Strauchs Wanderlust

Baiersbronner Himmelsweg: Höhen-Tour

Bei stolzen 21,2km Länge verfügt dieser Rundweg über ganze 553 Höhenmeter, die wir am Pfingstsamstag 2023 erwanderten. Sie gilt als die Königsetappe der Baiersbronner Himmelswege. Gegenüber der Tourist-Info Obertal findet Ihr einen kostenlosen Parkplatz (607Hm), und an der Info selbst den offiziellen Startpunkt. ÖPNV: Vom Bahnhof Baiersbronn könnt Ihr mit der Linie 200 regelmäßig von montags bis sonntags bis zur Bushaltestelle Obertal Adler fahren. Definitiv von Vorteil ist, dass Ihr mit der Schwarzwald-Gästekarte kostenfrei Bus und Zug fahren könnt.

Wir befinden uns hier im sogenannten „Thannenfelser Thal“. Seine Besiedelung begann bereits Anfang des 13. Jahrhunderts mit dem Bau der Burg Tannenfels. Die Nähe zweier Paßstraßen, Ruhestein- und Kniebispaß erschien geradezu ideal, doch leider fiel sie schon um 1373 einem Brand zum Opfer. Wegen der harten Rodungsarbeiten schritt die Besiedelung talaufwärts nur langsam voran und die Bebauung der heutigen Ortsmitte begann erst um 1600. Mit der Entdeckung des Holzhandels erlebte zu Beginn des 18. Jahrhunderts das Tal seinen ersten wirtschaftlichen Aufschwung. Das industrielle Zeitalter begann 1758 mit der Errichtung einer “Glas- Fabrique”, die bis 1909 von der Familie Böhringer betrieben wurde. Aufgrund der schlechten Straßen setzte der Tourismus im Tal erst um die Jahrhundertwende ein. Am 19. Mai 2000 wurde dem höchstgelegenen Baiersbronner Teilort Obertal das Prädikat “Heilklimatischer Kurort” verliehen.

So marschierten wir im Sonnenschein im Uhrzeigersinn los, und zwar im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord. Direkt zu Beginn erinnerten uns Schilder an das Wegegebot, d.h. das man nur auf den ausgewiesenen Wegen wandern darf. Mehr Infos über das Schutzgebiet findet Ihr unter www.naturparkschwarzwald.de!!

Direkt zu Beginn überquerten wir die noch junge Murg, welche wenige Meter dahinter aus dem Zusammenfluss von Rechtmurg und Rotmurg entspringt.

Die Beschilderung brachte uns für 4,8 Kilometer mit einem langsamen gemächlichen Aufstieg durch das Buhbachtal auf 760 Höhenmeter. Zu Beginn noch über Asphaltwege am Minigolfplatz Oberthal samt Freibad vorbei, erlebten wir kurze Einblicke in das umliegende Gebiet, welche wir auf Forstwegen und später schmalen Waldwegen betrachten konnten.

Der „Guter Brunnen“ und der „Möhrles Brunnen“ sowie ein Übertritt zeigten sich am Wegesrand.

Nun kam für uns ein landschaftlich idyllisches Gebiet: Das Spaltbächletal. Auf einem Singletrail gewannen wir 100 Höhenmeter in einem Kilometer.

Erst auf dem „Seerückenweg“, später auf dem „Lichtegehrenssträßchen“, zockelten wir so lange, bis wir bei 960Hm und nach 7,6km die Überquerung der B500 (Schwarzwaldhochstraße) bewältigten.

Direkt dahinter erstreckte sich der Lotharpfad.

Im Jahre 1999 hat der Orkan Lothar mit Windgeschwindigkeiten bis zu 200 km/h hier eine breite Schneise in den Wald gerissen, so dass man beschloss die Natur sich selbst regenerieren zu lassen. Auf Holzstegen und Brückchen kann dieses Gebiet erkundet werden.

Haben wir schon erwähnt, dass die Sonne kräftig vom Himmel schien?

So schnappten wir uns die nächste Bank, machten Pause mit einer grandiosen Fernsicht und Marco wurde von einem Schmetterling 🦋 belagert.

Auf der Route des Westweges knackten wir bei 10.4km die magische Marke der 1000 Höhenmeter.

Nach 11.9km erlebten wir eine weitere Mega-Aussicht auf der 2004 erbauten Aussichtplattform Steinmäuerle.

Jetzt kam ein Augenschmaus auf uns zu: Die Grindenbeweitung.

Die Infotafel verriet uns folgendes über die einmalig schöne Landschaft:
Seit dem 14. Jh. wurden die ebenen Hochflächen des Nordschwarzwalds mit Rindern und Ziegen beweidet. Es entstanden baumfreie Heiden, die Grinden. Das Wort “Grinde” leitet sich vom schwäbischen “Grind” = Kahlkopf ab, und bezieht sich auf die vor allem in der Vergangenheit baumfreien Bergkuppen. Beersträucher und Bergkiefern sind zusammen mit den umliegenden Wäldern ein idealer Lebensraum für Auerhühner und auch Kreuzottern. Mit der Einführung der Stallhaltung im 19. Jh. ging die Beweidung zurück. Teile der Hochflächen bewaldeten sich wieder oder wurden aufgeforstet. Um den Lebensraum Bergheide mit seinen seltenen Tieren und Pflanzen zu erhalten, wurden seit Ende des 20. Jh. nach und nach große Flächen wieder von Gehölz befreit und erneut beweidet. Jetzt stehen Hinterwälder Rinder und Schafe im Dienst der Landschaftspflege.

Dies ist übrigens typisch für den Schliffkopf auf 1055m.

An dieser Stelle kreuzen sich zudem der Europäischer Fernwanderweg E1 und der Westweg.

Nach 13,4km schwang sich der Weg talwärts, was mit der Überquerung der B500 (Schwarzwaldhochstraße) in Gang gesetzt wurde.

Ein bisschen unspektakulär folgten wir größtenteils breiten Forststraßen, die aber gelegentlich von Pfaden unterbrochen wurden.

So rasteten wir an der Binsenhütte nach 17.9km. Bis zur Schutzhütte Hänger Planzschulhütte zog sich dann ein steil abfallender Weg mit einem größeren Anspruch an Trittsicherheit, der uns auf direkten Weg ins Tal des Ortes Buhbach brachte.

Ein kleiner Schwenk durch das Röhrbachtälchen führte oberhalb des Rechtmurgtales am „Schwarzer Brunnen“ vorbei.

Wenig später mit über 21 Kilometer und fast 600 Höhenmeter in den Beinen gelangten wir zurück zum Ausgangspunkt im Murgtal.

Noch ein kleiner Ausflugstipp: Die Anlage des „Minigolf Naturgolf Klosterreichenbach“.

Fazit: Einfach fantastisch… Die Kombi aus Aussichten mit idylischen Wasserläufen sowie dem Lotharpfad verdienen eine Wiederholung und eine glasklare Empfehlung!!!

Zeitraum: Mai 2023

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