Strauchs Wanderlust

Spitzbubenweg 13/14

Ursprünglich wollten wir heute die 4. Etappe des Saar-Mosel-Weges bestreiten, aber Pustekuchen!  Sarah und der Wäschekorb waren sich mit der Treppe uneinig. Sarah hielt mein Rumglucken nicht aus und scheute mich in die Natur. 😉

Ich fasste den Tillemann-Stella-Weg in Frankenholz ins Auge. Ganze 600 Meter weit bin ich gekommen! Sperrung des Waldes wegen Baumfällungen, die Motorsägen dröhnten in mein Ohr. Neuer Anlauf: den bereits uns bekannten Spitzenbubenweg 13/14, welcher in Münchwies am Friedhof (Friedhofstraße) startet. Rund 12 km erwarteten mich.

Der Name des Weges hat übrigens eine amüsante Bedeutung. Es stammt noch aus der Schmugglerzeit und bedeutet “13 Einwohner/14 Spitzbuben”

Erst überquerte ich die Landstraße zwischen Münchwies und Frankenholz und wurde vom Wald verschluckt. Direkt nach paar Metern ging der breite Forstweg in Singletrails über. Leider war dieser Untergrund wieder bis zur Münchwieshütte geschottert.

Hier verläuft übrigens auch der Premiumwanderweg Hangarder Brunnenpfad. Von dort aus hat man einen genialen Ausblick auf das Dörfchen Münchwies.

Es liegt am Westhang des Höcherberges.  Historisch ist dieser Ort nach dem 30 jährigen Krieg (1618 – 1648) von Menschen aus Wallonien und aus Luxemburg neu besiedelt worden, da die Kriegsmaschinerie den alten Klosterhof in eine Wüstung verwandelt hatte.

Durch eine Schwingtür durchschritt ich dann ein umzäuntes Gebiet. Diese Schonung dient wohl dem Schutz der Flora vor Wildfrass. Die am Start bereits angekündigte Änderung der Wegeführung lenkte mich über eine Wiese und über matschige Pfade. Das sonnige Wetter und die naturnahe Umgebung machten das aber wieder wett.

Auf dieser Strecke begegnete ich einem Verwandten von Sarah.  Mich persönlich hat er nur wenige Mal gesehen, aber durch meine Actionkamera kamen wir ins Gespräch. Er ist auch einer der Initiatoren der Wege Premiumwanderweg Schauinsland und dem Premiumwanderweg Brunnenpfad Hangard. Hier liebe Grüße an Valentin!

Immer weiter bergab vorbei am Teufelsgraben gelangte ich ins Lautenbachtal.

Ich genoss das Plätschern des Baches und die Sonne, welche durch die Bäume mein Gesicht kitzelte. An der Ebertsquelle bog leicht bergab und folgte der Lautenbach bis zur Eichentaler Mühle.

Die Lautenbach überschritt ich zweimal. Raus aus der Komfortzone tingle ich nach dem Queren einer weiteren Landstraße – immer in Hörweite des nahen Verkehrs- auf Singletrails. Am Ende lotste mich die sehr gute Beschilderung auf asphaltierten Weg an den Ortsrand von Münchwies.

Ein bisschen schnaufend und beeindruckt auf Grund der schieren Fülle an Streuobstwiesen erreichte ich die Spitzbubenhütte. Dort mampfte ich mein Laugenbällchen, mehr gab es nicht… zu Hause warteten Maultaschen mit Parmesan auf mich! In dem nun offenen Gelände strahlte die Sonne mit voller Kraft.

Ein Umdrehen lohnte sich: eine grandiose Fernsicht präsentierte sich meinem Auge! Leider verblieb dieses Schauspiel nur kurzfristig, denn der Wald näherte sich.

Schmale Pfade wechselten sich – von den noch unbelaubten Bäumen gering beschattet – mit gemütlichen breiten Wegen ab. Nach etwa 1,5 Kilometer nährte ich mich dem Gelände einer Reha-Einrichtung, streifte unterhalb wieder den Ortsrand und erlebte an einer Sinnesbank den nächsten Panoramablick. Einfach nur herrlich!

Wenige hundert Meter später sah ich meinen roten Flitzer am Ziel parken.

Fazit: Die schmalen Pfade und die weiten Ausblicke (sogar bis zum Schaumberg) in Kombination mit dem idyllischen Bachverlauf der Lautenbach lassen diesen Gemeinderundweg glänzen. Festes Schuhwerk solltet ihr tragen. Eine ganz klare Empfehlung für diesen Weg!

Zeitraum: Februar 2022

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