Strauchs Wanderlust

Neckarsteig, Etappe 04/09

Strahlender Sonnenschein begleitete uns auf dieser 12,5 Kilometer langen Etappe von Hirschhorn nach Eberbach. Schmackhaft gesättigt verbrachten wir eine erholsame Nacht im Hotel Krone.

Den rauschenden Neckar noch keine 100 Meter entfernt, suchten wir in der kleinen, aber überschaubaren Altstadt von Hirschhorn nach einer Bäckerei.

Die erste Bäckerei war aus Altersgründen aufgegeben, die zweite hatte spontan an diesem Morgen geschlossen und dritte fanden – dank einer freundlichen Einheimischen – direkt um die Ecke in einem Supermarkt. So begannen wir unseren Tag samt Marschverpflegung durch die historische Altstadt.

Über die Klostergasse erklommen wir die Hänge des Klosterberges.

Freundliche Stufen begrüßten Marco und zwei Ziegen am Rande einer Mauer schauten hinab ins Tal. Diese beiden Allesfresser knappern in dem steilen Gelände das Unkraut aus dem Klostergarten.

Hoch oben thront die Burg Hirschhorn. Sie liegt genau unterhalb der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Hessen. Es ist eine sogenannte Spornburg, die auf einem vorgerückten Felsvorsprung erbaut wurde. Zahlreiche Ein- und Ausblicke in die Burganlage und die unterhalb gelegene Kapelle verschlangen jede Menge Zeit. Die solltet ihr Euch auch nehmen, denn diese Burg lohnt jede Minute. Auch die Aussichten auf den Neckar sind einfach fantastisch.

Innerhalb der ersten zwei Kilometern überwandten wir gute 270 Höhenmetern. Sie sollten auch die attraktivsten der vierten Etappe bleiben.

Hinter der Burg marschierten wir rechter Hand serpentinenmäßig über Singletrails den Berg hinauf. Über Stock, Stein und zahlreiches Wurzelwerk von Nadelbäumen erkämpften uns diesen Wegeabschnitt.

Kaum oben begleiteten uns auch die altbekannten breiten Forstwege für gute 7 Kilometer. Nach circa 800 Metern auf dieser Waldautobahn erreichten wir die sogenannte Hoppe-Hütte.

Sie bietet einen ansehnlichen Fernblick, dank einer menschengemachten Schneise quer durch den Wald.

Hier trafen wir zum ersten Mal Anne und Sabine. Die Beiden wurden in den nächsten beiden Tagen unsere wiederkehrenden Begleiter und unsere abendliche „Unterhaltung“. Ganz, ganz liebe Grüße an dieser Stelle an Euch beide!

Wir tappten, ermuntert durch den Sonnenschein, oberhalb von Igelsbach vorbei. Kurz dahinter schlenderten wir gemeinsam mit Anne und Sabine vorbei an der Gretengrundhütte (ein paar Pfandfinder machten es sich hier gemütlich!), unterhielten uns rege zu viert und kamen schließlich an einem Abzweig an.

Hier trennten wir uns kurzfristig, da wir ja noch einige Videoaufnahmen durchführen wollten. Am Abend verabredeten wir uns zum Pizza essen. Endlich mal wieder auf Singletrails, leider nur für 500 Meter, gelangten wir zum Talgrund des Neckars.

Über einen Asphaltweg mussten wir eine Schnellstraße ohne Fußgängerüberweg überqueren. Das war ganz schön gefährlich!

Auf der anderen Seite wanderten wir auf einem schmalen Weg, welcher entlang der Hauptstraße samt Bahnstrecke verlief, weiter. Der Verkehrslärm malträtierte unser Trommelfell!

Auf diesem Wegeabschnitte holten wir die beiden wieder ein. Gemeinsam kamen wir am Ortsrand an, latschten quer durch Wohngebiete und erreichten die schließlich Uferstraße in Eberbach. Irgendwann nach ein paar 100 Metern trennten wir uns und bezogen unser Domizil im Hotel Zum Karpfen. Fazit: Diese Etappe des Neckarsteiges ist durch ihre geringe Kilometeranzahl und das Highlight am Anfang als Einzeltour optimal. Man kann sie dank der guten ÖVP-Verbindungen guten Gewissens für Anfänger und Familien empfehlen. Vielwanderer und Prädikatswegwanderer wird diese Tour wohl eher enttäuschen.

Zeitraum: September 2021

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