Strauchs Wanderlust

Wiener Wallfahrerweg, Etappe 02/07

Die 2. Etappe führt für 19,4km von Holzschlag bis nach Kaumberg. Beide Orte liegen im Bundesland Niederösterreich. Ungefähr 340m hoch und 440m runter sollte uns der heutige Tag so bringen.

Morgens begannen wir unseren Tag im Gasthof Am Holzschlag. Als Blockhaus im Jahre 2006 erbaut, liegt es direkt neben dem Wiener Wallfahrerweg an dem Pilgerweg „Via Sacra“ am Fuße des Peilsteins im Wienerwald (Nein, wir gehen keine Schnitzel essen! 😅).

Wie ging es uns? Logo, dass Peter, unser Bergläufer und Athlet🦾🦿, fit wie ein Turnschuh 🥾 war! Sarah hatte ja die „Soft-Variante“ zuvor geleistet und war eigentlich nur begierig zu frühstücken, also alles wie immer!  Aber, der Marco hatte ein bisschen Muskelkater 😫!

So begangen wir im strahlendem Sonnenschein unseren Wandertag im ruhigen Holzschlag (ca. 580 Hm). Es ist eine einsam gelegene Häuserrotte in der Nähe von Maria Raisenmarkt, bestehend aus vier Bauernhöfen und etwa 15 Häusern an einem Bergsattel. Das Dörfchen ist nur durch eine Abzweigung der Straße von Maria Raisenmarkt nach Schwarzensee zu erreichen und ist somit eine Sackgasse.

Ganz gemächlich überwanden wir auf 2,2 Kilometern ca. 110 Höhenmeter, bis wir die Ausläufer des kleinen Ortes Nöstach erblickten.

Wir waren in der Marktgemeinde Altenmarkt an der Triesting, die die Orte St. Corona, Klein-Mariazell, Thenneberg, Hafnerberg-Nöstach und Altenmarkt selbst umfasst. Jaaaa, … Ihr lest richtig! St. Corona! Selbst im Urlaub lässt uns das blöde Virus nicht in Ruhe!🙄

Unser nächstes Ziel war der Ort Hafnerberg, wo wir das erste Highlight des Tages nach ca. 3,8km vorfanden.

Die barocke Wallfahrtskirche “Zu unserer lieben Frau” Hafnerberg

Nachdem bereits Mitte des 17. Jh. an dieser Stelle ein Marienbildstöckl die Menschen herbei pilgern ließen, wurde 1729 durch Abt Ildephons von Mannagetta der Grundstein zu einer großen Kirche im barocken Stil gelegt. Erst musste trotz großzügiger Spenden der Bau eingefroren werden, doch dank dem neuem Hauptfinanzier – der Wiener Bürgersfamilie Petras – konnte 1745 das Gotteshaus weitgehend vollendet werden. Die Kirche stellte in der Folge so etwas wie einen Außenposten des Stiftes Mariazell im Wienerwald dar und beherbergt noch heute Skulpturen und Gemälde bedeutender Künstler, z.B. das Kuppelfresko von Joseph Ignaz Mildorfer.

Dieses im Übrigen stellt einen absoluten Höhepunkt barocker Freskenmalerei in Österreich dar. Die neu renovierte einzigartige Johann-Pfliegler-Orgel von 1767 gilt auch als ein besonderes Kleinod und wird auch für barocke Orgelkonzerte genutzt.

Direkt daneben befindet sich die Dorfbox, in der die Einwohner mit Code und App ihre Lebensmitteleinkäufe tätigen können. Für diesen sehr ländlichen Raum eine großartige Alternative für den kleinen Einkauf und für die älteren Menschen eine Bereicherung.

Ganz gemächlich ohne größere Steigung marschierten wir nun für 2 Kilometer durch das Triestingtal.

Dieser Fluss ist ca. 60 Kilometer lang und fließt in die Donau. Und ihr werdet es nicht glauben, er wird auch vom Coronabach (Kein Witz!🙄) gespeist!

Nach einem kurzen Einkauf der Marschverpflegung im Billa (österr. Lidl) mampften wir den von Peter gepriesenen „Leberkas-Semmel“. Joar, war mal was anderes, … aber gegen einen saarländischen „Fleichkäsweck“ keine Chance!

Wir folgten anschließend dem Klosterbach in Richtung Klein-Mariazell. Ein bisschen blöd war das Traben neben und teilweise auf einer Landstraße und der Asphalt, der uns auch nach dem Dörfchen erhalten blieb.

Hier steht aber auch der zweite Höhepunkt der Etappe, die Peter und Sarah ausgiebig innen und außen bewunderten, während Marco draußen wartete, dass sich seine MFA endlich um seine Fussblasen kümmerte.

Wallfahrtskirche Basilika in Klein Mariazell
Klein-Mariazell liegt an der “Via Sacra”, der alten Pilgerstraße von Wien nach Mariazell in der Steiermark. Bereits im Jahre 1136 wurden hier die ersten Gebäude eines Gotteshauses und eines Klosters errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte wurde stetig erweitert, angebaut und in das bestehende Gemäuer integriert. So wurde u.a. die eigentlich im romanischen Stil gehaltene Kirche mit hohem Aufwand barockisiert.

Die Natur kreiert doch die wundervollsten Eindrücke: die Birkenallee, welche sich lichtdurchflutet im Wind wogte. Wir drei waren gleichermaßen berührt.

Endlich pures Wandervernügen! Zahlreiche Aussichten auf das Voralpenland und den Wiener Wald mit Waldpfaden kombiniert begleiteten uns bis kurz vor Kaumberg.

Kaumberg ist eine sogenannte Marktgemeide mit ca. 1080 Einwohnern in Niederösterreich.

Bereits in der Jungsteinzeit besiedelt, wurde der Ort das erste Mal urkundlich erwähnt im Jahre 791. Fakt ist, das erst 1928 die Elektrizität im Dorf Einzug erhielt, während die Stadt Wien schon 1899 die erste Stromversorgung hatte. Hier zeigt sich deutlich das Stadt-Land-Gefälle.

In der Pension Kahrer fanden wir in einem 3er-Zimmer unser kurzfristiges Zuhause, während wir im nahen Café Maria Theresia lecker aßen und Marco den Vogel abschoss … Er gewann bei der 5-Uhr-Tee-Tombola einen Weißbrothut… seht selbst!

Fazit: Kultur pur mit zwei Wallfahrtskirchen und 8km Natur pur mit Aussichten gespickt… was will man mehr?

Zeitraum: September 2022

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