Strauchs Wanderlust

Bohnental Rundwanderweg

Dieser örtliche Rundwanderweg hat zirka 16 Kilometer. Startpunkt ist der Parkplatz gegenüber der Kirche in der Dörsdorfer Straße in Scheuern. Für alle die mit dem öffentlichen Nahverkehr anreisen: von Saarbrücken aus mit der Saarbahn S1 nach Lebach und dann weiter mit der Buslinie 473. Optimal ist auch, dass es zwei mögliche Abkürzungspunkte bei Kilometer 7,8 und bei 9,6 gibt. Er wird als Innerer Rundwanderweg R2 bezeichnet.

Folgende Orte sind im Bohnental zu finden: Scheuern, Lindscheid, Überroth-Niederhofen, Neipel, Dorf im Bohnental. Hier überschneiden sich auch die Grenzen der Landkreise Wadern und Sankt Wendel. Als einziger Ort gehört Dorf im Bohnental zu Wadern.

Bei strahlendem Sonnenschein starteten wir in der Ortsmitte von Scheuern in der Nähe der kath. Pfarrkirche St. Katharina. Sie ist eine sogenannte „Barockkirche“, welche im Jahre 1912 bis 1914 im neobarocken Stil erbaut wurde und als eine der schönsten Kirchen in der Diözese Trier gilt. Da wir an einem Sonntag unterwegs waren, verzichteten wir auf eine Besichtigung, um die Gläubigen in dem Gotteshaus nicht zu stören. Sie ist von den meisten Punkten im Bohnental als Wahrzeichen sichtbar.

Innerhalb weniger hundert Meter tappten wir schon den ersten Hang hinauf. Wir steuerten direkt auf den Panoramapunkt Rothenberg zu. Er liegt auf circa 450 Höhenmeter und man kann das gesamte Bohnental überblicken.

Die nächsten ein bis 2 Kilometer führte uns ein idyllischer Waldweg, der von breit auf schmal und umgekehrt stetig wechselte, bis an den Rand einer großen Wiese.

An dieser Stelle waren wir unheimlich froh darüber, dass wir wasserdichte Schuhe anhatten. Der noch morgendliche Tau durchkämpfte sich vergebens den Weg ins Innere.

Wir erhaschten uns großartige Ein- und Ausblicke in das umliegende Land. Nicht erwartet, aber mit Freude wahrgenommen!

Bis zum Kilometer 6,7 schlängelte sich der Weg ganz gemächlich und ohne, dass man es groß wahrnahm, bergauf. Unterwegs erkannten wir die Beschilderungen des Fünf-Kreise-Weges, des Primswanderweges und des Gemeinderundwanderweges. Wenig später eröffnete sich schlagartig die Landschaft und hinab ins Primstal schweiften unsere Blicke.

Im Hintergrund rauschten die gewaltigen Windräder, ein leichter Wind umwehte Sarahs bereits strubbelige Haare und Marco floh vor der wohl letzten Hummel dieses Sommers. Wir befanden uns auf der Langheck. Dieser Höhenzug hat maximal 502 Hm und bietet Ausblicke in den Hochwald und ins südliche Saarland.

Parallel mit dem Johannes-Kühn-Weg und der Traumschleife Primstaler Panoramapfad schaufelten wir unsere nächsten Kilometer auf das Wandertacho.

Sanfte Wolken, ein bisschen dunstig die Sonne versteckend, erlaubten uns unsere Jacken in den Rucksack zu stopfen.

Erneut passierten wir einen weiteren Aussichtspunkt, an dem Marco vorwitznasig Sarah beim Lesen störte. Genial war auch, dass man an diesem Punkt einen gleichzeitigen Umblick in beide Täler hat.

Zum ersten Mal hat sich der Geologische Wanderweg Dorf im Bohnental in unser Bewusstsein geschlichen. Er hat etwa 9,3 Kilometer. Nach einer Minipause auf einer genialen Bank marschierten wir gemütlich hinab ins Tal.

Am Ortsrand von Dorf im Bohnental entdeckten wir das Gasthaus Kallenborn. Eigentlich wollten wir nur was trinken, aber es roch so lecker aus der Küche, dass wir hier unser Mittagessen einnahmen. Wenig später gesellte sich die Wirtin persönlich zu uns. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen.

Wir überschritten vollgefuttert einen kleinen Bach innerorts, der uns direkt nach Neipel hinein lenkte. Im Dorf selbst wies uns ein Schild auf das Haus am Mühlenpfad hin. Es ist ein um 1842 erbautes Bauernhaus, das seit 1997 das Heimatmuseum für die örtliche Geschichte des Schaumberger Landes beherbergt.

Ein kurzer Rundlauf – oberhalb von Neipel – steil den Hang hinauf ermöglichte uns neben zwei Schutzhütten den Panoramapunkt Neipel zu erkunden. Erneut wurde hier eine kleine Sinnesbank und ein gepflegter Rastplatz mit Panoramatafeln errichtet.

In Neipel eingetroffen, schickte uns die Beschilderung über eine Asphaltstraße und später einen kleinen asphaltierten Weg quer bis zum Ortsrand. Aus dem Ort heraus schafften wir es „gerade so“ den gleichen Bach wie zuvor zu überbrücken.

Die letzten 1,5 Kilometer schlenderten wir gemütlich den letzten sanften Aufstieg in Richtung Scheuern. Die Kirche St. Katharina winkte uns fröhlich in Richtung Auto.

Fazit: Selten haben wir einen so stimmigen örtlichen Wanderweg erlebt! Geeignet für Wanderanfänger, durch seine Abkürzungsoptionen und natürlich auch für jeden der Aussichten zu schätzen weiß. Kultur und Einkehr kommen hier auch nicht zu kurz.

Zeitraum: Oktober 2022

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