Strauchs Wanderlust

Traumschleife Rund um die Kama

Diese Tour bietet auf seinen 6,2 Kilometern enorme Abwechslung. Gegen den Uhrzeigersinn startet sie in der Nähe des Gasthauses Kammerhof.

Wir haben lange gesucht und gerätselt, was „Kama“ bedeuten soll. Hier die Lösung: Die Kama heißt eigentlich richtig Kammerwoog und so bezeichnet man in Idar-Oberstein einen Abschnitt des Nahetals zwischen Idar-Oberstein und dem Stadtteil Enzweiler. Auf einer Fläche von 49ha ist die Gegend unter dem Namen „Kammerwoog-Krechelsfels“ als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Vom Bahnhof in Idar-Oberstein aus folgten wir für circa 1,2 Kilometer der Zuwegung zum Startpunkt. Große Teile des Rundweges hatten wir schon auf dem Nahesteig kennengelernt.

Unterhalb des Hanges, auf dem die Klotzbergkaserne steht, wanderten wir um die wildgeschwungene Schleife der Nahe.

Im Vergleich zur Traumschleife Edelsteinschleiferweg, welche wir am Vortag liefen, war es hier angenehm still.

Wir hörten die Vögel zwitschern, die Nahe gluckern und das Knirschen unserer Sohlen auf dem steinigen Untergrund.

Große Felsüberhänge verbargen des Öfteren den Blick auf die nächste Biegung und so eröffneten uns stets neue Eindrücke.

Das wir durchgängig für zwei Kilometer auf Singeltrails unterwegs, waren muss man hier positiv betonen.

Dann erblickten wir die „Achatschleife in der Burr“. Sie wurde im Jahre 1850 als sogenannte Doppelschleife, also zwei Häuser mit je vier Steinen, erbaut. Ihre Bedeutung verlor sie nach dem zweiten Weltkrieg als mit Einführung des elektrischen Stromnetzes die Wasserversorgung als ineffektiv angesehen wurde. Zuerst verfiel die rechte Schleife, dann im Jahre 1937 auch die linke. Zu diesem Zeitpunkt verließen die letzten Schleifer die „Hoppstädter Schleife“.

Übrig blieben die 2003 freigelegten Grundmauern.

Zum ersten Mal richtig bergan in wunderschönen geschwungenen Serpentinen erreichten wir einen Aussichtspunkt. Hier entstand auch eine kleine Schutzhütte mit Rastplatz am Enzweiler Tunnel.

Ein blaues Schild informierte uns darüber, dass man bei Ausgrabungen die Grundmauern eines römischen Gutshofes, eine sogenannte Villa Rustica aus dem 1. – 3. Jahrhunderts nach Christus ausgebuddelt hatte. Man fand Keramikscherben, römisches Fensterglas und auch Fragmente eines Wasserleitungsrohres aus Blei. Regional angehaucht! Denn Fragmente von Schieferplatten bezeugen das das Dach mit Schiefer gedeckt war.

Am Ortsrand von Enzweiler trafen wir zum ersten Mal auf ein kurzes Stück Asphalt.

Direkt hinter dem Sportplatz allerdings trabten wir gemütlich wieder auf weichen Untergrund und genossen die zunehmend knorrigen Eichen und die kleinen Ausblicke ins Nahetal.

Bei etwa 3,5 Kilometer genoss Sarah das freizügige Baumeln der Füße auf der Baumelbank.

Sanft bergab passierten wir den Hang ins Nahetal, wo wir an der Eisenbahnbrücke Saarbrücken-Mainz die Talsohle erreichten.

Wir traten in den strahlenden Sonnenschein hinaus, untertunnelten die Brücke und waren schwupps zurück im Grünen.

Dann öffnete sich das schützende Dach der Flora, sodass ein kurzer Spaziergang über ein offenes Feld uns auf den Nahe-Radweg geleitete.

Vor uns lag der Krechelsfels.

Er gehört zum Naturschutzgebiet Kammerwoog-Krechelsfels, das mit seinen 49ha für seine Vielfalt an Lebensräumen bekannt ist. Neben botanischen Raritäten hat sich hier auch ein Wanderfalkenpaar zum Brüten eingefunden.

Über die „Blaue Brücke“ überquerten wir die Nahe, wanderten zum ersten Mal für 300 Meter auf einem Forstweg und schätzten uns glücklich auf einem Trampelpfad ins Dickicht verschwinden zu können.

Zu unserer Überraschung zog sich dieses letzte Stück konsequent durch beschatteten Wald mit steilaufragenden Felswänden und dem Rauschen der Nahe links neben uns.

Wir verließen den Weg beim Überschreiten der Wehrmauer. Sie wurde zum Schutz von Idar-Oberstein vor Flut und Eis errichtet.

So beendeten wir gemütlich mit einem kurzen Trab unseren Tag in Richtung Bahnhof. Noch eine kleine Info: Nach Saarbrücken fährt hier alle 60 Minuten die Bahn.

Fazit: Eine gemütliche Traumschleife, die wunderschöne Natur durchläuft und auch für Anfänger geeignet ist. Als besonderen Bonus sehen wir die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

Zeitraum: Juli 2022

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