Strauchs Wanderlust

Traumschleife Dünnbach-Pfad

Der offizielle Startpunkt dieser 10,8 km langen Rundtour ist der Parkplatz an der Grillhütte von Zilshausen. Einen alternativen Parkplatz samt Startpunkt findet ihr in der Ortsmitte von Lahr.

Die empfohlene Laufrichtung ist im Uhrzeigersinn, denn so könnt ihr die ca. 313 Höhenmeter besser überwinden.

Da einige ziemlich schwierige Passagen zu überwinden sind, bitten wir euch diese Strecke bei Schnee und Eis zu vermeiden. Ein kleiner Vorteil ist auch die Einrichtung einer Nord- und Südschleife, die den Weg auch so für Familien mit fitten Kindern und Eltern möglich machen.

Wir hatten nach dem Auschecken aus der Badischen Amtskellerey echt Glück.

Bei Sonnenschein und Temperaturen um 10 Grad starteten wir unseren heutigen Tag. Die erste Überraschung erwartete uns direkt am Anfang.

Die 2017 errichtete Kugelbahn hat eine Länge von 400 m, überwindet 30 bis 50 Höhenmeter, wurde aus 40 verarbeiteten Baumstämmen errichtet und mit 4500 Schrauben fixiert. 25 engagierte Bürger samt Bürgermeister bauten in 1000 Stunden die längste Kugelbahn von Rheinland-Pfalz. Ihr solltet auch eins oder zwei 1€ Stücke bereithalten, denn die Kugeln könnt ihr aus dem Automaten damit erwerben und natürlich auch mit nach Hause nehmen. Am genialsten war für uns die Konstruktion eines überdimensionierten Hamsterrades. Das solltet ihr euch echt nicht entgehen lassen!

Nach dem Spielen mit der Kugelbahn machte der Weg noch einen kleinen Schwenk zu einer starken Aussicht über die Wälder beidseitig des Dünnbachtales.

Bevor wir die Konstruktion komplett verließen, bewunderten wir noch deren Ende in der Einbuchtung eines ehemaligen Steinbruches. Hier wurden auch Rastplätze und eine Sinnesbank aufgestellt.

Ein gemütlicher breiter Waldweg, welcher mit einzelnen Schatten und Sonnenstrahlen überzogen war, brachte uns zu einem Felsvorsprung. Unzählige kleine Eidechsen wuselten auf dem warmen Schiefer rauf und nieder und das leiseste Geräusch ließ sie in den Felsspalten verschwinden.

Vorbei an knorrigen Krüppeleichen – noch mit alten braunen Blattwerk – gelangten wir zu Aussichtsplattform “Heiters Eck”. Sie wurde auf einer vorstehenden Felsrippe montiert und erlaubt den Blick sanft über das Dünnbachtal schweifen zu lassen.

Erste saftig grüne Wiesen konnte man im Tal erkennen. Eine kleine Info noch… Hier ist der Ginster beheimatet. Er liebt, genau wie Zecken, warme Standorte und im Hangarder Volksmund wird auch “Zeckenbaum” genannt. Zudem ist er in allen Teilen hochgiftig, auch für Hunde.

Auf diesem Wegeabschnitt befindet sich übrigens auch die Abzweigung, um den Dünnbachpfad in zwei Schleifen abzukürzen.

Zunächst beschritten wir einen breiten Forstweg, der uns dann schmale Treppenstufen hinab ins Dünnbachtal führte.

An einem Baum hing ein für uns erstmal seltsames Kästchen. Vorne verspiegelt erinnere es uns an einen kleinen Schrank, welcher von einem uralten Möbelstück stammen könnte. Unserer Neugier fröhnend öffneten wir es und wurden von einem Talbuch überrascht. Man konnte sich mit Namen, Wohnort, Startpunkt und Datum eintragen. Dieses Talbuch existiert seit 1995.

Ein urige, von knorrigen Bäumen und Sträuchern gesäumter Wald brachte uns zum Zusammenfluss von Armen und kleinen Zuläufen das Dünnbaches.

Ein Rastplatz lockte uns für eine kleine Pause.

Entlang der Hangflanke des Petershäuser Grabens kamen wir an der Talsohle an. Nach dem Überqueren einer Wiese erreichten wir einen alten Mühlenkanal, welcher sich in zahlreichen Gräben und alten Wehrmauern wand.

Wildromantisch und mega laut rauschte ein kleiner Wasserfall und verlocke uns vom Wegeverlauf kurz abzuweichen. Ihr könnt von dort aus wieder problemlos 150 m wieder zurückgehen, um den Originaltrack zu erreichen. Eine andere Option ist es auch diesem Weg zu folgen und die berühmte Hängeseilbrücke zu besichtigen.

Nun wurde es anstrengend. Über Singletrails in Serpentinen bewältigen wir den Aufstieg, bei dem wir die Landstraße zwischen Lahr und Mörsdorf.

Über diesen kleinen Hügel hinweg wurden wir erneut zurück hinab ins Dünnbachtal geleitet. Einige größere und kleinere Felsen samt Wurzelwerk zogen unter uns Schritt für Schritt vorüber. Der Dünnbach rauschte friedlich links neben uns in seinem sich mäandrierenden Bett.

Fast 100 Höhenmeter meisterten zunächst auf schmalen Trampelpfaden, dann auf breiten Forstweg. Mittendrin – erhöht an einem Hang – verschaffte uns eine Bank einen genialen letzten Blick in das grüne Dünnbachtal.

Wenig später kamen wir das Biotop Lahr in Sichtweite. Es ähnelt einem angelegten Teich und mit der Sinnesbank und Sitzgruppe lädt es zum Verweilen ein.

Der Bleichbrunnen direkt daneben diente den Dorfbewohnern als Waschplatz, die Wäschestücke wurden zu Bleichen auf der Wiese ausgebreitet.

Über eine offene Felderlandschaft eröffnete sich uns das Panorama in den wunderschönen Hunsrück.

Kreuz und quer durch Lahr und seine Wohngebiete führte uns nun die Beschilderung. Dieses kleine Dorf hat gerade mal 169 Einwohner und wird seit dem 15 Jahrhundert durchgängig bewohnt. Interessant ist noch, dass sich hier ein alternativer Startpunkt mit einer kleinen Parkmöglichkeit befindet.

Am Ortsrand durchschritten wir einen liebevoll angelegten Baumlehrpfad mit Pavillon zum Pausieren.

Zilshausen konnten wir schon deutlich erkennen. Aber zuerst trabten auf einen Wiesenweg neben der Landstraße. Nicht prickelnd, aber besser als auf Asphalt!

Anstatt direkt in den nahen Ort, lotste uns der Wegweiser noch bergab in den Petershäuser Graben.

Zuerst markant über einen breiten Forstweg, dann elegant auf einen Trampelpfad!

Durch knorrige Eichenwälder hindurch und über Felsbrocken aller Größen hinweg kam eine rote Bank in Sicht. Dort winkte uns schon von weitem die nette Dame, der wir auf der Traumschleife Burgstadtpfad gestern begegnet sind. Ein kurzer Plausch über den Weg und die weiteren Urlaubspläne ließen uns kurz pausieren.

Der Weg hinunter erforderte wieder Trittsicherheit und kleine Klettereinlagen. Über rutschige Steine bergab wären wir fast an der versteckten Schneewittchen- Höhle vorbeigerauscht. Im Nachhinein wäre das kein Verlust gewesen, denn der Inhalt war nicht besonders sehenswert.

Viel besser fanden wir die Hollywoodschaukel aus Holz, welche wir am Fuße des Weges vorfanden. Zwar haderte Sarah mit dem Matsch direkt vor ihren Füßen, aber ihre kindliche Freude überwog. Fast zehn Minuten vergingen so, in der Marco, währenddessen seine Akkus wechselte.

Zu unserem Bedauern erfolgte ein stetiger Anstieg auf einer breiten Waldautobahn. Rechts und links befand sich ein wunderschöner Nadelwald, aus dem die Sonne ein Netz aus Lichtstrahlen webte.

Ein kurzer Abstecher über einen Singletrail brachte uns in Sichtweite von Zilshausen. Hier trafen wir die nette Dame noch einmal und stellten gemeinsam fest, dass die Kilometerangaben sehr widersprüchlich auf den Beschilderungen angegeben waren.

Über einen Wiesenweg verabschiedeten wir uns winkend in Richtung Ortsmitte, wo wir den Schlenker ignorierten und den geraden Weg zurück zur Grillhütte einschlugen. 

Fazit: Bei trockenem Wetter ein toller Wanderweg mit vielen Naturerlebnissen! Perfekt für Familien ist die Kombination aus Kugelbahn mit Wanderung auf dem kleineren Rundweg. Den gesamten Trail solltet ihr aber nur in Angriff nehmen, wenn ihr trittsicher und mit passender Ausrüstung ausgestattet seid.

Zeitraum: März 2022

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