Strauchs Wanderlust

BSR Bliesgau: Alexanderturm Runde

Ca. 210 Höhenmeter sind auf diesem ca. 9km langen örtlichen Rundwanderweg zu bewältigen. Der Startpunkt am Parkplatz befindet sich in Breitfurt am Ende der Böckweiler Straße am Friedhof. Prima ist auch die Anbindung mit dem ÖPNV: Die Buslinie 501 fährt vom Busbahnhof Blieskastel (ca. 10 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Lautzkirchen entfernt) unter der Woche einmal in der Stunde und am Wochenende alle zwei Stunden.

Bei circa 10 Grad und Sonnenschein starteten wir heute Morgen gegen den Uhrzeigersinn den Tag. Wir freuten uns sehr, dass wir erneut im Biosphärenreservat Bliesgau unterwegs sein konnten.

Stetig stiegen wir bergauf, zunächst über Asphalt, dann wieder Schotterweg und schließlich landeten wir oberhalb des Dorfes Breitfurt.

Breitfurt liegt an der Blies und ist zwischen den Bergen Kahlenberg und Kalbenberg eingebettet. Erste Erwähnungen liegen zwischen dem Siebten und 13. Jahrhundert. Der Ortsname selbst geht auf eine breite Furt in der Blies zwischen Breitfurt und Mimbach zurück. Als Keimzelle des Ortes gilt der Kirchheimer Hof, der ein Überbleibsel des ehemaligen Dorfes Kirchheim ist. Heute hat das kleine Dorf ca. 1100 Einwohner und gehört seit ca. 1974 zu Blieskastel.

Angetan von der einmaligen Aussicht über Teile des Bliesgaues genossen wir auf einer Bank diesen Augenblick. Ganz in der Ferne, leicht zu erkennen an der besonderen Form der Kirche, thronte der Ort Biesingen. Zur Linken kam das Dörfchen Wolfersheim auf der anderen Seite der Blies am Fuße des Kalbenberges in unser Blickfeld.

Nach zirka 1,6 Kilometern kamen wir am Kirchheimer Hof an, wo wir versteckt auf die Ottilienquelle stießen. Jene, welche sich wenige Meter nach der Wegbeschilderung zur Rechten befindet, war noch bis 1900 für Wallfahrer, insbesondere aus Lothringen, relevant, die dadurch auf Heilung ihrer Augenleiden hofften.

Wenig später bergan tauchten wir für die nächsten 3,5km in den Wald ein. Allerdings sind davon drei Kilometer fast eben auf breiten Schotterwegen zu laufen.

Es bot uns an diesem Tag zwei Vorteile: im Wald war es recht windstill und die Wintersonne zauberte auf dem nassen Untergrund mystische Muster und Reflexionen.

Aus dem Forst heraus kam das Dörfchen Böckweiler im Tal in Sicht.

Es liegt auf der anderen Seite am Fuße des 411 Meter hohen Kahlenberges. Die Besiedlungsgeschichte des Ortes lässt sich bis in die Keltenzeit zurückverfolgen, urkundlich dokumentiert aber bereits im Jahre 1149. Seine Kirche stammt allerdings aus dem 9. Jh. und besteht aus den Mauerresten einer römischen Villa. Traurigerweise ist von dem Charme des alten Bauerndorfes nur noch wenig erkennbar, da es im zweiten Weltkrieg zum größten Teil zerstört wurde. Der Wiederaufbau erfolgte nach dem Krieg, sodass heute ca. 340 Menschen in dem Blieskastler Ortsteil leben.

Gerade mal 1,4km später lockte uns ein fantastischer Rastplatz zur Mittagspause.

Quasi direkt um die Ecke stand dann der Alexanderturm, welcher vor 1-2 Jahren teilsaniert und erhöht wurde, sodass er jetzt über einen begehbaren Aussichtsplatz verfügt.

Der Turm wurde auf dem Kahlenberg im Jahre 1893 errichtet. Bauherr war der französisch-deutsche Baron Alexandre Jacomin de Malespine, welcher Gutsbesitzer auf dem circa 1,5 Kilometer entfernten Kirchheimer Hof war. Für die 26 Meter hoch brauchte man 141 Stufen um auf die Aussichtsplattform zu gelangen, bei der man bei gutem Wetter circa 50 Kilometer weit ins Umland schauen konnte, sogar die Höhengipfel des Pfälzer Waldes und der Vogesen waren nach Osten hin erkennbar.

Leider wurde das bis dahin beliebte Ausflugsziel im Jahre 1939 ein Opfer des Zweiten Weltkrieges. Er wurde gesprengt, um zu verhindern, dass die französische Artillerie ihn als Orientierungspunkt nehmen konnte. Im Nachhinein stellte sich dies als eine völlig unnötige Zerstörung eines der ältesten und schönsten Kulturdenkmäler des Bliesgaues dar.

Von dort aus führte der Weg ziemlich „batschig“ bergab. Wir waren dank Kathrin von der Saarpfalz-Touristik darauf vorbereitet, da sie gestern Teile des Weges erwandert hatte. Hier noch ein großes Dankeschön an dein Engagement und deine wertvolle Arbeit!

Immer den Berg hinunter – kurze Zeit aber ohne Matsch – verdutzten uns noch zwei Begebenheiten: Die großartige Aussicht auf den Bliesgau und das Ansprechen durch ein ebenfalls wanderndes Pärchen. Die Zwei stellten sich als Zuschauer unserer Wandervideos auf YouTube heraus und wir erfuhren, dass wir sie schon zu dem einen oder andern Wanderweg inspirieren konnten. Ganz liebe Grüße an dieser Stelle an Patrizia und Udo!

Nach einem etwas rutschigen Kilometer erreichten wir unseren Zielpunkt.

Während der Tour stießen wir auch auf andere Wanderwege: Den Fernwanderweg Saarland-Rundwanderweg und den örtlichen Rundwanderweg Böckweiler Runde. Ausführliche Infos findet ihr auf www.saarpfalz-touristik.de und www.saarwald-verein.de!

Fazit: Unabhängig, ob im oder gegen den Uhrzeigersinn, braucht ihr hier eine solide Grundkondition (oder Zeit 😉) um die Hänge des Kahlenberges zu bezwingen. Oben angekommen ist das Wandern aber ein lockerer Genuss mit tollen Aussichten und dem Highlight Alexanderturm.

Zeitraum: Dezember 2022

3 Kommentare zu „BSR Bliesgau: Alexanderturm Runde“

  1. Hallo Sarah,
    Hallo Marco,

    wir haben uns riesig gefreut über die lieben Grüße bei eurem Video über die Alexanderturm Runde
    und hoffen, daß wir uns bald mal wieder über den Weg laufen werden.

    Liebe Grüße von Patricia & Udo

  2. Liebe Grüße zurück, uns hat der Weg auch sehr gefallen, wir sind ihn andersherum gestartet und gefühlt war er dann noch einen Tick anstrengender.

    Patricia & Udo

  3. Der Weg ist alleine wegen des Panoramas ein absoluter Höhepunkt, leider geht es zu Beginn eben, egal wie man wandert fast gleich nach oben – aber das darf uns ja auch nicht abschrecken ! Bei Feuchtigkeit ist der Kalkboden schon etwas rutschig, aber damit muss man beim Kalkboden im Bliesgau wirklich manches Mal rechnen. Aber der Weg dankt es in jeder Hinsicht, wenn man die Höhe erreicht hat.

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