Strauchs Wanderlust

Premiumwanderweg Bärensteig

Am zweiten Tag unserer Osterreise in die Pfalz starteten wir den 13,5 km lange Runde am Waldfriedhof in Bruchweiler-Bärenbach. Durch den hohen Anspruch der Wegführung solltet ihr mindestens 6 – 7 Stunden Gehzeit einplanen. Etwas irritiert waren wir über die Empfehlung am Startpunkt die Tour gegen den Uhrzeigersinn zu laufen. Es ist wesentlich entspannter im Uhrzeigersinn diese Strecke zu erwandern, wie es unser Track empfiehlt.

Auf breitem Forstweg brachte uns eine circa 500 Meter lange Zuwegung an die Gablung. So stapften wir auf den gleichen Schotteruntergrund in Sichtweite des Ortes Bruchweiler-Bärenbach. Von unten ertönte ein typischer Samstagsgeräuschpegel: Rasenmäher, Motorsägen und jauchzende Kinder beim Spielen. Gestern um die Uhrzeit schälten wir uns schon um 9 Uhr morgens aus den Jacken, aber heute blieb uns das Vergnügen verwehrt. Sogar ein leicht fröstelnder Wind umwehte uns!

Nach circa 1,5 Kilometer Gehstrecke wechselte zu unserer Freude der Untergrund von Schotter auf weichen Nadelwaldboden. Welch ein Segen!

Stramm wie Zinnsoldaten ragten die Tannen und Fichten an dem steilen Hang über den sich die Singletrails schlängelte. Wie kleine grüne Oasen leuchtete das frische Blattwerk der Heidelbeeren zwischen den grau-braunen Stämmen und den verrotteten Nadeln!

So kamen wir schließlich zum „Elwetrischer Rasierplatz“. Irgendein Scherzkeks hat eine Steckdose, natürlich ohne Strom, an den angrenzenden Felsen montiert.

Direkt daneben zwischen zwei mächtigen Sandsteinen auf einer freien Fläche fanden wir einen frisch gestrichenen Rastplatz vor.

Einmal um den Felsen herum setzte die erste Verwirrung ein. Ein „Umleitungsschild“, welches an dieser Stelle keinerlei Sinn machte, prangte an einem Pfosten.

Durch den mangelnden Informationswert hielten wir uns an den Ursprungsweg zu den Geiersteinen.

Dieses enorme Felsmassiv beheimatet seltene Vogelarten, wie uns jede Menge Infoschilder erzählten.

Hier noch ein wichtiger Hinweis für Euch: Die 750 Meter am Felsen rechts hinab sind nichts für Anfänger. Ohne Stöcke und passendem Schuhwerk gepaart mit Erfahrung sollten ihr diesen Abschnitt umgehen. Sehenswert ist dieser Abschnitt allemal!

Leider erfolgte unten angekommen ein dominantes Auftreten von Waldautobahnen. Zwar wechselten sich gelegentlich Singletrails mit den breiten Wegen ab, aber sie waren deutlich überhand.

Erst beim Gang durch ein schmales Tal wechselten sich Wurzelwerk und Steine mit weichem Boden wieder ab. Kurz etwas ernüchtert waren wir von über 400 Meter Asphalt, auf dem wir fast von 2 Traktoren und einem Transporter platt gefahren wurden.

Während wir gestern noch im T-Shirt herumlaufen konnten, arbeiten wir heute mit Zwiebelsystem. Hier wehte eine „steife Brise“!

Die Burg Drachenfels kam in Sicht. Das zweite unsinnige Schild des Tages teile uns die Sperrung der Burg wegen Sanierungsarbeiten mit. Komisch war nur, dass die Burg größtenteils zugänglich war und nur der direkte Weg zur Drachenfelshütte gesperrt. Hätte Sarah nicht die Schilder der letzten Kreuzung studiert, hätten wir so wie viele andere mit Fragezeichen in den Augen unseren Weg suchen müssen.

Die Geschichte der Burg Drachenfels ist weitgehend ungeklärt. Trotz archäologischen Ausgrabungen konnte keine genaue Altersdatierung erfolgen. Sicher ist nur, das sie seitdem Mitte des 13. Jahrhunderts erwähnt wurde. Endgültig zerstört wurde sie 1523 und später als Steinbruch verwendet.

Wir erkundeten diese riesige Burganlage Stück für Stück, Marco kraxelte“ sogar bis zum Bergfried hinauf. Sarah musste sich anstrengen vom zunehmenden Wind nicht weggeblasen zu werden.

Endlich in der Hütte futterte Sarah einen Rhabarberkuchen und Marco schnabulierte eine Rindswurst und ein Stück Käsekuchen.

Das Preisleitungs-Verhältnis ist hervorragend.

Vollgefuttert nahmen wir den breiten Weg, der uns zuerst gering bergab und dann charmant bergan führt. Die Schutzhütte „Jagdhütte“ war unser nächster Anlaufpunkt. Die österlich geschmückte Front lud uns zu einer kurzen Pause ein.

Direkt dahinter ragte der Jüngstberg mit seinen 491 Höhenmetern vor uns auf. Zuerst gewannen wir Höhe auf breiten Weg, doch dann mussten wir eine Wahl treffen. Entweder steil bergan mit Seilführung direkt den Hang hinauf oder geradeaus auf sonnenbeschienen breiten Weg.

Wir trennten uns… Sarah folgte in Rücksicht auf ihr Knie den sonnenbeschienenen Weg und Marco „düste“ direkt den Berg hinauf. Abgemacht war sich am Rastplatz Jüngstberg zu treffen. Dort wartete Sarah brav, doch keiner kam.

Dank dem Garmin-Tracker von Marco (Sicherheit geht immer vor) wusste sie, dass er seit 15 Minuten auf der Stelle verharrte. Sorgenvoll schritt sie ihm entgegen, Marco „Video callte“ und die Lösung wurde ihr präsentiert: Als Saarländer trifft man immer einen Saarländer den man kennt, vor allem Marco.

Auch einen Mitarbeiter einer lokalen Touristinfo lernte er kennen. Die Quasselstrippe dackelte gemütlich irgendwann den Berg hinab! 🙄

Ruhig und entspannt (Marco) und immer hungrig (Sarah) marschierten wir auf den Waldautobahnen zum Drachenfelsblick.

Passt hier auf, denn dieser Punkt kann im Vorübergehen leicht übersehen werden.

Kurz vor dem Ende begrüßte uns noch als letztes Bonbon der Aussichtspunkt Schuhfelsen. Wenig später wanderten wir an der Wegegablung geradeaus über die Zuwegung zu Sarah treuen Paul.

Fazit: Anspruchsvolle Passagen mit einer großartigen Burgruine und einer Einkehrmöglichkeit direkt auf dem Weg machen diese Runde zu einer großartigen Option im Dahner Felsenland. Zwar sind einige breite Passagen dabei, aber die braucht ihr zum Ausgleich. Wanderanfängern empfehlen wir diese Tour nur, wenn er sie mit einer Navigationsapp oder Karte anders planen könnt.

Zeitraum: April 2022

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