Der Lechweg, Etappe 05/07

Im Hotel Garni Waldhof in Stanzach kamen wir gestern ja pitschnass und tropfend an. Nach einer Ewigkeit trabte die Hausherrin an, durchzog mehr lustlos die notwenigen Formalitäten und ignorierte uns dann mitten im Gespräch zugunsten eines Familienmitglieds, welches nach Kuchen verlangte. Professionelle Gastfreundschaft, wie in den andern Unterkünften, war hier leider fehl am Platze! Der Bitte, unsere Schuhe irgendwo trocknen zu können, wurde murrend nachgegeben. Den Stromstecker konnten wir uns mit akrobatischen Einlagen selbst einstecken… Wir waren knatschig! So zogen wir los und fanden in der Ortsmitte den Gasthof “Zur Post”. Dort verputzen wir unser Abendessen.

Am nächsten Tag, nach einem wirklich bescheidenen Frühstück, gelangten wir hinter dem Haus erneut auf den Lechweg. Unser Wandertag begann!

Während Sarah die Sonne genoss, brummte Marco mit Drohne über den Lechgrund. Wir konnten die nächsten fünf Kilometer gar nicht genug vom Lech bekommen.

Treibholz, teils riesige Stämme säumten die Kiesbänke. Das Wasser des Flusses war türkis und schlängelte sich in zahllosen Rinnen durch das Beet. So hatten wir uns das Lechtal vorgestellt! Lech pur!

Am Anfang gings über Wurzelwerk, später über Schotterwege. Eine muntere Wandertruppe aus Koblenz kreuzte wiederholend unseren Weg, einige Abschnitte bewältigten wir gemeinsam. Hier liebe Grüße an Euch!

Die Sonne zwang Sarah ihren “Gilligan’s Island-Hut” auf den Kopf zu setzen.

Zwischen dem fünften und achten Kilometer dann eine kleine Enttäuschung:

Wegen baulicher Maßnahmen mussten wir über eine Ausweichstrecke immer gerade aus über Schotter, garniert mit brummenden LKW und Strommasten.

Das einzig Schöne war der durchgehende Föhrenwald.

Über die Johannesbrücke setzten wir auf die andere Seite über.

Ein tief türkis glänzender See, der Lechausee, eröffnete uns eine einmalige Gelegenheit: Schuhe aus, Füße rein! Es ist ein ausgewiesener Badesee, also dürft ihr es uns gerne nachmachen.

Nach kurzem Kampf durch das Dickicht erhaschten wir den Blick auf die Lechtalstraße, welche wir überquerten.

Auf dem Weg nach Weißenbach erklommen wir eine kleine Anhöhe. Hier konnte man die Breite des Lechtales erahnen. Liebliche Felder und beweidete Wiesen prägen hier die Landschaft.

Es wurde Mittag… der Hunger gärte… und wir fanden in Weißenbach ein “typisch tirolisches” Restaurant: “Pizzeria Treff”. Also mit Gammer (Heißhunger) über Nudeln und Pizza hergemacht! Es war klasse.

In dieser Etappe hatten wir die meisten Lechüberquerungen: bei Kilometer 13 die dritte! Über breite Waldwege geleitete uns die Beschilderung nach Rieden.

Hier übte der Marco das Hinterherfliegen der Drohne hinter Menschen, nämlich uns. Kurz nach dem kleinen idyllischen Rieden entdeckten wir eine Kletterwand, die verschiedene Schwierigkeitsgrade bietet.

Puh! Sechszehn Kilometer auf dem Tacho, die Füße machten noch mit, der Hunger war gestillt. Eigentlich gute Voraussetzungen … leider hat der Lechweg für 3,5km ein deutliches Manko: Er verläuft zwar am Lech entlang, aber zwischen Lechtalstraße und einer viel befahrenen Landstraße. Ergo, der Geräuschpegel an brummenden Fahrzeugen ist enorm! Überquerung Nr. 4 , eine Brücke nach Höfen, rückte einfach nicht näher. Irgendwann schafften wir es dann in Höfen in “Die Lilie – Hotel Garni” einzuchecken.

Fazit: Der Geräuschpegel und die baulichen Maßnahmen nahmen dieser Etappe den anfänglichen Charme.


Zeitraum: September 2020



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