Traumschleife Oberes Baybachtal

Startpunkt dieser ca. 15 Kilometer langen Rundtour ist das kleine Örtchen Reifenthal. Einen ausgewiesenen Wanderparkplatz findet ihr linker Hand, wenn ihr euch auf der Straße Richtung Thörlingen hält. Die empfohlene Laufrichtung ist gegen den Uhrzeigersinn.

Dank dem liebevollen und üppigen Frühstücksbuffet der Badischen Amtskellerey in Kastellaun konnten wir gestärkt und satt unseren Tag beginnen.

Strahlender Sonnenschein beglückte uns an diesem Wandertag. Durch ein sattgrünes Wiesental entlang der Baybach marschierten wir gemütlich für etwa 1,5 Kilometer. Ein Infoschild erzählte uns, das wir auf diesem Wanderweg sechs historischen Mühlen begegnen würden. Die meisten sind in privater Hand und können leider nicht besichtigt werden.

Eine kleine Besonderheit sind einige Kunstinstallationen, welche am Wegesrand zur Besinnung und Beglückung errichtet wurden. Vorbei an bröckeligen Schieferplatten wies uns die Beschilderung zu unserem ersten Anstieg hinauf. Schnaufend und schwitzend kamen wir auf einem Hochplateau an.

Mit einem fantastischen Ausblick auf den kleinen Ort Leiningen und Sauerbrunnen wurden wir für unsere Plagerei belohnt.

Einen kurzen Abstecher in einen lichten Laubwald brachte uns auf gerader Strecke über eine offene Ebene an den Ortsrand von Schwall. Diese kleine Gemeinde gibt es schon seit dem 13. Jahrhundert.

Unsere nächste Überraschung versteckte sich direkt um die nächste Ecke: eine quietschgelbe Kunstinstallation mit Armen, Beinen und Popo aus gelbem Kunstharz. Sie wirkte als hätte man Schaufensterpuppen auseinandergesägt und an Holzstücke drangeklatscht.

Gurgelnd floss ein kleines Bächlein neben uns, bevor wir das Heilbrünnchen erreichten. Diese Quelle diente in vergangener Zeit zur Heilung von Augenerkrankungen und später hat man ein Marienkappelchen nebendran gesetzt.

Offene Flur mit weiten Weizen- und Roggenfeldern begleitete uns auf schnurrgeraden Weg ins Baybachtal. Nicht direkt an der Baybach selbst, sondern oberhalb an den Hängen entlang, folgten wir auf schmalen Pfaden den Markierungen, immer in Sichtweite der Stadt Emmelshausen.

Irgendwann erreichten wir den Talgrund und passierten die Strieders Mühle. Eine Tafel informierte uns, dass dies das Stammhaus eines Mannes war, welcher 1858 nach Südamerika auswanderte.

Nun begann einer der schönsten Abschnitte der Tour.

Flussabwärts immer am Bach entlang trotteten wir im Schatten und freuten uns über die urige Atmosphäre. Wir pausierten an der Mündung des Eichelsbaches in die Baybach. Diese Stelle wird Rutsch genannt. Wir können uns diesen Namen nur damit erklären, dass sich dort eine glatte Steinformation direkt am Ufer befindet.

Zwei weitere Mühlen befanden sich auf dem Wegeabschnitt. Zuerst eine vernachlässige Mühle (wir wissen den Namen leider nicht) und die liebevolle restaurierte Schultheiser Mühle.

So zog es uns wieder bergan. Weit über das Land ragte das historische Kreuz auf dem Ackersberg. Die Fernsicht über das Baybachtal konnten wir einfach nur still schweigend auf uns wirken lassen.

Ab jetzt marschierten wir mehrere Kilometer zuerst auf Singletrails, dann auf einem Wiesenweg direkt auf den Ort Bickenbach zu. Er ist noch älter als Schwall, denn schriftliche Nachweise bezeugen seine Existenz seit 1147. Im Laufe der Jahrhunderte zankten sich Franzosen und Deutsche um das kleine Dorf. In Bickenbach selbst soll es eine Einkehrmöglichkeit geben, die aber nicht direkt am Wanderweg liegt.

Also schritten wir weiter hinauf zum Aussichtspunkt Eifelblick. Drei ältere Herrschaften kippten dort ihren Schnaps und der Vierte im Bunde trabte mit dem Spruch „Mit Alkoholikern will ich nichts zu tun haben“ von dannen. Schmunzelnd mampfte Sarah ihre Karotten, während Marco seiner Drohne die Starterlaubnis erteilte.

Äcker und Wildblumenwiesen am Wegesrand brachten uns in Sichtweite von Thörlingen und Niedert.

Wenige Minuten später stapften wir durch das kleine Waldgebiet Fuchsbau. Von nun an gings bergab! Rechts und links wurden wir eingezäunt und auf diesem Wege gelangten wir bis zur Niedertermühle. Oberhalb der Landstraße nach Thörlingen wanderten wir auf schmalen Pfaden direkt auf den Wanderparkplatz zu.

Fazit: Es gibt nichts zu meckern! Selbst die vielleicht 800 Metern Asphalt lassen dieser Traumschleife ihren Charme. Geeignet für alle Altersklassen (ohne Kinderwagen) die gemütliche 15 Kilometern schaffen können.


Zeitraum: Juni 2021



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