Strauchs Wanderlust

Traumschleife Panoramaweg Perl

Diese einzigartige Tour ist mit ihren 11,9 Kilometern und 300 Höhenmetern in knapp 4 Stunden zu meistern. Startpunkt ist der Wanderparkplatz Rabüscheck (Rabüschheck 3, Perl), alternativ könnt ihr auch den Wanderparkplatz „Aussichtspunkt Dreiländerblick“ (Zum Hammelsberg 26, Perl) anpeilen. Wir empfehlen euch vor 10:00 Uhr mit dem Wandern zu starten, denn an sonnigen Tagen sind die Parkplätze gerammelt voll. Wenn ihr vom Saarland her anreist, könnt ihr den Zug von Saarbrücken aus bis nach Trier nehmen und dort mit der Bahn weiter bis nach Perl.

Gegen den Urzeigersinn trabten wir gemütlich mit stetigem Ausblick in das nebelverhangene Moseltal. Auf der anderen Seite winkte das Land Luxemburg und in der Ferne erstreckte sich Frankreich.

Auf diesem Abschnitt befindet sich eine hohe Dichte an Streuobstwiesen. Regionale Erzeugnisse sind u.a. Viez (also Apfelwein mit Alkoholgehalt von 5 bis 7%), Obstbrände, Tafelobst und Saft. Die Menschen haben den Vorteil dieser robusten Gesellen im Vergleich zum Weinbau erkannt: Sie sind nicht an warme Tallagen gebunden, so dass die Menschen dieser Region eine weitere Einnahme- und Lebensmittelquelle hatten.

Besonders wichtig sind sie als ökologisch wertvolle Lebensräume für seltene Pflanzen- und Tierarten.

Wir befinden uns hier am Rande des Saargaues. Diese alte Kulturlandschaft kennzeichnet sich durch Streuobstbestände, Mähwiesen, Baumgruppen, Heckenzüge und das alles auf Muschelkalkböden.

Wir erreichten nach circa 1,8 Kilometern eine natürlich für diese Jahreszeit schon stillgelegte Wassertretanlage. Die ersten Häuser kamen in Sicht.

Am Ortsrand von Oberperl entdeckte Sarah den Matzingers Hofladen, welcher sogleich – für einen trüben Apfelsaft zu ergattern – genutzt wurde.

Zahlreiche Tafeln informierten uns über die Tradition des Weinbaus in Perl: Seit ca. 2000 Jahren wurde an den Hängen der Obermosel Wein angebaut, d.h. dass sowohl Römer wie auch Kelten hier ihre Spuren hinterließen. Mit ganzen 116 Hektar im grenzenlosen Dreiländereck ist hier die einzige Weinbaugemeinde (Perl, Sehndorf, Nennig) im Saarland. Sie gehört dem Anbaugebiet Mosel an, die für sehr gute Qualitätsweine bekannt ist.

Nun teilten wir uns den Weg mit dem Saar-Hunsrück-Steig, welcher in Perl am Dreiländereck startet.

Er endet nach 410km in Boppard am Rhein. Auf unseren Wanderungen im Hunsrück begegnet er uns immer wieder auf den Traumschleifen. Irgendwann in den nächsten Jahren werden wir ihn etappenweise erwandern, da er gut mit Bus und Bahn erlebbar ist.

Über Singletrails kamen wir dem Naturschutzgebiet Hammelsberg näher. So langsam drängte die Sonne den Nebeldunst beiseite und die Herbstfarben leuchteten um die Wette.

Das Besondere an dem grenzüberschreitenden Schutzgebiet, ist die hohe Anzahl ehemaliger Steinbrüche und Abbauflächen. Sie wurden zu einem Paradies für Insekten und Reptilien. Wir werden auf jeden Fall von Mitte Mai bis Mitte Juni wiederkommen, da dann in bunten Farben eine Vielfalt an Orchideenarten blüht.

Erwähnen möchten wir noch, dass man hier am Rande des Naturparks Saar-Hunsrück wandert. Er liegt auf rheinland-pfälzischen und saarländischem Gebiet und umfasst Landschafts- und Naturschutzgebiete, die schon seit 1980 gepflegt und geschützt werden. Er erstreckt sich von den Höhenlagen des Hunsrücks bis zu den sonnigen Weinbergen an Mosel, Saar, Ruwer und Nahe.

An einer Schutzhütte mit grandioser Aussicht bot sich uns eine Gelegenheit den Apfelsaft zu eliminieren.

Steil abfallend erforderte der Gang zum Dreiländereck Trittsicherheit. Einige Passagen hatten sogar ein bisschen alpines Feeling, zumindest für Sarah.

Dreiländereck? Nun hier treffen die Landesgrenzen von Luxemburg, Deutschland und Frankreich aufeinander. Zudem überquert man immer wieder die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich auf den nachfolgenden Wegen. Wir finden es gut, dass die Bürgermeister der umliegenden 12 Gemeinden und Städte eine enge Zusammenarbeit pflegen. Als Symbol wurde ein großer Sandstein mit einem dreieckigen Fundament mit den Ländernkürzeln D – F – L eingearbeitet.

Nicht nur der Saar-Hunsrück-Steig beginnt in Perl, sondern auch einer der attraktivsten Fernwanderwege im Südwesten: der Moselsteig. Er führt entlang der Mosel von Perl über 365 Kilometer aufgeteilt in 24 Etappen bis nach Koblenz.

Etwas Neues haben wir auch entdeckt: den Moselle³-Trail. Sein Schwerpunkt ist die Geschichte der deutsch-französischen-luxemburgischen Grenzregion. Im nächsten Sommer werden wir ihn in Angriff nehmen.

Nach einem sehr sportlichen, erneut alpin anmutenden Anstieg trotteten wir gemächlich auf einem schmalen Pfad an den Hängen das Hammmelsberges. Neben einem alten Steinbruch mit steiler Abbruchkante erfreuten wir uns an den herrlichen Panoramablicken in das Moseltal.

Upps und schon wieder ein alter Bekannter: der Saarland Rundwanderweg. Ganz neu: der Europawanderweg Nummer 3.

Im Grunde genommen liefen wir jetzt oberhalb unseres Hinweges, so dass hier eine Abkürzung nach links jederzeit zum Parkplatz zurückführt.

Waren wir im Dschungel? Denn jede Menge Lianen, natürlich keine echten, hingen von Bäumen herab und umschlungen die Stämme der Buchen, Eichen und anderer Arten.

Wieder lockte eine offene Fläche die Blicke ins Land. Gemütlich graste eine Rinderherde, während wir neben dem Zaun, hinter dem Zaun und um den Zaun herum unseren Weg bestritten.

Ein Infoschild verriet uns, das sie zum Erhalt der Fauna und Flora dieses Landstriches eingesetzt werden.

Sehr positiv und auch für uns verblüffend stellt das große Angebot an Rastplätzen und Aussichtsmöglichkeiten dar.

Doch waren wir bis zu diesem Zeitpunkt auch kein einziges Mal von der Landschaft enttäuscht, da man um jede Ecke etwas Ungewöhnliches entdecken konnte. Nach den erlebnisreichen 8,2 Kilometern konnten wir uns entscheiden, ob wir über eine kleine Abkürzung direkt zum Startpunkt gelangen oder die Schleife um den kleinen Ort Sehndorf mitnehmen wollten. Im Nachhinein betrachtet wäre es ein gelungener Abschluss gewesen, wenn wir uns für die Abkürzung entschieden hätten.

Versteht uns nicht falsch… Sehndorf inmitten seiner Weinberge ist sehenswert, leider ist nur die Wegeführung bis dorthin ein monotones Trotten auf Waldautobahnen.

Zudem werdet ihr von der nahen – sogar sonntags – stark frequentierten Landstraße beschallt.

Endlich am Auto erinnerten wir uns an die himmlische Idylle im Naturschutzgebiet Hammelsberg.

Fazit: Spart euch die Schleife um Sehndorf! So könnt ihr eine kleine, aber anspruchsvolle Wanderung erleben. Plant auf jeden Fall genügend Zeit ein, da gerade im Naturschutzgebiet Hammelsberg es jede Menge zu gucken gibt und auch ein hoher Anspruch an Trittsicherheit gilt.

Zeitraum: Oktober 2022

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