Strauchs Wanderlust

Traumschleife Wadrilltal Tafeltour

Selten so enttäuscht von einer Traumschleife waren wir in Sitzerath auf vorgesehenen 12 Kilometer rund um den Ort. Der offizielle Startpunkt der Wanderung befindet sich auf dem Parkplatz an der Ecke Prälat-Faber-Straße/ Wadriller Straße direkt hinter der Bushaltestelle. Leider haben wir beim Angucken des Fahrplanes vor Ort entdeckt, das am Wochenende keine einzige Verbindung besteht. Unter der Woche kann man von Otzenhausen (Haltestelle Marktplatz) die 629 oder vom Bahnhof Türkismühle die 641 nehmen, leider keine regelmäßige, also stündliche Verbindung über den ganzen Tag verteilt.

Warum enttäuscht?

Beim Laufen im Uhrzeigersinn tappt man fast 70% auf breiten Forstwegen, 20% auf Asphalt, vielleicht 5% auf etwas schmaleren Waldwegen und gerade mal 5% der Strecke auf Singletrails.

Für einen örtlichen Rundwanderweg ist das völlig in Ordnung, aber ein prämierter Wanderweg mit Anspruch sollte andere Kriterien an den Untergrund erfüllen. Wäre die Landschaft abwechslungsreich mit großartigen Aussichten und intakten Wäldern hätte man darüber hinwegsehen können. Stattdessen erlebten wir 4km stupides Geradeauslaufen neben einer Landstraße durch das Wadrilltal, Asphaltlatschen nicht nur in Ortsnähe, das laute Rauschen der Windräder und abgeholzte Wälder. So brennte in uns nur noch der Wunsch, bald am Ziel ankommen zu mögen.

Das einzige Gute, was aber nur durch einen bewussten Abstecher möglich ist, war die Besichtigung der Grimburg.

Die Grimburg wurde im Jahre 1150 erbaut, daraufhin gleich wieder zerstört und gerade 40 Jahre später wieder neu errichtet. Um 1600 fanden auf dem Gemäuer die ersten Hexenprozesse statt, wo die armen Menschen im Hexenturm inhaftiert wurden. In den Wirren des 30-jährigen Krieges wird sie besetzt, verliert den meisten ihrer Bewohner, zerfiel um 1690 und wurde von der Bevölkerung als Steinbruch verwendet. Von 1978 bis heute kümmert sich der Förderverein um den Erhalt und Aufbau der Burggebäude, führt das Burg- und Hexenmuseum in Grimburg und bietet neben Trauungen auch verschiedene Veranstaltungen über das Jahr hinweg an. Nähere Infos findet ihr unter www.Burg-Grimburg.de!

Im Tal der Wadrill entstand um 1703 der Grimburger Hof, der heute eine Gastwirtschaft beherbergt und laut Aussagen von Sarahs Mama einen großartigen Biergarten im Sommer hat.

Zwei weitere kleine Lichtblicke möchten wir Euch nicht verheimlichen: Die Nazareth-Kapelle in Wadrill mit weiter Aussicht und die Durchwanderung durch das Gothbachtal mit Übertritt quer durch das Gewässer.

Ganz in der Nähe findet ihr übrigens auch die Traumschleife Almglück – Die kleine Almrunde (6,6km), welche auch die Option mit einer kleinen Schleife die Grimburg zu besichtigen sowie im Grimburger Hof einzukehren, beinhaltet.

Für die Weit- bzw. Fernwanderer unter Euch: Hier kreuzt auch der Saar-Hunsrück-Steig den Wanderweg. Nähere Infos findet ihr unter www.saar-hunsrueck-steig.de!

Fazit: Die Grimburg zu besichtigen, evtl. in Kombination mit der Traumschleife Almglück, lohnt sich! Die mangelnde Erreichbarkeit per ÖPNV am Wochenende und die leider öde Wegführung dieser Traumschleife hingegen, lassen uns ihr eine seltene, aber klare Absage erteilen.

Zeitraum: Januar 2022

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WEitere Beiträge

Spazierweg Hohenburg

Gerade einmal 3 Kilometer muss man auf diesem kleinen Rundweg überwinden. Startpunkt ist der Wanderparkplatz an der Hohenburg in Homburg/Saar. Mit den…

Traumschleifchen Fischerberg

Diese circa 5 Kilometer lange Spazierrunde startet am Fischberghaus in Beckingen. Dort findet ihr auch Parkmöglichkeiten. Einkehren…

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen