Premiumwanderweg Rötelsteinpfad

Das Sankt Wendeler Land beherbergt diesen circa 15 km langen Rundwanderweg. Er startet an der katholischen Kirche in Güdesweiler, wo ihr gegenüber des Einganges (Bergstraße) der Kirche parken könnt.

Die Unwetter des gestrigen Tages waren vorüber und so nutzen wir den ruhigen Sonntag, um an die frische Luft zu gelangen. Von der „Bergstraße“ aus gelangten wir direkt in einen wunderschönen Forst, der durch die Morgensonne lichtdurchflutet war.

Schmale Pfade begrüßten uns und brachten uns zur Weihermühle.

Ein 1968 erbautes Mühlrad plätscherte, angetrieben durch das Wasser des höhergelegenen Sees, munter vor sich hin. Den Weiher direkt neben uns, umrundeten wir zur Hälfte dieses idyllische Kleinod.

Es folgte der erste Anstieg des heutigen Tages. Singletrails erlaubten uns die Spitze des Scheuerberges (448m) zu erreichen.

Ein gewaltiges eisernes Gipfelkreuz prangte an einem Felsvorsprung.

Die Aussicht von dort war unser erstes Highlight.

Noch einsam begannen wir unseren Abstieg. Erste Zeichen von bewirtschafteten Flächen zeigten sich und gestatteten uns einen weiten Blick bis zum Schaumberg.

Bergab gelangten wir ins Tal des Scheuerbergbaches.

Ein künstlich angelegter Wasserfall rauschte mit voller Kraft zu unserer Linken. Erste menschliche Kontakte, immerhin war es erst neun Uhr, in Form von ziemlich flotten Radfahrern durchbrachen die morgendliche Stille. Ein breiter Forstweg begleitete uns für fast 800 Meter, bevor wir in die „Schlucht“ des Lautenfloß abbogen.

Beruhigend floss das kleine Bächlein linker Hand und erinnerte uns an viele Touren mit ähnlicher Idylle. Unsere geliebten schmalen Pfade 😊 schickten uns auf eine Reise in die Höh… Der zweite Anstieg begann! Nach fast 1,5 Kilometern mussten wir mit traurigem Blick eine große Rodungsfläche betrachten. Wir fragten uns, ob es forstwirtschaftliches Wirtschaften war oder ob der Borkenkäfer den Nadelwald attackiert hatte.

An einer Wegespinne entdeckten wir einen kleinen Brunnen.

Diese Waldquelle wird umgangssprachlich Waldborre genannt und versorgte bis in die 60er Jahre den Ort Gronig mit Trinkwasser. Eine Infotafel zeigte uns den Waldlehrpfad Gronig an. Er hat circa 4,8 Kilometer und ist für Familien mit Kindern interessant gestaltet. Keine 500 Meter weiter an einem Wanderparkplatz die nächste Tour: Der Grenzsteinweg. Er hat etwa 8,5 Kilometer und ist aus unserer eigenen Erfahrung empfehlenswert.

Immer noch nicht oben zockelten wir über Serpentinen bis zum Aussichtspunkt Momberg. Ein wunderschöner Rastplatz mit einer fantastischen Fernsicht auf die Orte rund um Oberthal bis nach Sankt Wendel erlebten dort unsere Sinne. Nichtsdestotrotz wurde auch der „Heilplatz und Energietankstelle Momberg“ auf dem Plateau eingerichtet. Diese sehr gepflegte Anlage baut auf keltischen Runen auf und soll die Energie aller Organe je nach Position positiv beeinflussen.

Insgesamt 4 Radfahrer, zwei Brüder und ein Pärchen, kamen mit uns ins Gespräch und man tauschte sich so über seine Hobbys aus. Etwas Unerwartetes: wir konnten uns dort in das Gipfelbuch des Momberges verewigen.

Weiter hinten befindet sich eine keltische Wallanlage, die wir voller Ehrfurcht bestaunten. Die nächsten Kilometer brachten durch Mischwälder, über Singletrails bis ins Nahetal.

Hier begann für uns der landschaftlich schönste Teil des Rödelsteinpfades. Die Nahe entspringt bei Selbach. Dort können wir den Premiumwanderweg Nahequelle-Pfad (6km) empfehlen. Er ist besonders geeignet für Familien mit Kindern, da sich dort auch ein Streichelgehege und ein Spielplatz befindet.

Durch das Naturschutzgebiet an der Nahe bewegend, stießen wir auf Beschilderungen des Saarland-Rundwanderweges sowie des Naheweges.

Eine erneute Überquerung der Nahe durch ein Feuchtgebiet, das durch Holzstege begehbar gemacht wurde, führten uns auf einen breiten Schotterweg.

Jede Menge Radler (Nein, nicht die zum Trinken!) überholten uns bis zum Ort Nohmühle. Ort ist vielleicht eine zu große Beschreibung, für die 10 auseinander liegenden Häuser und Gehöfte.

Genau hier begann der dritte und letzte Hügel auf unserer Wanderung. Zahlreiche Schilder wiesen uns auf den Wanderweg Skulpturenstraße hin. Erste graue Wolken und eine merkliche Abkühlung der Luft zeigten ein näherkommendes Regengebiet an. Glücklicherweise hatten wir nur 4 Kilometer vor uns und Regenschirme im Rucksack. Noch schickte die Sonne ihre wärmenden Strahlen in die märchenhafte Mooslandschaft, welche sich in den Nadelwäldern links und rechts des Weges eingebettet war. Wir warteten darauf das kleine Feen und Minitrolle erschienen 😉!

Nach dem bei 490 Höhenmeter der Scheitelpunkt erreicht war, mauserten wir uns gemütlich bergab trabend bis zur Valentinskapelle.

Der gute Brunnen“ direkt dahinter wurde gründlich von Marco in Augenschein genommen. Sarah wollte die Kapelle besichtigen, doch leider ist diese seit März 2020 wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist.

So kurz vor Schluss liefen wir noch am Gelände des Wandervereines Güdesweiler vorbei und da passierte es… Der Himmel öffnete seine Schleusen und schickte seine nasse Fracht gen Erde. Also Regenschirme raus und den letzten Kilometer im warmen Sommerregen bis zur katholischen Kirche im Nacken. Kurz vor Ortseingang hörte es auf und so konnten wir sogar noch unsere Schuhe am Auto wechseln.

Fazit: Sehr abwechslungsreich und landschaftlich reizvoll auf größtenteils schmalen Pfaden kann man diese Runde allen fitten Wanderern uneingeschränkt empfehlen. Für Kinderwagen ist sie aber nicht geeignet, auch Essen solltet ihr in den Rucksack packen!


Zeitraum: Juli 2021



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