Strauchs Wanderlust

Neckarsteig, Etappe 06/09

Diese Etappe von Neunkirchen bis nach Neckargerach ist mit seinen 18 Kilometer einer der längsten Etappen. Wir empfehlen aber die Etappe bei etwa 8,2 Kilometern abzukürzen und unterhalb der Minneburg die Füße in Richtung Neckargerach zu schwingen. So könnt Ihr den Tag gemütlich in Neckargerach ausklingen lassen.

Vom Hotel Stumpf waren wir begeistert, wurden es sogar als die luxuriöse Bleibe auf unserem Fernwanderweg bezeichnen. Hier gibt es ein Spa mit Sauna, Schwimmbad und Wellness-Bereich. Dass ganze Ambiente ist modern und gleichzeitig gemütlich, die Mitarbeiter herzlich. Allein das Frühstücksbüffet war echt der Hammer! Auch Sabine und Anne, die am selben Tisch mit Kärtchen platziert wurden, waren von dem Frühstücksbuffet begeistert.

Vollgestopft, gut ausgeruht und mit Lunchpaket im Rucksack bewaffnet, starteten wir unseren Tag. Wieder hoch in den Wald, marschierten wir durch das üppige Grün auf schmalen Pfaden. Hier passierte es: Sarah, der Schussel, vergaß dass die Sonnenbrille sich auf ihrem Hut befand, dachte sie habe sie im Hotel liegen lassen und flitzte wie der Teufel drauf los. Fünf Meter vor dem Hotel fiel sie beim Bremsen mit Schwung vom Hut vor ihre Füße! Sowas Dämliches!

Also retour und von vorne!

Die nächsten Kilometer sollten leider sehr eintönig werden. Schade eigentlich, denn der lichte Laubwald und einige versteckte Aussichten ermöglichten es uns unserer Sinne von der Waldautobahn abzulenken.

Auf diesem ganzen Wegeabschnitt liefen wir vorbei an unzähligen kleinen Schutzhütten, die aber teilweise ziemlich sehr renovierungsbedürftig wirkten.

Nach circa 3,5 Kilometern entdeckte Marco ganz versteckt an einem Baum den Hinweis auf den sogenannten Schlossblick. Von diesem Pavillon aus, kann man ins Neckartal hinab auf das Schloss Zwingenberg schauen. An dieser Stelle müsst ihr aber gut achtgeben, denn es war so unauffällig aufgehängt, dass wir es fast übersehen hätten.

Nach 8,2 Kilometern erreichten wir die Minneburg. Wir dachten: „Endlich eine Burg zum Erkunden!“ Aber Pustekuchen! Wieder wegen Einsturzgefährdung geschlossen!

Erst die breiten öden Wege und dann der verwehrte Eintritt in die Burg, zogen unsere Laune in den Keller. Einzig die Fernsicht ins Neckartal auf Neckargerach und lustige Tatsache, dass parallel mit uns zwei Reiterinnen eintrafen, sorgte bei unserer kurzen Pause für eine willkommene Abwechslung.

An dieser Stelle findet ihr auch die obengenannte Abkürzung.

Aber Strauchs Wanderlust gibt niemals auf! Und so marschierten wir die nächsten 10 Kilometern auf breiten Forstwegen um den Mittelberg herum.

Der Mittelberg ist der abgeschnittene Teil einer ehemaligen Neckarschleife, welche vor circa 160 Jahren durch Wasser und Erosion abgegraben wurde.

Obststreuwiesen und sanfte Hügel erinnerten uns an einige Punkte im Sankt Wendeler Land und offenbarten uns so das einzige Highlight dieser Etappe: Aussichten.

Am Scheitelpunkt dieser Schleife findet ihr den Ort Neckarkatzenbach. Es gibt dort leider keine Einkehrmöglichkeiten unter der Woche, nur samstags und sonntags hat man die ein oder andere Option.

Hunger quälte Sarah und so rasteten wir an einer liebevoll restaurierten Schutzhütte, samt kleiner Grille auf dem Tisch.

Am Ende dieser Schleife kamen wir in Gutenberg an.

Wir tappten hungrig am Neckar entlang während Apfelbäume vollgepackt das Landschaftsbild beherrschten. So nahe waren wir bisher dem Neckar selten gekommen.

Sogar ein riesiges Ausflugsschief brummte friedlich an uns vorbei.

In Gutenberg überquerten wir den Neckar. Auf dieser unheimlich langen Brücke überwand Sarah kurzfristig ihren „Bammel“ (Angst) um ein Tippi-Dorf auf den nahen Zeltplatz zu bestaunen.

In der Altstadt von Neckargerach trafen erneut auf Sabine und Anne, Martin und Silke (Herzliche Grüße an Euch vier!). Bei Kaffee, Kuchen und Kakao (Marco) ließen wir für gut eine Stunde den Wandertag ausklingen. Wir erreichten das etwas in die Jahre gekommene Hotel Grüner Baum.

Fazit: Schnurrgerade breite Wege dominieren diese Etappe. Zwar habt Ihr Aussichten um Mittelberg herum, aber eine gesperrte Burg und die stupide Tabberei bieten kaum Reiz für die Sinne. Wir empfehlen Euch diese Etappe an beschriebener Stelle abkürzen.

Zeitraum: Februar 2021

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