Traumschleife Kasteler Felsenpfad

Diese mit 84 Erlebnispunkten dotierte Traumschleife birgt auf fast 9 Kilometern knapp 300 Höhenmetern in sich. Startpunkt ist der Parkplatz am Ende der König-Johann-Straße in Kastel-Staadt.

Unsere Wanderung begann bei bewölktem Himmel, der die ersten Stunden des Tages keinen Regen bringen sollte. Normalerweise läuft man auf einem kleinen Asphaltweg in Richtung zur „Die Einsame Kirche“ (auch die alte Pfarrkirche St. Johannes der Täufer genannt).

Wir bogen aber direkt linker Hand in den Wildbienenpfad ab. In liebevollen Details wurde hier auf knapp 200 Metern quer durch eine Blumenweide diese informative Strecke eingerichtet.

Wieder auf dem Asphalt zurück erkundete Sarah das Innere des Gotteshauses. Im Innern fand sie ein Gedenkbuch für die Opfer der beiden Weltkriege. Wir verzichteten aus Respekt auf direkte Aufnahmen des Umkreises der Kirche und des Friedhofes.

Hinter der Kirche entlang schwenkten wir kurz zu einem interessanten Aussichtspunkt. Der sogenannte Elisensitz war nach der Legende nach der Lieblingsplatz der Kronprinzessin Elisabeth von Bayern. Er entstand im Jahr 1833 und wurde, völlig verfallen, im Jahre 2005 erneut rekonstruiert.

Die Beschilderung lenkte uns auf den Soldatenfriedhof, wo uns ein markantes Steinkreuz lockte.

Etwas unterhalb versteckte sich ein wunderschöner Platz, der uns eine weite Sicht ins Saartal erlaubte.

Wenige 100 Meter weiter wurden wir auf eine alte Ruine aufmerksam. Es ist die Klause Kastel. Um sie herum ist ein kleiner Landschaftspark entstanden, welcher kostenpflichtig ist.

Ihr braucht aber keine Angst zu haben, es wird euch mit 3,50 Euro für Erwachsene nicht den Inhalt eures Geldbeutels schröpfen. Wir nutzten diese Chance und haben sie nicht bereut.

Immer noch auf der Zuwegung marschierten wir über eine grüne Wiese, vorbei an einem römischen nachgebauten Amphitheater und verschwanden endlich im Wald.

Bergab erreichten wir eine Wegekreuzung. Die empfohlene Laufrichtung ist im Uhrzeigersinn.

Unterhalb von riesigen Sandsteinformationen für ganze 1,2 Kilometer zu flanieren, das war schon traumhaft. Etwas für uns Außergewöhnliches, war die Einsamkeit auf dem sonst viel frequentierten Wanderweg.

Am Ende des Abstieges begann für einen Kilometer der Anstieg über breite Forstwege bis kurz unterhalb des Altfels.

Dieses imposante Sandsteingebilde überragt dominant auf über 360 Höhenmetern das kleine Tal.

Serpentinenartig stiegen wir über Stock und Stein an den Fuß des Buntsandsteines. Es gibt die Möglichkeit, gestützt durch Stahlseile und in den Stein gehauene Tritte, den Felsen zu bezwingen.

Bevor Marco den Mut fand, steckte Sarah den Wanderstock in den Rucksack und versuchte sich am unteren Teil. Vernünftig ihre körperlichen Grenzen einschätzend blies sie die Sache ab! Marco setzte seinen Rucksack ab, nahm seinen hölzernen Wanderstab zur Hand und machte sich an den Aufstieg.

Alle Zurufe von Sarah den Stock auf der Erde zu lassen, wurden fleißig ignoriert. Auf der Mitte der Strecke an einem Felsvorsprung lies er den Stab gesichert liegen. Er genoss eine fantastische Umsicht auf das Umland.

Der Abstieg stellte eine neue Herausforderung dar. Er vereinte sich wieder mit seinem Stock und kurze Zeit später sauste jener mit Karacho nach unten zu Sarahs Füßen. Marco ist nichts geschehen… Aber sein schöner Wanderstock hat jede Menge Macken.

Und die Lehr aus der Geschicht: Mit Stock in der Hand klettert man nicht!

Diese Szene und freundliche Gespräche teilten wir hier mit Dirk und seiner Partnerin sowie mit den beiden netten anderen Saarländern aus dem Sankt Wendeler Land. Liebe Grüße an dieser Stelle!

Die nächsten 1,5 Kilometern stellten keine Herausforderung dar. Wir trabten gemütlich über breitere Waldwege durch lichte Buchenwälder, bis wir ein Seitental erreichten. Wir „krackselten“ langsam und bedächtig ins Tal des Pinschbaches. Vorbei an seiner Quelle überquerten wir eine kleine frisch sanierte Brücke.

Einen knackigen Anstieg, bei dem wir wieder weiße „Converse“ an den Füßen von Wanderern bewundern durften, brachte uns nach Kastel-Staadt.

Ungewöhnlich und irgendwie witzig marschierten wir direkt durch das Untergeschoss eines Hauses und landeten auf dem Weg zu einer Mariengrotte.

Eine kurze Pause gönnten wir uns an einer kleinen Schutzhütte.

Wir erwarteten eigentlich nichts mehr an großartigen Attraktionen, aber wir täuschten uns.

Auf dem letzten Kilometer flutschten wir durch das Felsentor und genossen auf den Singletrails das Voranschreiten bis zur Weggablung.

Es begann zu tröpfeln. Wir eilten im Laufschritt zurück auf den Parkplatz und somit auch zu unserem Auto. Dieses brachte uns nach Perl-Hellendorf, wo wir im Landhaus & Hotel Sonnenhof nächtigten. Am späten Nachmittag mampften wir selbst gebackten Kuchen von der 84jährigen Oma und am Abend schwelgten wir in der regionalen Küche.

Fazit: Hätte man diese Runde Felsenweg genannt und nicht Pfad benannt, wäre die Wegführung optimal beschrieben gewesen. Zwar gibt es einen höheren Pfadanteil, aber auch gut 2,5 Kilometer auf breiten Wegen, u.a. auch Asphalt. Durch die Klause Kastel, die zahlreichen Buntsandsteinformationen, die Möglichkeit zum Aufstieg auf den Altfels und das Vorbeischreiten zur Mariengrotte ist dieser Weg definitiv empfehlenswert für Wanderer mit guter Kondition und Trittsicherheit.


Zeitraum: August 2021



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