Strauchs Wanderlust

Premiumw. Hauensteiner Schusterpfad

Heute am ersten Tag unserer Pfalz-Osterreise eroberten wir uns diesen circa 15 Kilometer langen Rundweg. Leider findet Ihr am offiziellen Start keinen Wanderparkplatz, aber ihr könnt an Feiertagen und sonntags auf dem Parkplatz des angrenzenden Supermarktes parken. Einen Alternativeinstieg mit Parkmöglichkeiten findet Ihr am Hauensteiner Bahnhof.

Frohgemut marschierten wir direkt zu Beginn im Uhrzeigersinn auf einem kleinen, serpentinenartigen Pfad durch einen Riss des großen steinernen Felsdurchbruches.

Oben auf dem vorderen Felsen wehte ein Fähnlein munter im lauwarmen Wind.

Die Kraft der Sonne wärmte unsere Körper, sodass wir schon um 09:00 Uhr morgens unsere Fleeceweste loswurden. Was für ein toller Tour-Auftakt so früh nur mit nem T-Shirt wandern zu gehen!

Singletrails führten uns leicht bergan zum sogenannten Felsentor.

Unterhalb von uns erwachte an diesem Karfreitag Hauenstein.

Wir flanierten stauend neben dem Nedlingfelsen her, bevor wir eine ausgeschilderte Abzweigung folgten.

Uns erwartete eine fantastische Fernsicht mit besterntem Gipfelkreuz und beflaggtem Fels. Einfach genial!

Sanft bergab brachte uns ein Trampelpfad an den Ortsrand von Hauenstein. Wir überquerten eine Landstraße und erfreuten uns an den bunten Ostergruß der Stadt.

Wenige Augenblicke durchschritten wir ein gepflegtes Wohngebiet, bevor wir auf das Gewanne „Neue Äcker“ gelangten. Dies ist eine besondere Flurform, die mit der Einführung der Dreifelderwirtschaft begann. So wurden schmale, streifenartige Ackerstücke ausgewiesen, dessen Länge mindestens das 10fache der Breite betrug. Vorteil war, dass man mit den Fluggespannen nur wenige Wenden brauchte. Diese Gewannfluren sind typisch für den Südwesten Deutschlands. Laut einem Schild versteckte sich auch irgendwo ein Rauhbergblick, leider verstecke er sich auch vor uns!

Richtig anstrengend wurden es auf den nächsten Kilometern. Wir kraxelten über Wurzelwerk, verschiedengroße „Wacke“ (saarländisch für Steine) und weichem Waldboden.

Eine Beschilderung lockte uns für einen kurzen Abstecher zum Kreuzelfelsen und dem danebenliegendem Felsentisch. Erneut wurden wir mit einer großartigen Fernsicht belohnt, gewannen noch ein paar Pfälzer Gesprächspartner.

Keine 300 Meter ragte der Kahlerfelsen mit seinen bizarren Bundsandsteinschichten. Der gegenkommende bekannte Pfälzer warnte uns vor der Absturzgefahr. Es war bereits ein Trauerkreuz aufgestellt. Trotz allem wagten wir uns vorsichtig an den Rand des Abgrundes.

Kaum 800 Meter weiter bot uns der Weg den Abzweig zum Dörreinfels an.

Kaum auf dem Weg versprach uns der beleibte bekannte Pfälzer einen tollen Felsen, auf dem ein Bonsai throne. Dieses Kleinod haben wir sogar gesichtet!

Und schon wieder 500 Meter zeigte uns ein Schild mit Fliehburg Backelstein die Richtung zum nächsten Höhepunkt an. Ganz entspannt über Marcos Erzfeinde, den Stufen, erklommen wir diesen Felsvorsprung.

Danach wechselten wir auf einen breiten Waldweg, wo uns rechts uns links Kiefern mit ihrem einzigartigen Geruch begleiteten. Wenig später bekam Marco Heimatgefühle: Der Hühnerfelder Bub kam zum Hühnerstein. Und prompt krabbelte er munter die steile Metalleiter, welche röhrenförmig nach oben führt, hinauf.

So langsam bekamen wir Hunger! Zu allem Überfluss wehte uns die Luft einen vorzüglichen Essenduft vom nahen Wanderheim Dicke Eiche entgegen. Traditionell wird an Karfreitag in katholischen Gegenden kein Fleisch gegessen und so war auch die Karte daran angepasst. So schlemmten wir leckere Erbsensuppe und Lachsbrot, gemeinsam mit alkoholfreien Weizen. Zwei Stück Kuchen schafften wir auch noch!

Da Marco immer Leute kennen muss, trafen wir auch noch auf Claudia und Christoph. Ganz liebe Grüße an Euch!

Auf breiten Weg, der leider geschottert war, stapften wir bis zum Winterkirchlein. Hier gab es zwei lange Ziehleinen, mit denen man ein Glockengeläut erzeugen konnte. Logisch haben wir Spielkinder daran gezogen!

Ihr wisst ja, dass Marco zertifizierter Drohnenpilot ist, der sich immer an alle Regeln u.a. mit Hilfe der Droniq-App (von der deutschen Flugsicherung betreut) hält. So darf man u.a. in Naturschutzgebieten nicht fliegen. Den Hinweis wollten wir einem Vater-Sohn-Gespann mitteilen, aber es war ihnen Wurst, dass sie beim Erwischen Strafen riskieren (LuftVO §21h Absatz 3 Punkt 6).  Jeder ist seines Glückes Schmied!

Wenig später erfolgte ein stetiger Wechsel von Singletrails und Forstwegen. Einzig allein der Trifelsblick bot ein wenig Abwechslung. Hier trafen wir auch ein freundliches Paar aus dem Bayrischen Wald. Wir staubten ein nettes Gespräch und Marco einen Ingwerkeks ab.

2,5 km vor dem Ziel kam noch einmal etwas zum Gucken: das Hängeler Brünnel. An diesem Born kosteten wir das frische, kühle Nass.

Durchgängig bergab kamen wir auf der anderen Seite des Felsendurchbruches heraus und genossen die letzte Aussicht des Tages. Weiter unten wartete Sarahs treuer, blauer Paul auf uns.

Fazit: Auf den ersten 8 Kilometern reihten sich die Highlights aneinander. Ab dem Winterkirchlein geht es nur noch darum nach Hauenstein zurückzukehren. Das nächste Mal würden wir die Tour gegen den Uhrzeigersinn bestreiten. Ihr solltet auch Zeit und zusätzliche zwei Kilometer einplanen, Trittsicherheit und mittlere Kondition nicht vergessen.

Zeitraum: April 2022

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