Strauchs Wanderlust

Traumschleife Schillinger Panoramaweg

Im Naturpark Saar-Hunsrück liegt diese cirka 15 Kilometer lange Rundtour. In knapp 5 Stunden überwindet man 240 Höhenmeter, die man am besten gegen den Uhrzeigersinn in Angriff nimmt.

Startpunkt ist ganz offiziell der Parkplatz am Freizeitzentrum Schillingen (Am Freizeitzentrum 1, 54429 Schillingen). Da sich hier auch ein Restaurant und ein beliebtes Ausflugsgebiet befindet, solltet ihr ziemlich früh da sein. Alternativ könnt ihr auch den Wanderparkplatz zwischen Schillingen und Heddert gegenüber des Sportplatzes Schillingen anfahren.

Für uns persönlich ist die Möglichkeit auch in Kell am See anzufangen deutlich attraktiver, wenn man den ÖPNV benutzt. Zwar verfügt Schillingen über Bushaltestellen, aber eine regelmäßige Verbindung ist nur unter der Woche von Trier ausgegeben, leider aber nicht in den späten nachmittags oder Abendstunden! Eine sehr gute Alternative bietet die direkte Busverbindung (Linie 230) von Hauptbahnhof Trier nach Kell am See, wo auch ein bequemer Einstieg in diese Tour möglich ist! (Infos unter www.vrt-info.de).

Nach dem Überschreiten des Flonterbaches durch das hölzerne Eingangsportal marschiert ihr über Singletrails für wenige hundert Meter bis zur Fatima-Kapelle.

Die Ursprünge des kleinen Gotteshauses stammen aus dem Jahre 1931/32, als der Landwirt Johann Werner auf seinem Grundstück ein kleines Bildstock baute. Die Männer aus dem Dorf beteten regelmäßig mit ihm und nach seinem Tod wurde ihm zum Gedenken der Bildstock durch eine Grotte aus Stein ersetzt. 1936 wurde eine aus Fatima bezogene Statue „Der lieben Frau aus Fatima“ aufgestellt und eingesegnet. Nach dem 2. Weltkrieg wurde im Jahre 1951 mit Spenden beider Töchter die Kapelle dazu gebaut. 1972 ging das gesamte Grundstück mit Kapelle in das Eigentum der Kirchengemeinde über.

Sarah spitzte neugierig in das Innere der Kapelle, läutete die Glocke am großen Holzgestell nebenan und ihr inneres Kind freute sich ein bisschen darüber den „Krach“ zu verursachen.

Die nächsten beiden Kilometern frohlockten wir idyllisch durch einen Laubmischwald auf breiten Wegen im stetigen Wechsel mit schmalen Pfaden. So überquerten wir die Landstraße zwischen Schillingen und Heddert in der Nähe des Sportplatzes Schillingen.

Hier befindet sich auch ein alternativer Startpunkt mit Parkplatz und einen tollen Rastplatz. Seltsam anmutende Fitnessgeräte können hier von Sportbegeisterten genutzt werden.

Doch nun begann eine offene Feldlandschaft. Den Ort Schillingen immer im Blick umrundeten wir ihn westlich gemeinsam mit der Traumschleife Hochwald-Acht. Circa 800 Metern braucht man von hier bis zur Ortsmitte.

Wenig später erschraken wir uns! Ein tiefes brummiges Grollen schien aus einem nahen Gestrüpp zu stammen. Unser erster Gedanke: Wildschweine! Und innerlich: Abmarsch! Aber wie hatten wir uns getäuscht… Röhrende Hirsche in der Brunft aus einem Dammwildgehege direkt dahinter waren die Verursacher dieser unheimlichen Geräusche.

Genau an dieser Stelle besteht die Option abzukürzen um sich die Schleife um den See bei Kell zu sparen, in der Summe also circa 3,5 Kilometer.

Wir finden das aber schade, denn der See ist nicht nur sehenswert, sondern man verpasst auch drei Einkehrmöglichkeiten. Wir futterten uns kugelig im Haus am See… also Kuchen für Sarah und ein spätes Frühstück für den Marco. Das Beste allerdings war die Aussicht direkt aufs Wasser.

Nach dem erneutem Passieren der brünftigen Krachmacher prägten auf den nächsten 4 Kilometern unzählige Heckenrosen, schwerarbeitende Traktoren, nasse Wiesen und ein bisschen Asphalt den Weg.

In der Ferne entdeckten wir den östlichen Ortsrand von Schillingen.

Da wir auf diesem Abschnitt stetig bergan liefen, kam ein alter Bekannter (Fragt Marco 😉) in Sicht. Das größte Highlight der Tour neben dem See: dem Aussichtsturm.

Da oben kann man auf die beiden höchsten Bergrücken des Hochwaldes – den Rösterkopf und den Teufekskopf – blicken.

Bei Kilometer 12,5 besteht noch einmal die Option den Weg um 2,5 Kilometer abzukürzen und so direkt zum Startpunkt zu gelangen.

Natürlich haben wir den Abstieg ins Flonterbachtal gewagt. Dieser kleine Bach ist ein rechter Zufluss der Ruwer und staut mit seinen gerade mal 2,67km den Schillinger Waldweiher.

Am Anfang war es wirklich nicht unbedingt spektakulär, aber das änderte sich je weiter wir in Richtung Waldweiher stiefelten. Es gluckerte und plätscherte um die Wette.

Am Ende hätten wir auch noch eine Einkehrmöglichkeit direkt am Freizeitzentrum in Anspruch nehmen können, aber wir freuten uns auf unsere Sitzheizung im Auto.

Fazit: Durch die Abkürzungsmöglichkeiten kann der Weg individuell an die Bedürfnisse des einzelnen Wanderers angepasst werden. Der See und der Aussichtturm in Kombination mit den Einkehrmöglichkeiten lockern das reine Wandervernügen auf. Einzig die an manchen Stellen unzureichende bzw. verwirrende Beschilderung bedingt das Mitführen einer Karte oder App.

Zeitraum: Oktober 2022

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