Der Lechweg, Etappe 07/07

Unser letzter Tag begann mit dem Transfer um 9 Uhr zusammen mit Sepp und Juliane nach Pflach. Ein wenig wehmütig bereitete uns der Gedanke schon, das wir vom Lechtal Abschied nehmen mussten. So startete unsere letzte Etappe von 17 Kilometern bis zum Ziel in Füssen.

Nach dem Verlassen des Ortes erwarteten uns uncharmante 1000 Meter entlang an einer Landstraße mit tosenden Fahrzeugen als Begleitung. Wir untertunnelten die “Fernpassstraße” und bogen endlich ins Grün des Forstes. Zwar gesäumt von hübschen Strommasten, aber selbst die wichen irgendwann in den drei folgenden Kilometer der Natur.

Ein leicht alpin angehauchter Wurzelweg offenbarte uns einen letzten Blick ins Lechtal. Durch einen lichten Nadelwald entdeckten wir kurze Zeit später die Ruine Sternschanze. Sarah konnte auf Zehenspitzen gerade so über die Mauer gucken.

Ein sanfter, aber prägnanter Abstieg brachte uns auf einen breiten geschotterten Forstweg. Dieser ließ uns auf zwei Kilometern gute 300 Höhenmetern bewältigen.

Direkt nach dem höchsten Punkt der heuten Tour, bei 1090 Höhenmetern, gelangten wir an die Grenze von Deutschland und Österreich.

Unscheinbar ragte, markiert durch einen Grenzstein, am Wegesrand der Übergang. Ohne unsere Navigationsgeräte wären gnadenlos daran vorbei gelatscht. Auch zweit rastende Wanderer bemerkten gar nicht, wo sie denn saßen. Fast 2,5 km sollte uns der Pfad über Felsen, jede Menge Wurzeln bis hinab zum Alpsee führen.

Dies war für uns der schönste Teil dieser Etappe. Hier noch Grüße an Sepp und Juliane, wir waren auf diesem Wegeabschnitt nur wenige hundert Meter auseinander.

Die hervorragende Beschilderung führte uns um den geschichtsträchtigen See herum. An ihm liegen die weltberühmten Königsschlösser “Neuschwanstein” und “Hohenschwangau”.

Etwas was uns echt nervte, war die Völkerwanderung auf dem Seerundweg

Endlich den Menschenmassen entrinnen, welche teilweise mit Flip-Flops und Kinderwagen den Wurzelweg zu bewältigten versuchten, war unsere Devise. Fast drei Kilometer später dann die Wendung… wir bogen nach rechts auf einen breiten Weg ab.

In Sichtweite des Schwansees gewannen wir stetig an Höhe und an Menschenleere. Wir konnten den Wechsel der Fauna beobachten je höher wir stiegen.

So erreichten wir müde und erschöpft den zweithöchsten Punkt, den Hutlerberg bei 953 Hm. Mittlerweile lautet sein Name aber Kalvarienberg, da im 19 Jahrhundert eine Gipfelkapelle mit Kreuzgang erreichtet wurde. Der bayrische Kronprinz Maximilian stiftete eine wertvolle Reliquie. Als Gegenleistung forderte er, dass das “Ewige Licht” damals so angebracht wurde, dass es vom Schloss Hohenschwangau aus nachts sichtbar war. Heute thront auf dem Gipfel eine Aussichtplattform direkt oberhalb der Kapelle. Marco hatte noch genug “Schmackes” in den Füßen um diese zu erklimmen.

Talwärts zum Ufer des Leches trabten wir die letzten Meter auf dem Lechweg. Dann endlich das Ziel: Der Lechfall.

Mit kräftigeren Waden, weniger Essen im Rucksack und der Gewissheit ganze 147 Kilometer geschafft zu haben, verabschiedeten wir uns vom Lechweg.

Fazit: Ein wundervoller Einstieg für alle fitten Wanderer, welche ihren ersten internationalen Fernwanderweg bewältigen möchten. Uns hat diese Erfahrung die Erkenntnis gebracht, das dies genau unserer Ding ist. Trotz allem würden wir im Nachhinein deutlich weniger einpacken und auch eine gebuchte Wanderung mit Gespäcktransfer wieder in Anspruch nehmen.




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