Saarland-Rundwanderweg, Etappe 02/20

Kennt ihr schon die seltene Gattung des „Schussel-Strauchs“? Sie zeigte sich heute Morgen zwischen Schwemlingen und Borg. Kennzeichnend sind das Vergessen des Portemonnaies im Auto am Zielpunkt in der römischen Villa Borg. Eine weitere Eigenschaft dieser Art sind das „Leise-vor-sich-hin- schimpfen“ während der zwanzigminütigen Rückfahrt zum Startpunkt in Schwemlingen. Nachdem es endlich los ging, starteten wir von unserem Parkplatz an der Saargauhalle. Wir überquerten die Luxemburger Straße, marschierten 400 Meter weiter und bogen in einen breiten Forstweg ab.

Unspektakulär, aber dafür stetig leicht bergan, kamen nach etwa vier Kilometern am Scheitelpunkt des Bergrückens an.

Hier, bei etwa 380 Höhenmetern, bauten wir in aller Gemütsruhe unsere Kamera auf. Wir wähnten uns Mutterseelen allein, denn an diesem frühen Vormittag waren wir weder Mensch, noch Hund, noch Jogger begegnet. Aus der Stille des Waldes dröhnte ein Forstfahrzeug mit voller Breitseite an uns vorbei. Irgendwann kurz vor Dreisbach erlebten wir eine Veränderung der Wegbeschaffenheit.

Es ging rechter Hand steil bergab, aber jetzt auf einem schmalen Singletrail mit butterweichem Waldboden. Hier möchten wir euch darauf hinweisen, den Hinweisschildern zu folgen und bis nach Dreisbach sich nicht auf die GPX-Datei zu verlassen.

Eine kleine Besonderheit ereignete sich noch auf diesem Wegeabschnitt. Ein Frischling flitzte rechts neben uns durch Gestrüpp. Da solch kleinen Jungtieren meist eine ganze Rotte Wildschweine folgt, nahm Sarah die Beine in die Hand und flitze. Marco trottete im gemütlichen Schritt weiter. Er hat echt Glück gehabt, dass die Wutz allein unterwegs war, denn sonst hätte sein neuer Rucksack die Farbe der Erde angenommen.

In Dreisbach angekommen, genossen wir das gemütliche Trappen entlang der Saar für 2,5 Kilometer. An einer sonnigen Bank verputzte Sarah ihren Weck und Marco seine hartgekochten Eier.

Gestärkt eroberten wir das Naturschutzgebiet Steinbachtal.

Hier befanden wir uns auf der Traumschleife Saarschleife Tafeltour, sowie die Traumschleife Cloefpfad. Wir möchten euch darauf hinweisen, solltet ihr diese Wege erkunden, euch genau die Zeiten der Fähre (von der einen Saarseite der Saarschleife auf die andere) anzuschauen. Wir konnten nämlich beobachten, wie ein Pärchen auf der anderen Seite verzweifelt versuchte mit der Glocke die Fähre herbei zu rufen. Sie überlasen wohl das coronabedingte Geschlossen-Schild.

Das Steinbachbachtal ist ein wundervoll idyllisches Seitental der Saar. Ganz am Ende, nach dem ihr sechs zuckersüße Brückchen überqueren müsst, erwarten euch 109 Stufen.

Fitter als erwartet meisterten wir diese! Bis zur Teufelssteinhütte konnten wir kein einziges Schild des Saarland-Rundwanderweges mehr finden.

Auch dort, wo ihr eine fantastische Sicht auf einen Teil der Saarschleife erhaschen könnt, ist eine Orientierung ohne Navi nicht möglich. Dafür werdet ihr aber mit verschiedenen Schildern der Traumschleifen erschlagen.

Dem Waldweg folgend erblickten wir überrascht einige hochbeinige Tiere: Sträuße. Marco konnte aus seiner Erinnerung das Wissen kramen, dass sich an diesem Ort eine Straußenfarm befindet.

Auf einer Art Hochebene angekommen, liefen wir vorbei am Waldfriedhof, bogen links im Kreisel auf den Herrenweg und schwenkten dann rechts Richtung Wiesenhof ein.

Am Wiesenhof wäre ein Einkehren möglich gewesen, ebenso wie an der Saarschleife.

Im Sonnenschein mit sanfter Steigung erreichten wir ein militärisches Schutzgebiet. Hier befindet sich ein Depot der deutschen Bundeswehr. Achtet bitte darauf, dass ihr in diesem Teilgebiet keine Aufnahmen und Bilder der Anlage machen dürft! Dank der Hilfe unseres Navis schafften wir den Weg über eine Asphaltstraße bis nach Oberleuken.

Dort entdeckten wir linker Hand ein kleines Bildstöckel und jede Menge Luxenburger Autos.

Wir hielten uns auf den Fußweg zur Römischen Villa Borg und erreichten frohen Mutes und mit kalter Nase unser Fahrzeug. Sarah entdeckte, dass es hier eine Buslinie gibt, deren Startpunkte die Bahnhöfe Merzig und Nennig sind. Eine Anreise mit dem ÖVP ist also möglich!

Fazit: Trotz der unvollständigen Beschilderung waren wir positiv überrascht auf Grund der Vielfalt der Landschaften: Normaler Mischwald, Naturschutzgebiete, jede Menge Wasser an der Saarschleife, saftige steinige Anstiege und offene Wiesen und Äcker in Kombination mit Saarblicken.


Zeitraum: März 2021



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