Strauchs Wanderlust

Saar-Mosel-Weg, Etappe 01/14

Unser neues Frühjahrsprojekt wird uns über 220 Kilometer von Bruchmühlbach-Miesau über Zweibrücken, den Bliesgau, die saarländische Hauptstadt Saarbrücken ins Nordsaarland und schließlich zur Porta Nigra in Trier führen. Der Saar-Mosel-Weg wurde bis 2019 vom Saarwald-Verein betreut, musste aber leider mangels Nachwuchses vom Verein aufgegeben werden. Wir stufen ihn daher als sogenannten „Vergessenen Weg“ ein und möchten ihn der Nachwelt in Komoot als Track zur Verfügung stellen.

Der Startpunkt befindet sich am Bahnhof des Ortes Bruchmühlbach-Miesau, wo Ihr auch kostenlose Parkplätze zu finden sind. In Kleinbundenbachendet diese etwa 17 Kilometer lange Etappe am Friedhof am Ende der Friedhofstraße.

Endlich strahlender Sonnenschein im Nacken folgten wir einer noch vorhandenen Beschilderung über die Ludwigsstraße in die Waldstraße an deren Ende wir endlich in den Forst eintauchten. Wir stießen auf den Wanderweg „Sagenhafter Waldpfad“, der mit rund 18 Kilometern sehr empfehlenswert ist.

Den Ortsrand im Blick und die nahe Autobahn im Ohr hielten wir zur Überquerung der Landstraße zwischen Lambsborn und Miesau kurz an, setzten über und steuerten auf die uns bekannte Elendsklamm zu.

Breite Forstwege, deren Schlamm glücklicherweise gefroren war, brachte uns zu diesem spektakulären Naturdenkmal.

Diese 3 Kilometer lange Schlucht wird vom Frohnbach durchflossen und hat in seiner Historie so aller Hand Grenzerfahrung sammeln können. Das Wort Elend kommt aus dem Althochdeutschen und bedeutet im heutigen Sinne „im Fremden“.

Beim Durchschreiten der Schlucht erklommen wir Marcos allerliebste Kameraden, die Stufen.

Immer bergan auf schmalen Waldpfaden eroberten wir Schritt für Schritt die Höhe. Bisher konnten wir immer vereinzelt alte Wegmarkierungen erkennen, doch nach 3,7 Kilometern wären wir ohne Navigation komplett falsch gelaufen.

Unser weiterer Weg verlief oberhalb der Elendsklamm, bevor wir in einer großzügigen Kurve kurz vor Martinshöhe auf eine Landstraße stießen.

Hier an dieser Stelle waren fantastische Fernsichten zu ergattern.

Circa 400 Meter entlang der Landstraße marschierten wir direkt zu dem kleinen Ort Martinshöhe.

Dieses Dorf liegt auf der Sickinger Höhe, wurde im Jahre 1335 erstmals erwähnt und war kurzfristig einmal Teil des Bezirksamtes Homburg bis ins Jahre 1920 (also doch ein bisschen Saarland in der Pfalz 😉).

Ganze 1,8 Kilometer über Asphalt bis ans Ende des Ortes gönnte uns die Wegeführung. Mitten im Ort befand sich auch der höchste Punkt der Tour mit circa 460 Höhenmetern.

Von nun an gings bergab schnurstracks durch das Wiesental des Wiesbaches.

Einsamkeit, stille Einkehr und sanfte Natur erlebten wir auf diesen 3 Kilometern. Keine andere Menschenseele durchschritt zu diesem Zeitpunkt das idyllische Kleinod und störte seinen Frieden. Eine alte Mühle, die sogenannte Pletschmühle lag ganz am Anfang des Tales und sollte bis an den Ortsrand Wiesbach das letzte störende menschliche Merkmal sein.

Am Ortsrand von Wiesbach streckte langezogen die Schulstraße bis zur katholischen Kirche, wo wir an einer gezimmerten Bank endlich einen Rastpunkt fanden.

Selbst der seltenhungrige Marco verspeiste sein Laugenbrötchen. Sarah futterte wie immer frisch, fröhlich und frei.

In der Hauptstraße dann das Kuriosum des Tages: Ein Plastikpavillon über einer Holzbank an einer Bushaltestelle, ein Wartehäuschen im Stile eines Corona-Testzentrums!

Am Ende des Ortes bogen wir links neben dem Sportplatz auf einen breiten Forstweg ein. Er sollte uns entlang des Auerbaches über ein Gestüt hinweg vorbei an unzähligen kleinen Weihern lotsen und uns über die Vielfalt der Gewässer staunen lassen.

Apropos Gewässer… eine herrlich große Pfütze mit gefrorener Oberfläche ließ Sarah ihre kindliche Natur ausleben … mit der Folge, dass sie vollkommen „verbatscht“ weiterstiefeln musste.

Hinter der Stampermühle erfreuten wir uns wieder daran bergauf zu gehen. So richtig schön mit Matsch, feuchten Laub und Luft schnappen!

Endlich oben erstrahle die Sonne auf unser Haupt und vermittelte uns einen freundlichen Abgang nach Kleinbundenbach zu unserem roten Flitzer.

Fazit: Die Elendsklamm, das Wiesbachtal und das Auerbachtal, sowie die zahlreichen Fernsichten sind bei gutem Wetter ein Genuss. Wir waren selbst überrascht über die Vielfalt der Landschaftsformen und können diese erste Etappe positiv bewerten. Ihr solltet aber bei nassem Wetter keine Angst vor „Matsch/Batsch“ haben!

Zeitraum: Februar 2022

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