Strauchs Wanderlust

Vitaltour 3-Burgen-Weg

Mit seinen knapp 15 Kilometern beginnt diese Runde am Wanderparkplatz Kyrburg. Alternativ kann man auch am Wanderparkplatz Kallenfels einsteigen. Wir haben es etwas anders angegangen und sind mit dem Zug angereist. Vom Bahnhof aus findet ihr eine Zuwegung quer durch die historische Altstadt bis kurz unterhalb der Kyrburg.

Ausgesprochen warm erlebten wir den kurzen Aufstieg zur Kyrburg.

Mit dem Bau im Jahre 960 begonnen, mit Unterbrechungen bis ins 16. Jahrhundert an- und umgebaut und letztendlich 1620 von spanischen Truppen eingenommen. Soldaten verschiedenster Nationalitäten hatten hier ihren Stützpunkt und so wurde sie im Jahre 1734 als letzte Burg im Nahetal von französischen Truppen zerstört.

Als Steinbruch missbraucht diente sie den Eigentümern und der Bevölkerung in den nächsten Jahrhunderten. So kann man heute nur die Grundmauern, welche 1981 saniert wurden, erkennen. Um den Erhalt bemüht sich die Stadt Kirn, welche auch mittlerweile ihr Eigentümer ist.

Wir erlebten eine maximale Rundumsicht auf das Kirner Umland und fanden das angeschlossene Trauzimmer des Standesamtes als großartige Möglichkeit sich originell zu verheiraten.

Unterhalb der Burg findet man eine Gastronomie mit Biergarten.

Am Fuße des Burgberges beginnt unser persönliches Highlight: das Naturschutzgebiet Trübenbachtal.

Dieses urwüchsige Tal mit steil aufragenden, dicht bewaldeten Hängen verbirgt neben seinem idyllischen Verlauf mehrere Wasserfälle. Die Kühle in diesem Tal hätte uns fast dazu gebracht einfach dazubleiben.

Das wir stetig bergan gestiegen sind, wurde von der Schönheit dieses Naturplatzes komplett verschleiert.

So überqueren wir am Ende noch die Landstraße zwischen Bergen und Kirn, bevor wir über eine offene Feldlandschaft bis zum höchsten Punkt aufstiegen.

Neben uns raschelte der reife Hafer, in der Ferne tupften kleine Wölkchen Watte in den Himmel und vor uns rief ein Rastplatz unsere Namen. 😉

Auf der ganzen Strecke bis hierher, also knapp 5 Kilometer, fanden wir viele Bänke und Rastplätze. Am höchsten Punkt unserer Tour genossen wir mit dem „Strauchei“ und dem Laugenbällchen unser frühes Mittagsessen.

Kurz vor unserem Aufbruch zuckelte ein Traktor ganz gemächlich an uns vorbei und mähte den Rand seines Feldes. Auf dem nun beginnenden Abstieg kreuzte und querte er mehrfach unseren Pfad.

Der nächste Punkt sollte den Wehlenfels sein. Er ist etwa 20 Meter hoch und nach Absprache mit örtlichen Kletterern als Kletterfels freigegeben. Ihn näher besichtigen ist allerdings nicht möglich!

Wir möchten noch erwähnen, dass ein stetiger angenehmer Wechsel von Singletrails, Feldwegen und breiten Waldwegen die bisherige Wanderung begleitete.

Dann allerdings durchschritten wir den Ortsteil Kallenfels, leider ein Stück der Hauptstraße entlang, bevor wir rechte Hand in Richtung Schloss Wartenstein abbogen. Kennt Ihr das, wenn einem der Hunger plagt? Nun, für Sarah ist das ein Dauerzustand und so pausierten wir unterhalb des Schlosses erneut.

Einen kurzen, recht knackigen Anstieg und wir erreichten das historische Gemäuer.

Unsere erste Begegnung mit dem historischen Ambiente stellte das Schlossgärtchen dar.

Ein paar Meter darüber stand das Kavaliershaus.

Dort trafen wir eine seit 35 Jahren in Kirn lebende Gästeführerin, die uns mit großem Engagement und Wissen durch die verschiedene Ausstellungsteile führte.

So erfuhren wir, dass der Lohwald einst im kargen Hunsrück eine wichtige Einnahmequelle darstellte, wie die Rinde der Eichen entfernt wurde und auch das Ganze zum Gerben von Leder enorm wichtig war.

Im kühlen Gewölbekeller ist eine Ausstellung über die Entwicklung von Kirn im Bereich Erdzeitalter installiert.

Der letzte Bewohner des Schlosses war der Schloss- und Forstverwalter Carl Rudolf von Pidoll. Er starb 1984 und zahlreiche Geschichten und Anekdoten aus seinem Leben sind erhalten geblieben. Von April – Oktober ist das Schloss von 10:30 Uhr – 16:30 Uhr von Donnerstag bis einschließlich Montag geöffnet. Obwohl sich keine Gastronomie am Schloss befindet, kann man in der Ausstellung bei der Gästeführerin kalte Getränke erwerben. Wir möchten uns an dieser Stelle bei dieser sympathischen und lebendigen Erzählerin bedanken.

Der letzte Anstieg begann. Vorbei an der fast 200 Jahren alten Pidolleiche gelangten wir durch den beschriebenen Lohwald.

Das Besondere daran ist das diese „auf dem Stock“ gesetzt sind, das heißt der Hauptstamm wurde geerntet und der Baum aus dem Wurzelstock seitlich neuer Triebe austreibt.

Diese seit langer Zeit bestehende Bewirtschaftungsform diente in früheren Zeiten der Brennholzgewinnung und bei der Eiche zur Gewinnung des Lohmehls.

Ganz oben angekommen durchstreifen wir den Ortsrand von Oberhausen, hörten die Anfeuerungsgesänge der örtlichen Fußballer und bogen rechts in Richtung Kirner Dolomiten.

Diese Felsformation liegt im Naturpark Soonwald/Nahe und ist bei Kletterern sehr beliebt.

Auch als wir dort waren schwangen sich an der Oberhäuserwand, am Oberhäusergrad, an der Jungfrau, an der schwarzen Wand und am Kallenfelswand welche in die Höhen.

An dieser Stelle ganze liebe Grüße an Cora und Markus, die von der DAV Ortsgruppe Kirn an Ort und Stelle waren.

Die nächsten Höhenmeter bergab „kraxelten“ wir über steiniges, rutschiges Terrain. Bitte steigt hier nur ab, wenn ihr gut ausgerüstet und trittsicher seid!

Wir erreichten nun die Rottmannstraße in Kirn. Ihr folgten wir eine Weile, bevor wir den Originaltrack verließen. Wir entschieden uns der Beschilderung des Soonwaldsteiges bis in die historische Altstadt nachzueilen.

Da sich unser Bauch so leer anfühlte, kehrten wir in die Taverne Santorini ein. Sehr freundlich und zuvorkommend wurden wir begrüßt und genossen unser griechisches Essen. Sarah kniete sich regelrecht in die selbstgemachte Moussaka. Wärmstens können wir Euch diese Lokalität ans Herz legen.

Fazit: Zwar wissen wir nicht, wo die dritte Burg geblieben ist, aber dieser Weg war so abwechslungsreich, dass wir sie nicht vermisst haben. Schloss und Burg, zahlreiche Aussichten und das Naturschutzgebiet Trübenbachtal sowie die Kirner Dolomiten lassen Wanderherz höherschlagen.

Zeitraum: Juli 2022

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