Saarland-Rundwanderweg, Etappe 17/17

Die letzte Etappe des Saarland-Rundwanderweges begannen wir am Parkplatz der Grundschule in der Comeniusstraße 22 in Überherrn. Die geplanten 21 Kilometer führten uns nach Siersburg zum Endpunkt des Saarland-Rundwanderweges. Wir parkten an der Niedtalhalle.

Heute schloss sich der Kreis… Die Karte war endlich vollständig, das Saarland umrundet und wir um viele Erfahrungen reicher. Diese letzte Etappe sollte einige angenehme und eine unangenehme Überraschung für uns parat halten.

Im Viertel Wohnstadt von Überherrn wurden wir heute Morgen kurz nach sieben von zwitschernden Vögelein und hochgezogenen Rollläden begrüßt. Um überhaupt auf den Weg zu kommen, marschierten wir fast einen Kilometer auf der „Allestraße“ entlang, bevor wir nach links in die Gasse „Im Brückenhof“ switchten. Und Schwupps ab in die „Brückenstraße“ und somit auf den GPX-Track. Wir folgten ihr vorbei an einem kleinen Friedhof, bevor wir linke Hand zuerst in die „Biststraße“ und dann in die „Obergasse“ einbogen.

Eine kleine Infotafel über die sogenannte „Linie 9“: Schon Ende des 19. Jahrhunderts ratterte hier diese Straßenbahn von Saarlouis über Überherrn bis nach Creutzwald. Auf Grund der Umstellung auf den ÖPV wurde sie leider 1961 eingestellt. Viele Zeugnisse dieser Zeit kann man in der näheren Umgebung von Überherrn finden.

Um zum Ortsteil Bisten zu gelangen, passierten wir das Naturschutzgebiet Bistaue-Landesgrenze, vorbei an der Adolf-Collet-Halle und schließlich durch die Straße „Am Steinekreuz“ in Bisten. Wenige hundert Meter liefen wir auf einer Landstraße, bevor wir über einen schmalen Weg hinauf nach Berus gelangten. So begann auch unser erster Anstieg! Im weiteren Verlauf zeigte sich links von uns ein fantastischer Ausblick auf den Saargau.

Ein kleines Restaurant/Pension mit Sonnenterrasse namens „Zum schönen Zweig“ hätte uns mit seiner Sonnenterrasse bestimmt zur Pause angeregt, aber es war erst 09:00 Uhr morgens. Unser erstes Highlight des Tages kam in Sicht. Das Europadenkmal.

Es ist eine Aussichtsplattform, welche in Co-Arbeit der deutsche und französischen Minister im Jahre 1954 als Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft gestiftet wurde. Das Besondere daran ist die Möglichkeit von diesem prominenten Punkt aus weit in beide Länder blicken zu können.

Hier beginnt auch die Traumschleife Beruser Tafeltour (13,4 km) und der Wanderweg Alter Grenzweg (7 km).

Nun wanderten wir frohgemut zur Orannakapelle. In diese Wallfahrtskirche pilgern viele Gläubige, um für sich und ihre Angehörigen um Heilung zu bitten.

Direkt auf dem höchsten Punkt des ersten Anstieges mussten wir unseren kleinen Umweg in Kauf nehmen. Eine komplett zugewachsene alte Wiesenfurt mit mannshohem Gras, Brennnesseln und ner vermutlichen Zeckenarmee hielt uns davon ab diese Route zu nehmen.

Fast 2 km lang marschierten wir vorbei an den Sendeanlagen von Europe 1 direkt auf Ittersdorf zu.

Was wir nicht erwartet hätten, ist in diesem kleinen Dörfchen mehrere Lokalitäten vorzufinden. Wir entschieden uns für ein kleines Café. Im Aufbruch begriffen, wurden wir von zwei älteren Herren beäugt und über unsere Wanderschaft ausgefragt. Liebe Grüße, falls ihr das hier liest, an Euch beide!

Wir streiften Düren und konnten uns kaum an den wundervollen Farben der Feld- und Wildblumen sattsehen. Marco lernte verschiedene Getreidearten wie Hafer und Weizen zu unterscheiden.

Nach 3 Kilometern kreuzten wir den Ortsrand von Kerlingen. Leicht beschattet auf einem Fußgängerweg neben der Verbindungstraße zwischen Kerlingen und St. Barbara erreichten wir den letztbenannten Ort.

Bergab in ein Tal kämpften wir uns erneut durch Brennnesseln, Wegerich und Dornengestrüpp.

Wir verpassten an einem kleinen Bachlauf wohl eine Abzweigung, die im Originaltrack nicht richtig verbunden wurde. Leider haben wir auch keine Hinweisschilder oder einen kleinen Weg an dieser Stelle gesehen, denn wir hielten uns einige Minuten dort am Bach auf.

So tappten wir munter weiter durchs Pflanzengewirr und wollten den von Komoot angegebenen Umweg nehmen. Pustekuchen! Erneut nur Gestrüpp und kein Weg. Improvisation war angesagt. Zum einen brachte uns eine Begegnung mit einem echt lustigen älteren Herrn ein. Hier noch alles Gute nachträglich zum 70ten an Herrn Seibert!

Zum anderen einen fast 5 Kilometer langen Umweg der uns dann irgendwann wieder nach Oberlimberg führte. Endlich die erste größere Pause nach 22 Kilometern. Im Schatten tuckerten wir über die Traumschleife Idesbachpfad bis zur Hessmühle. Quer durch Siersburg frönten wir unserer Lust nach Eis. 300 Meter später stiegen wir in unseren roten Flitzer an der Niedtalhalle ein.

Fazit: Bei starkem Sonnenschein solltet ihr einen der nördlichen Touren des Saarland-Rundwanderwegs wählen, denn Schatten ist auf dieser Etappe Mangelware. Spaß machte auf jeden Fall die weite Fernsicht vom Europadenkmal aus und die offene sommerliche Landschaft in diesem Landesteil.


Zeitraum: Juni 2021



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