Strauchs Wanderlust

Traumpfad Rheingoldbogen

Überraschenderweise liefen wir heute den Traumpfad Rheingoldbogen, der mit seinen 12,6 Kilometern am Friedhof Brey startet. Die offizielle Empfehlung ist das Starten gegen den Uhrzeigersinn, aber vertrauten auf die Erfahrung von Sascha und Fely vom YouTube-Kanal Sascha’s Wanderblog, also gegen den Uhrzeigersinn.

Es stellen sich zwei Fragen: Wie kam es dazu, dass wir vier gemeinsam unterwegs waren und warum nicht die geplante Traumschleife Rheingold?

Gemeinsam mit Fely planten wir seit Wochen heimlich einen Überraschungsbesuch für Sascha. Wir lockten früh morgens als „Post“ getarnt Sascha an die Haustür und brachten ihn so total aus dem Konzept. Er freute sich wie ein Schneekönig! Da wusste er noch nicht, dass wir ihm am nächsten Tag auf den Keks gehen würden! 😉

Nach einer ausgiebigen Fütterungsrunde à la Fely starteten wir unsere Wanderung. Hier begann das Missverständnis: So hatten wir beide die Traumschleife im Kopf, die anderen den Traumpfad. Glücklicherweise entschlossen wir uns spontan mit einem anstatt zwei Autos zu gurken. Sonst hätten wir an unterschiedlichen Startpunkten aufeinander gewartet.

Also ging es gemeinsam los! Über einen Wiesenweg stiegen wir zuerst sanft bergan. Wir tappten langsam und gemütlich am Pavillon Marksburg-Blick vorbei und konnten sie tatsächlich auf der anderen Rheinseite entdecken. Sie ist übrigens die einzige unzerstörte Höhenburg am Mittelrhein.

Kurz dahinter überquerten wir die schmale Landstraße zwischen Spay und dem kleinen Ort Siebenborn. An den Hängen der Rheinschleife kraxelten wir empor zur Muttergotteskapelle.

Diese wurde 1930 erbaut und ist der Frömmigkeit der Spayer Bürger zu verdanken. Die Instandhaltung der Wanderwege und der Baumpflege um die Kapelle herum wird in ehrenamtlicher Arbeit von ihnen übernommen.

Wenig später erreichten wir die Theoretikerhütte. Hier pausierten wir kurz, kraulten Rocky und Luna und die Jungs spielten mit Marcos Drohne.

Fast 2 Kilometer lockten rechts und links blutrote Kirschen die Fely in die hohen Wiesen.

Langsam und bedächtig durchschritten wir auf breiter Flur diese Hochebene.

Streuobstwiesen, Roggen- und Weizenfelder und ein traumhafter Himmel begleiteten uns auf diesem Wegeabschnitt, untermalt von Felys stetigem Schmatzen und Entzücken.

Von nun an rückte der Rhein in unser Blickfeld. Über 3 Kilometer hinweg wandelten wir in den Weinbergen.

Unsere Blicke schweiften bis zur bekannten Rheinschleife bei Boppard. Diese Gegend nennt man den Bopparder Hamm.

Hier möchten wir Euch noch empfehlen diese Strecke nicht im Hochsommer zu bestreiten, denn die Sonneneinstrahlung ist enorm und die Sonnenbrandgefahr hoch (Sarah bemerkte es zuerst!).

1,5 Kilometer erst über Singletrails und dann über breite Schotterwege brachten uns zum Kloster Jakobsberg. Das Kloster ist noch aktiv. Die Benediktiner bieten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Kurse und Wochenenden zur spirituellen Bildung an. Nebenan befindet sich noch ein Golfhotel.

Kurz dahinter verbrachten wir unsere „Mittagspause“ an einem Kinderspielplatz.

Auf der etwas baufälligen Bank konnten wir mit wippenden Bewegungen selbst zum Spielkind werden.

Durch einen lichten Laubwald wanderten wir stetig bergab. Der Weg wurde von den Laubbäumen heimelig überdacht, während um uns herum die Vögel um die Wette zwitscherten.

Bei Kilometer 10,5 leuchteten uns unsere Augen: Eine mega Aussicht ins Rheintal und eine äußerst große Hollywoodschaukel für die Mädels.

Natürlich durften die Jungs mit der Drohne rumfliegen.

Wenig später kamen wir ins Tal des Breyer Baches. Hier befindet sich im Talgrund ein Fußballplatz und dahinter eine römische Wasserleitung.

Sie wurde durch Zufall während des 2. Weltkrieges entdeckt und in den Jahrzehnten danach archäologisch untersucht. Sie versorgte eine römische Villenanlage im heutigen Ortskern von Brey mit Wasser.

Der Tag forderte seinen Tribut: Alle waren durchgeschwitzt und hatten Kohldampf. Fely delegierte per Telefon das Kartoffelkochen durch den Zuhause gebliebenen Sohn (Ganz liebe Grüße hier an dich und ein Merci!). Wir schleppten uns mit Fernblicken am Ende leicht bergab in Richtung Startpunkt.

Fazit: Diese leicht zu begehende Tour bietet neben fantastischen Ausblicken auf Burgen und Vater Rhein auch großartige Rastplätze und historische Besonderheiten. Nur im Hochsommer solltet Ihr auf ausreichenden Sonnenschutz und Trinkwasser achten.

Zeitraum: Mai 2022

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