Strauchs Wanderlust

Saar-Mosel-Weg, Etappe 03/14

Wir nutzten die Sturmpause, um an diesem sonnigen Tag die dritte Etappe zwischen Zweibrücken und Blieskastel in Angriff zu nehmen. Circa 15 Kilometer trennten uns unsere Autos voneinander, eines stand in Zweibrücken in der Rosengartenstraße und das andere in Blieskastel auf dem großen Parkplatz in der Bahnhofstraße.

Noch mit kaltem Wind um die „Gummer“ (Nase) starteten wir früh morgens von der Rosengartenstraße in Zweibrücken aus quer durch die Innenstadt. Recht belebt für samstags morgens um 09:00 Uhr leitete uns die Navigation vorbei am Zweibrücker Hauptbahnhof.

Die Autobahn zu unseren Linken, das Industriegebiet zu unserer Rechten trotteten wir fast 2 Kilometer lang durch die „Gottlieb-Daimler-Straße“. Im Kreisel untertunnelten wir die A8 und gelangten in den Ortsteil Bubenhausen.

Die recht breite Hornbach begleitete uns nun durch die Straße „Unterer Hornbachstaden“. Endlich bogen wir linker Hand in ein Wohngebiet ein, an dessen Ende der stets sichtbare bewaldete Bergrücken in greifbarer Nähe rückte. Er hatte uns bereits am Hauptbahnhof freundlich zugewunken.

Der erste Anstieg des Tages brachte uns vorbei an wilden Schneeglöckchen, einem stetig fließenden Bächlein mitten auf dem Wege und den stetig wiederkehrenden roten Punkt der Wegebeschilderung.

Gute 80 Höhenmeter in 1,4 Kilometern brachten uns in die Nähe des Rosenhofes.

Nun standen wir mitten auf der innerdeutschen Grenze der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland.

Eine ziemlich matschige Umleitung, welche verhindert das jeder durch den Rosenhof latscht, ließ uns kurzfristig Freundschaft mit ein paar Kühen schließen. Zwar verschmähten sie das angereichte trockene Gras, liefen aber bis zum Ende der Heide muhend und springend hinterher.

Nachdem wir Asphalt unter den Füßen verspürten, kam auch das einzige Highlight dieser Etappe in Sicht.

Die Guldenschlucht. Aber gesperrt! Herrje, … aber Sicherheit geht nun mal vor und so mussten wir den Umweg in Kauf nehmen.

Die Guldenschlucht ist zwar nur 400 Meter lang, aber mit kleinen Stegen, Leitern und einem felsigen Untergrund versehen.

Es ist alles baufällig, morsch und seit einigen Jahren nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Schade! ☹

Unser Umweg war trotz allem sehr abenteuerlich. So erschwerten uns umgestürzte Bäume, kaum merkliche Pfade und ein rutschiger Boden das Vorrankommen. Aber es machte Spaß! Im Nachhinein betrachtet, hätten wir auch die sichere Route wählen können. Aber no risk, no fun!

So überquerten an der Talsohle die Landstraße nach Wattweiler und der nächste Aufstieg begann.

Bevor es schwierig wurde, erlöste des Rucksackes Inhalt Sarah von ihrem Hunger und Marco erkundete die nahe Umgebung.

Der „Vergessener-Weg-Status“ dieser Tour zeigte sich hier deutlich: Zweimal mussten wir unsere Ausrüstung vom Rücken nehmen, um unter und über Baumstämme hinweg zu kommen… einige tote Äste wegdrücken, um uns den Weg zu bahnen…  genau den Boden studieren, um die Wegeführung nicht zu verlieren.

Witziger Weise waren auf dieser kurzen Strecke die Bäume fast übersäht mit roten Punkten.

Oben angekommen begann ein gemütlicher Wegeabschnitt. Ungefähr 1,5 Kilometer lang wärmten die Sonnenstrahlen durch den winterlichen Wald hinweg unsere kühlen Wangen und die breite Waldautobahn empfanden wir mal als willkommene Abwechslung.

Ein Wechsel des Untergrundes ermöglichte uns leicht verschlammt zum Bolmer Brunnen zu gelangen.

Hier hat ein Gerd Schmidt im Jahre 2021 eine solide Bank gezimmert, sich mit einer Plakette verewigt und uns so eine Trinkpause gestattet. Der Brunnen liegt am Ende eines Kerbtales.

An dessen westlichen Hang liefen wir in Richtung Bliestal fast bis zum Talgrund.

Wir zuckelten im gemächlichen Schritt voran.

Die laublosen Bäume ließen uns weite Blicke auf die übernässten Wiesen der Bliesauen und bis nach Bierbach erhaschen. An dieser Stelle ganz liebe Grüße an Conny und Martin vom YouTube-Kanal Bierbacher auf Wandertour.

Nach 4 Kilometern auf diesem Wegeabschnitt kam der Ortsrand von Webenheim in Sicht. Dieser kleine Ort gehört mit seinen 1250 Einwohnern zu Blieskastel und wurde im Hochmittelalter gegründet. Von weitem sichtbar ist die 1866 erbaute Martin-Luther-Kirche, die eines der Wahrzeichen des Ortes ist.

Für uns Saarländer ist Webenheim allerdings für den „Webenheimer Bauernmarkt“ berühm. Mit Landwirtschaft und deren Erzeugnissen hat dieses Fest aber nichts mehr am Hut, sondern stellt eher eine Art Jahrmarkt dar (saarländisch „e Kerb“).

Wir fanden es richtig großartig, dass wir uns nicht entlang der Hauptstraße quälen mussten. Wir konnten über den „Stadtpfad“ durchs „Grüne“ bis wir kurz vor die Bliesbrücke gelangten. Von dort aus war es nur noch ein Katzensprung nach Blieskastel und zu unserem roten Flitzer.

Hungrig kehrten wir in das vegane Restaurant „World Food Trip“ ein. Wir futterten uns mit Burger und Wrap die Bäuche voll. Es war so lecker, dass wir wieder kommen werden!

Fazit: Es wurde uns das einzige Highlight verwehrt, aber nichtsdestotrotz landschaftlich wieder reizvoll und abwechslungsreich. Ihr solltet aber Trittsicherheit und Abenteuerlust mitbringen!

Zeitraum: Februar 2022

1 Kommentar zu „Saar-Mosel-Weg, Etappe 03/14“

  1. Martin (YouTube: Bierbacher auf Wandertour)

    Wie, kein Eis am Ende? Aber ein Veggie-Burger schmeckt auch sehr gut 😉 Es ist ein Jammer, dass die wunderschöne Gildenschlucht nicht mehr für Wanderer zu begehen ist (es sei denn er riskiert Kopf und Kragen). Als ich zum letzten Mal auf der anderen Seite hoch gelaufen bin hatte ich auch eine richtige Schlammschlacht schlagen müssen. Es war so rutschig und steil, dass ich mich an Bäumen und Ästen entlang hoch hangeln musste 🙁 Gerne hätten wir euch bei der Tour vor unsrer Haustür begleitet. Eine Wanderung in der Sturmpause hätte uns auch gefallen 🙂 Viele Grüße aus Bierbach…

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