch schlammiger und von oben mit Saharastaub beträufelt.

Wir wurden noch auf die Markierungen der Traumschleife Dolinenweg aufmerksam.

Aber nichts erheiterte uns so sehr wie die Querung der L113 nach 19 km, welche uns fast unmöglich schien und das an einem Samstag. Ihr merkt gewiss, dass die Erwähnungen von Höhepunkten ausbleibt… es waren einfach keine da!

An den jeweiligen Ortsrändern von Dilmar und Kreuzweiler passierten wir die Moselstraße. Und verblieben auf schlammigen Wiesenwegen und auf ewig gleichen Forstwegen.

Nun endlich ein Mini-Highlight: die Überbrückung des idyllischen Dilmarbaches, durch dessen Tal wir am rechten Hang entlang nach Palzem wanderten.

Wir gewannen noch ein kostenloses Wasserbad, bevor wir uns noch durch Reihen von unbelaubten Weinreben bewegten.

Endlich führte uns die Beschilderung bis kurz vor den Dorfrand, wo der Moselsteig nach rechts abbog und die Zuwegung zum Bahnhof uns durch den kleinen Ort Palzem wies.

Fazit: Während die ersten 5 Kilometer einem Steig entsprechen, sind die restlichen 19 Kilometer vernachlässigbar. Wir hatten uns mehr erhofft! Wir empfehlen Euch, lasst die erste Etappe sausen, macht den Panoramaweg Perl und genießt die Natur!

Zeitraum: März 2024

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