Strauchs Wanderlust

Bliessteig, Etappe 05/05

Gnädigerweise erlaubte uns an diesem Tag das Wetter trockenen Fußes die letzte Etappe vom Sportplatz Bruchhof bis zum Endpunkt Bahnhof Bexbach zu gelangen. Das war bei 26km Wegstrecke definitiv von Vorteil.

Solltet ihr mit dem ÖPNV anreisen: Nehmt die Buslinie R7 vom Homburger Bahnhof aus bis zur Haltestelle Lilienstraße in Bruchhof. Der Weg mündet dann in die Erbacher Straße direkt daneben.

In Bexbach am Bahnhof könnt Ihr dann problemlos in Richtung Homburg oder Saarbrücken fahren, da die beiden als Kreuzung verschiedener Bahnlinien fungieren.

Nun, auf unserer letzten Etappe sollten wir wieder kleine Überraschungen erleben und alte „Weggefährten“ entdecken.

Auf jeden Fall führte uns die Beschilderung erst mal auf die Hauptstraße, dann in die Erbacher Straße und gerade aus auf die Bosch-Werke zu. Innerlich befürchteten wir schon, dass es uns durch ein Industriegebiet leiten würde, aber glücklicherweise umrundeten wir es auf schmalen Weg am Rande des Naturschutzgebietes „Königsbruch/Jägersburger Wald“.

Wisst ihr, was noch schlimmer als eine hungrige Sarah ist? Ein grummeliger Marco, der vor Kälte schlottert! 🙄

Leider hatte die Peter-Schulzen-Hütte nach 2km mit der Forstbeule kein Erbarmen: Sie ist von Mai bis Oktober immer Dienstag und Freitag von 15 bis 18 Uhr bewirtschaftet.

Durch einen ruhigen Wald am frühen Morgen erreichten wir das Ria-Nickel-Tierheim Homburg, welches in dem alten Bahnhof Einöd untergebracht ist. Dahinter wiesen uns die Markierungen die Richtung.

Und hier kam auch der erste alte Weggefährte: Der Saarland-Rundwanderweg.

Sanft durchschritten wir eine stillgelegte Eisenbahntrasse.

Deutlich weniger einfühlsam hingegen war das nahe Rauschen der Autobahn, die wir großzügig untertunnelten.

Und als wären das nicht genug Verkehrsvarianten für einen Tag: eine vielbefahrene Landstraße wurde auch noch überquert.

Endlich wieder in der Natur stapften wir neben einem offenen Weidegebiet, erfreuten uns an einer provisorischen Brücke über einen Wasserlauf und wurden gleich von vier „alten“ Weggefährten begrüßt.

Die Möhlwoog Runde, die 14-Weiher-Tour, Der Jägersburger und der Herzog-Christian-Weg sprangen uns mit ihren Schildern direkt ins Auge.

Dann kam endlich unser persönliches Highlight in Sicht: der Möhwoog-Weiher. Er ist einer der 3 Jägersburger Weiher und der Naturbelassenste. Hier dröhnte und lärmte eine Ente lautstark von einem Ende des Sees zum anderen unsere Ohren zu, aber wir erinnerten uns an die angenehme Stille vor einigen Monaten im Morgengrauen.

Nach 7 Kilometern und dem Überqueren der nächsten Landstraße kam der geschäftige Brückweiher in Reichweite. Im Uhrzeigersinn umrundeten wir ihn halb.

Wir hofften, dass die Gastronomie – sprich das Blockhaus – geöffnet war, aber es hat von 11 bis 21Uhr von Dienstag bis Sonntag geöffnet.

Also pausierten wir in der zarten Sonne mit den Heidelbeeren 😁 aus der Tupperdose.

In der Nähe befinden sich im Übrigen auch die weiteren Einkehrmöglichkeiten „PETERS Biergarten“ sowie dem Restaurant „Il Lago“. Im Sommer laden noch Buden mit Getränken und Essen zum Verweilen in Ufernähe ein. Zudem bietet das Naherholungsgebiet noch den Fun Forest Abenteuerpark, einen Tretbootverleih, einen großen Spielplatz am PETERS Biergarten, einem Wasserspielplatz am Minigolfplatz sowie die Spiel- und Picknickwiese am Brückweiher.

So richtig lauschig war der anschließende Gang durch das Felsenbachtal, das gerade mal 700 Meter lang ist.

Unser Navigationsgerät zeigte uns eine 1,5 Kilometer lange schnurgerade Strecke an, so dass wir befürchteten auf einem breiten Schotter- oder Forstweg zu landen. Aber keine Bange, denn es entpuppte sich als Singletrail durch einen wunderschönen, lichtdurchfluteten Wald.

Die nächsten 500 Meter ließen uns mächtig schwitzen und ganz oben auf der Kuppe kreuzten wir dann die Landstraße 117.

Landschaftlich glänzte für 3,7 Kilometer das Glantal, dem wir steil bergan entlang der Grenze der Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz empor folgten.

Es gluckerte, rauschte, plätscherte und forderte uns sehr!

Hier müsst Ihr neben Trittsicherheit auch Kondition mitbringen. Später allerdings, wenn ihr am Ortsrand von Höchen seid, habt ihr zwar noch jede Menge Höhenmeter zu bewältigen, aber die Wegeführung und der Untergrund werden deutlich einfacher.

Pünktlich wie die Maurer läuteten in der Schlucht um 12 Uhr mittags die Glocken.

Wir empfehlen euch, den Höcherberg Weg zu erwandern, da er Euch nicht nur das Glantal, sondern auch das Brandsbachtal entdecken lässt.

Ganz oben nach 16 Kilometern erblickten wir den Höcherbergturm. Den zu besichtigen ist ein Kinderspiel: Den Wirt des Gasthaues daneben nach dem Schlüssel fragen und einen kleinen Obolus (2019 war es 1Euro/Person) entrichten!  Eine fantastische Rundumsicht ist Euch garantiert!

Eben hatten wir neben Weggefährten auch Überraschungen erwähnt:

Wir lernten im Biergarten die Bad Kreuznacher Anette und Friedrich kennen, mit denen wir eine gute Stunde ein großartiges Gespräch führten. Auch sie liefen den Bliessteig! Aber die nächste Überraschung sollten wir einige Tage später in der Post haben: Die beiden haben uns eine lustige selbstkreierte Karte gesandt. Dankeschön und ganz liebe Grüße an dieser Stelle an Euch!

Hier oben gab es einen Schilderwald: Höcherberg Weg, Saarland-Rundwanderweg, Grubenweg Höchen, Hartfüßler-Weg (Nordschleife), 13/14 Spitzbubenweg, Spazierweg Höcherberg, Saar-Westrich-Weg.

Wer hoch läuft, ja der darf auch runter tappen! 😎

Wir wandelten beflügelt über mit Schattenspielen besäumten weichen Waldboden.

Doch wenig später ließ uns die Wegführung etwas verwirrt zurück: erst in Richtung Klinik, dann zurück und alles für eine Aussicht? Das wären wieder 600m zusätzlich gewesen. Nö, nicht mit uns! 😏

So erreichten wir den Friedhof Münchwies, der im Übrigen auch der Startpunkt des Premiumwanderweg 13/14 Spitzbubenweg ist. Nach Überschreiten der Dorfstraße und dem Aufstöbern des uns unbekannten Weges Grubenweg Schacht-III marschierten wir über einen breiten Weg nach Frankenholz.

Wir bogen nach 19,5 Kilometern auf den Hangarder Brunnenpfad ab, der uns die Weggefährten Tilemann-Stella-Weg und Steinberg Runde einheimste.

Nach dem Frankenbrunnen und dem Karlbrunnen kam uns etwas unerwartet (wir spoilern vorher nicht) die PWV Steinberg-Hütte in die Quere. Logo, dass wir hier einkehrten: Essen und Trinken sind lecker und wirklich günstig 😀 (Öffnungszeiten: Mi und Sa 14 bis 18 Uhr, So 12 bis 18 Uhr)!

Am Hollerbrunnen vorbei näherten wir uns langsam dem Ende.

Talwärts gelangten wir oberhalb des Kohlekraftwerkes Bexbach durchs Grüne bis zum Bexbacher Weiher. Die Natur sagt an dieser Stelle Adieu und der Stadtpark Bexbach Bonjour.

Wie zum Abschied schnatterte eine Ente auf einem ungewöhnlichen Sitzplatz uns entgegen.

Noch 1,5 Kilometer auf geraden Weg verbrachten wir bis zum Ende des Bliessteiges am Bahnhof Bexbach.

Fazit: Ja, definitiv! Wir empfehlen Euch uneingeschränkt diesen grenzüberschreitenden Wanderweg!

Zeitraum: April 2023

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