Bexbacher Rundwanderweg

Uns lockte die Herausforderung! Würden wir diese 38 Kilometer langen Rundweg schaffen? Würde unsere Kondition ausreichen und wir blasenfrei aus der Geschichte rauskommen?

Wir starteten morgens um halb sieben in der Ortsmitte von Niederbexbach. Dort findet ihr eine sehr gute Parkmöglichkeit und ein riesiges Infoschild. Im Vorhinein haben wir uns bei der Saarpfalz-Touristik informiert, ob dieser Weg noch betreut wird. Wird er nicht! Das bedeutet die Beschilderung und die Wegetafeln werden irgendwann in Vergessenheit geraten. Wir stufen ihn damit als „Vergessenen Weg“ ein.

Gegen den Uhrzeigersinn führte uns die Navigation in die „Bliestalstraße“. Und Schwupps… kam aus einem Haus ein ehemaliger Tischtennis-Freund von Marco an getrottet. Hier liebe Grüße an Dirk! Immer weiter auf ebener Strecke bogen wir rechts am Ortsausgang auf einen Feldweg ab. Ein idyllisch gelegener Fischweiher lugte uns hinter dünnen Tannen an. Wir wussten von Marco’s Kumpel, dass sich dort eine aktive Fischerhütte (mit Einkehrmöglichkeit) befindet, aber morgens um diese Zeit hatten wir keinen Bedarf dafür.

Nach 1,5 Kilometern überquerten wir das erste Mal die A6 und einen Kilometer weiter das zweite Mal. Wir konnten Blicke auf eine ältere Mühle, das Naturschutzgebiet Kühnbruch und das ferne Altstadt erhaschen. Schäfchen und Schleierwolken kündigten den nahen Wetterumbruch am Abend an. Die Sonne strahlte indes durch den morgendlichen Dunst und verzauberte im sanften Licht die Natur.

Wir untertunnelten eine Bahnverbindung und zogen auf die andere Seite der „Jägersburger Straße“. Auf der anderen Seite ergab es sich, dass wir entlang der „Homburger Straße“ auf einen Fußgängerweg bis nach Kleinottweiler gelangten. Fast einen Kilometer latschten wir durch den noch verschlafenen Ort. Viele Rollläden waren noch unten, durch einige Fester hörte man Kaffeemaschinen gurgeln und die ansonsten hochgeklappten Bordsteine begrüßten uns.

Ganz am Ende erreichten wir den Sportplatz und im Wald das Naturdenkmal „Dicke Eiche“. Bis 2013 war die „Dicke Eiche“ das Wahrzeichen von Kleinottweiler, sogar in ihrem Wappen integriert und musste wegen Befall nach 600 Jahren gefällt werden. Naturliebhaber haben dem Stamm eine neue Heimat gegeben, haben Wildblumen in seiner unmittelbaren Umgebung gepflanzt und vielen Tieren ein Habitat erschaffen.

Hinter den Gärten von Häusern entlang schlichen wir in einen dichten Laubwald. In diesem Gebiet befindet sich eine Airsoft-Anlage. Wieder was Neues gelernt, denn uns war nicht bekannt, dass es so etwas in der Nähe gibt.

Am Ortseingang von Oberbexbach kamen wir am Freibad an. Erste medizinische Maßnahmen folgten… Sarah’s Zehe wurden mit einem Blasenpflaster ruhig gestellt.

Mücken, jede Menge andere Krabbelviehcher und eine Horde an Brennnesseln machte es uns schwer auf den Singletrails in diesem ansonsten urigen Bachtälchen vorwärtszukommen.

Da alles endet, führte uns ein strammer Marsch hinauf nach Frankenholz. Wir kreuzten den Stella-Tilemann-Weg, den Marienweg und den Wanderweg „Grube Nordfeld“.

In Höchen selbst wandten wir uns vorbei an alten wundervoll restaurierten Bauernhäusern, bis wir schließlich unseren geliebten Wald erblickten. Dieser Abschnitt kennen wir ganz gut, da wir vor über einem Jahr bereits ihn auf dem Wanderweg Grube Nordfeld erkundet haben.

Die zweite Versorgung einer Zehe von Sarah (Falsche Socken heute Morgen gekrallt! ☹ Es war zu früh!) stand an.

Wir belohnten uns damit, dass wir zwei ziemlich unlogische Wegeplanungen links von uns ließen und den direkten Weg zum Höcherberg wählten.

Neben ziemlich modernen Funktürmen befindet sich dort auch ein im Jahre 1913 gebauter Aussichtsturm, neben dem ein Wanderheim (Ist aber privat geführt) seinen Platz hat.

Im wirklich toll gepflegten Biergarten fanden wir kurzfristig Quartier. Zwanzig Minuten zu früh vor er eigentlichen Öffnung versorgte uns ein sehr netter Koch namens Heiner mit einer Cola. Um 14 Uhr öffnete das angeschlossene Büdchen. Eine missmutige weibliche Person erwartete Sarah. Die georteten Getränke und Speisen wurden erst mal nicht verstanden, dann das falsche hingestellt und später entdeckten wir, dass Marcos allkohlfreies Weizen seit 15.06.21 abgelaufen war. In der Regel sind wir cool und halten uns zurück, aber das seltsam schmeckende Bier verärgerte uns und die „Freundlichkeit“ der Kellnerin brachte das Fass zum Überlaufen. Heiner, der Koch und sein Gehilfe reagierten freundlich und zuvorkommend und entschärften die Situation durch professionelles Handeln.

Zweiundzwanzig Kilometer hatten wir schon geschafft. Unsere Kondition war noch super und wir auch noch motiviert. So freuten wir uns tierisch, dass es von nun an nur noch bergab und später eben verlief.

Über breite Forstwege durchschritten wir den Wald bei Höchen, stapften wieder durch Höchen und Frankenholz und erreichten Sarahs altes zu Hause. Ein toller Blick in der Nähe des Lichtenkopfes auf ihren Heimatort Hangard weckte nostalgische Gefühle in ihr.

In diesem Abschnitt verläuft auch der Premiumwanderweg Hangarder Brunnenpfad und der Wanderweg Saar-Blies-Weg.

Das Kohlekraftwerk Bexbach in greifbarer Nähe kamen wir an den Ortsrand von Bexbach. Eine aufgeregte Gruppe von Jungs mit Kladden in der Hand verriet uns, dass sie auf „analoger Schnitzeljagd“ waren.

Am Oberbexbacher Weiher schritten wir entlang, liefen entlang der „Süßhübelstraße“ und bogen nach rechts in das Tal der Bexbach ab. Dieser parkähnliche Grünstreifen geleitete uns für 1,5 Kilometern durch Bexbach.

Was uns nie entgeht ist Eis. 😉 Und so platzierten wir uns in einem Eiscafé um 18:00 Uhr und 3 Kilometern vor dem Ziel.

Eisgestärkt kurz an der Hauptstraße nach Rothmühle eroberten wir uns das Gelände des ehemaligen Segelflugplatzes. Am Ende streiften wir den Blumengarten, bevor wir nach 1,5 Kilometern wieder in Niederbexbach an unserem Ausgangspunkt ankamen. Eine äußerst lebhafte Truppe junger Erwachsener hielt dort ein improvisiertes Theaterstück ab Wir lauschten andächtig.

Im Großen und Ganzen haben uns außer zweier selbstverschuldeter Blasen unsere Körper nicht im Stich gelassen. Wir sind richtig stolz auf uns… Dann es motiviert zu weiteren langen Touren!

Fazit: Vorteil dieses Rundweges sind die zahlreichen Möglichkeiten in kleineren Schleifen abzukürzen. So sind 38 Kilometer kein Muss, aber eine Möglichkeit. Wegetechnisch habt ihr einen hohen Anteil von Forstwegen, Asphalt, aber auch kleinere Abschnitte mit Singletrails.



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