Strauchs Wanderlust

Baiersbronner Himmelsweg: Holzmacher-Tour

Über alte Holzmacherpfade starteten wir am Pfingstsonntag 2023 unsere ca. 19 Kilometer lange Runde am Haus des Gastes in Tonbach bei Baiersbronn. Knapp 589 Höhenmeter insgesamt (höchster Punkt 933m, tiefster Punkt 575Hm) kann man am besten von Mai bis Oktober in den Tiefen des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord erleben. Mehr Infos über das Schutzgebiet findet Ihr unter www.naturparkschwarzwald.de!! Ideal ist die Anreise per ÖPNV, da man direkt vom Bahnhof Baiersbronn die Buslinie F16 bis zur Haltestelle Waldeslust in Tonbach nehmen kann. Achtet aber auf die Abfahrzeiten und bedenkt, dass die Linie nur an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen bedient wird. Definitiv von Vorteil ist, dass Ihr mit der Schwarzwald-Gästekarte kostenfrei Bus und Zug fahren könnt.

Erst einmal beschenkte uns Mutter Natur mit Sonnenschein, während wir im Uhrzeigersinn bergan auf einer Teerstraße den Tag begannen.

Am Abzweig zur Blockhütte Traube Tonbach (Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr) endete glücklicherweise der Asphalt.

Einblicke in das immer dünner besiedelte Tonbachtal erlaubten uns linker Hand kleinere Lichtungen und Flure.

Schließlich, nach ca. 1,8 Kilometern, stöckelten wir vorsichtig über Serpentinen hinab zum Talgrund.

Zunächst auf Singletrails erreichten wir nach knapp 3 Kilometerndie Tonbacher Rentnerhütte, die im Jahre 2019 auf 620 Hm erbaut wurde.

Hier wandelten wir gemeinsam mit dem Baiersbronner Erlebnispfad 5 – Wilder Wald im Wandel – auf den Spuren der Holzhauer, Harzer und Fuhrknechte. Jede Menge Infotafeln säumen diesen Abschnitt, auch ein Leiterwagen an einer ehemaligen Furt rückte in unser Blickfeld.

Schließlich durchkreuzten wir ein idyllisches Wiesental, das früher rege von den Dörflern genutzt wurde. Nach gerade mal 750m Gehstrecke erschien die Wiesenhütte, die im Jahre 1923 auf 596 Hm errichtet wurde, zu unserer Rechten.

250 Meter später schlenderten wir am Tonbacher Rotwildgehege vorbei,dessen Hirschart seit der Eiszeit bereits typisch für den Schwarzwald ist.

Eine frisch sanierte, überdachte Holzbrücke erlaubte uns den Übertritt über den Tonbach.

Und schon wieder entdeckten wir etwas: einen Salbeofen. Bereits um 1750 begann mit der Familie Wein – neben dem Köhlern – die Gewinnung von Grundstoffen zur Salben- und Schmierenherstellung. Dies stellte für die armen Köhler eine zusätzliche Einnahmequelle da.

An dieser Stelle stachen uns im Übrigen noch u.a. die Schilder der Murgleiter und des Genießerpfades Tonbachsteig ins Auge.

Steil bergan auf schmalen Pfaden erklommen wir frohgemut für einen Kilometer den Hang bis zu der auf 800Hm liegenden Stirnleshütte.

Nun brach Marco der kalte Angstschweiß 😨aus: Sarah hatte Hunger! Ein riesiger Stein rollte ihm von den Schultern als die Überzwerscher Hütte zum Rasten gerade noch rechtzeitig auftauchte. Der „Überzwersch“ wurde gefüttert!

Am historischen Hirschstein, einem Grenzstein aus dem Jahre 1832, kamen wir bei ca. 933 Hm am höchst gelegenen Punkt dieses Wanderweges an.

An ihn gelangten wir übrigens über einen naturbelassenen Weg inklusive kleiner Klettereinlagen, da er inmitten in einer „Kernzone des Naturparkes“ liegt. Am Anfang prangte ein ganz klares Fahrradverbotsschild, was aber einige Radler nicht abhielt.

Wir verzichteten auf die Aussichtsplattform des Hunzerbacher Seeblicks nach etwa 8 Kilometern. Denn hier setzte eine wahre Völkerwanderung ein, was im krassen Gegensatz zu der recht einsamen Strecke zuvor stand. Auch die Abzweigung zum Hunzenbacher Weiher hinab ins andere Tal ignorierten wir aus diesem Grund.

Zunächst noch im stetigen Wechsel von Forstweg und Singletrail, trotteten wir bald auf einem schnurgeraden Schotterweg sanft talwärts.

Für ein bisschen Abwechslung sorgte nach 12 Kilometern der Genussplatz am Oberen Zinken.

Auf 855 Hm überlatschten wir noch den Höllkopf, was uns aber nicht die „Freude“ über bis hierher 5 Kilometer Schotterweg nahm. Juhuu! 😴☹️

Bergab kam noch der Priorstein, ein Grenzstein mit Rastplatz, als Ablenkung am Wegesrand herbei.

Während der gesamten restlichen Tour seit dem Hirschstein bei km 9, halfen uns einige Talsichten gegen die Tristesse des Untergrundes. Auch kann man noch zwei recht kurze, aber anspruchsvolle Passagen auf Pfaden hinzuzählen.

Nach dem eiligen Einsteigen ins Auto am Ausgangspunkt suchten wir im nahen Baiersbronn die uns schon liebgewonnene Imbissbude auf. 😅

Fazit: Die ersten 9 Kilometer machen richtig Spaß, während sich die zweite Hälfte ideal „zum Strecke machen“ eignet, aber nicht das Wanderherz mit erwünschten Sinneseindrücken überflutet.

Zeitraum: Mai 2023

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