Prädikatswanderweg Esthaler Brunnenweg

Diese 15 km lange Rundtour startet an der Ecke Hauptstraße/Bergstraße. Ein klitzekleines Problem stellt das Parken dar: Es gibt keinen ausgewiesenen Wanderparkplatz und die Stellplätze am Kloster sind für die Gäste gedacht. Unser Kumpel Riesling-Hiker vom gleichnamigen YouTube-Kanal fand mit Müh und Not eine Parkmöglichkeit an der Straße. Offiziell könnt ihr ab 14 Uhr am Bürgerhaus oder alternativ am Dorfplatz parken. Allerdings haben wir beim Durchschreiten nichts entdecken können.

Bei noch trockenem Wetter, aber zunehmender Bewölkung marschierten wir zusammen in ein schmales Tal ein. Unsere Schuhe wurden pitschepatschenass durch das hohe Gras. Nach wenigen 100 Metern kam auch schon der erste Brunnen in Sicht. Es war der Straufelsbrunnen, der über mehrere länglichen Rinnsteine sein Wasser in einen kleinen Bach abgibt.

Über wunderschöne Singletrails begaben wir uns bergan, kreuzten den Rosenkranzpfad und einen seltsamen Wichtelpfad. Seltsam insofern in dem man einfach laminierte Zettel an die Bäume getackert hat mit Infos über imaginiere Wichtel. Figuren oder kleine Häuschen am Wegesrand waren nirgends zu finden.

Nach circa 2,8 Kilometern erreichten wir eine heißgeliebte Waldautobahn.

Dieser folgten wir bis zur Esthaler Waldfesthalle. Sie wurde 1984 erbaut und scheint den Bewohnern des Ortes auf Grund des gepflegten Zustandes wichtig zu sein. Wir erreichten das Kloster St. Maria in Esthal. Es wird von der Ordensgemeinschaft „Schwestern vom Göttlichen Erlöser“ bewirtschaftet. Hier haben wir genächtigt.

So streiften wir kurz den Ortsrand, bevor wir erneut über schmale Pfade in ein kleines Seitental einbogen. Dort fanden wir Brunnen Nummer Zwei. Der Hengstentalbrunnen wurde im Jahre 2020 renoviert. Wenig später kam der dritte Brunnen, der Wögelbrunnen in Sicht. Er kommt ohne besonderen Zierrat aus.

Erste Tropfen klatschten uns auf die Rucksäcke und wir dachten schon so bisschen Wasser macht uns hartgesottenen Wanderer doch nix. Pustekuchen!

Mit großem Glücke schafften wir es noch unter einem großzügigen Pavillon am Sportplatz. Diesen nahmen wir als Wink des Schicksals und schlugen uns die Mägen voll. Währenddessen ratterte unermüdlich ein Rasenmäher-Roboter trotz „Dauerplatsch“ seine Runden über den Sportplatz. So verbrachten wir fast 25 Minuten mit Rasten. Bereits im Aufbruch begriffen, zockelte eine gemütliche Rentner-Gang bis auf die T-Shirts durchnässt an. Im Gespräch stellte sich heraus, dass es eine Wandergruppe voll Esthaler Bürger waren.

Durch ein langgezogenes Wiesental und dann Schwups wieder quer durch Esthal fanden wir unseren Weg zurück in den Wald. Unser Weg wurde eintönig, denn fast zwei Kilometer Waldautobahn sollten uns zum nächsten Brunnen bringen.

Der Römerbrunnen plätscherte bedächtig und leitete sein Wasser in das Dreibrunnental. Am Grunde des Hanges entdeckten wir den Goldbrunnen. Neben einer Rastmöglichkeit ergaben sich zahlreiche Aufnahmen für unseren YouTube-Kanal. Leider haben darum vergessen ein Foto zu schießen.

Zurück auf unserer Waldautobahn entlang des Breitenbaches bogen wir irgendwann rechter Hand endlich auf einen schmalen Pfad ab.

Aber so wie das Leben nun mal spielt, kam der nächste Schutt von oben. Erst tripste es leise vor sich hin, dann tränkte es die Blätter und unsere Regenschirme wurden aufgespannt.

Wir krochen an der Wolfsschlucht aus dem Gestrüpp und es regnete Bindfäden. Voller Freude erreichten wir die zurzeit unbewirtschaftete Wolfsschluchthütte. Eine ältere Dame hatte sich bereits unter einem Pavillon bequem gemacht und wir logierten in einen Durchgang zum Keller mit Sitzmöglichkeiten. Es wäre auch eine gemütliche Sache geworden, hätte der Himmel nicht seine Wasserreserven geopfert. Richtige Wassermassen schossen über den schmalen Steg und liefen trotz Überlauf – mit jeder Menge Schlamm beladen – in diesen Keller hinein.

Auch die ältere Dame bekam nasse Füße in ihrem Unterstand. Aus Angst das Flüsschen nicht mehr überqueren zu können und im Keller abzusaufen, wateten wir im Eiltempo auf den Hauptweg zurück. Der Wind und der Regen peitschten gegen unsere Schirme, spritzten unsere Hosen und Schuhe klatschnass und halfen unserer Laune im Keller zu bleiben. Die eigentliche Wegführung hätte uns bergan über schmale Pfade zurückgeführt. Um kein Risiko einzugehen, blieben wir auf der geteerten Straße und erreichten durchweicht unseren Ausgangspunkt in Esthal. Hier verabschiedeten wir uns von Riesling-Hiker.

Wir selbst eilten zurück zum Kloster, machten uns frisch und hüpften ins Auto, um nach Neustadt zu gelangen. Um den Tag kulinarisch abzurunden, schlemmten wir uns im Restaurant Kunigunde in Neustadt an der Weinstraße in einem der ältesten Gebäude die Bäuche rund. Bei unserem nächsten Besuch in Neustadt an der Weinstraße werden wir dort wieder einkehren.

Fazit: Im Sonnenschein eine gemütliche Runde ohne größere Ansprüche. Wir empfehlen Euch Rucksackverpflegung einzupacken und bei Regenwetter Euch eine andere Alternativrunde zu suchen.


Zeitraum: Juni 2021



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