Der Lechweg, Etappe 03/07

Erholt starteten wir unseren dritten Wandertag mit einem voluminösen Frühstück. Ein Buffet, das so üppig, kreativ und liebevoll sich präsentierte, war uns bisher noch nie untergekommen. Satt und mit trockenen Schuhwerk schwangen wir unsere schweren Rucksäcke – Kekse sind lecker – über die Schultern und marschierten munter los.

Die ersten 1,5 km folgten wir einem schmalen Trampelpfad entlang des Leches. Anschließend setzten wir mit Hilfe einer Brücke auf die andere Lechseite über. Gute 1,3 km trabten wir nun durch die malerischen Lechauen. Der Lech zeigte erste Ansätze seiner jadegrünen Schönheit. Es geleitete uns die Beschilderung durch grüne Auen und über Asphaltwege vorbei an grasgrünen Weiden und Wiesen mit den letzten Sommerblumen.

In Sichtweite zog der Ort Dürnau an uns vorüber. Eine erneute Überquerung des Flusses brachte uns nach Holzgau.

Es übermannte uns der Wunsch nach einer gemütlichen Sitzgelegenheit, vorzugsweise in einem Café oder ähnlichem. Pustekuchen! Holzgau war “leer”. Andere Bedürfnisse wurden in Sarah laut: Die von innen patschnass geschwitzte Regenhose musste weichen, also “Bux” aus.

Hui, ab jetzt stapften wir auf breiten Schotterweg bergan in die Höhenbachtalschlucht.

Hier bieten sich zwei Alternativen an: Ihr überquert die Schlucht über die höchste und längste Hängebrücke Österreichs, der Holzhängebrücke Holzgau, oder ihr bleibt auf dem Originalweg und latscht bis nach oben durch die Schlucht selbst. Dank Sarahs Angst vor schwankenden Brücken nahmen wir den Gang durch die Schlucht. Es hat sich gelohnt: erstens ist der Simmswasserfall nicht nur ohrenbetäubend, sondern auch wunderschön und zweitens kommt ihr nur so am Café Uta an und könnt wie Sarah ne Himbeer-Mascarpone-Torte futtern. Im Nachhinein haben wir erfahren, das selbst die Einheimischen von ihren Torten und Kuchen schwärmen und dort regelmäßig aufschlagen!

Nach 8,7 km erreichten wir den höchsten Punkt der Etappe bei 1350 Höhenmetern.

Fast vier Kilometer über Singletrails liefen wir über einen panoramareichen Höhenweg. Herrliche Blicke ins Lechtal bis nach Schönau und Stockach. Die Häuser erinnerten uns an Monopoly.

Irgendwann tippten wir wieder das Ufer des Leches an, bevor es richtig serpentinenartig immer mit Querung einer Straße bis zur Talstation der Jöchelspitzbahn bergan ging. Und wie Saarländer so sind: Hauptsach, gudd gess! Diesmal Käsekuchen und ne heiße Schokolade für uns beide!

Gemütlich kamen wir nun voran: 2,5 km auf einer Art Hochebene mit regen baulichen Tätigkeiten. Zwar auf einer Mischung aus geteerten Wegen und Schottenpisten, aber mit vollen Bauch war das auch besser so. Dann das Unglaubliche: Ein mächtiger Regenbogen, der das ganze Tal von Berg zu Berg überspannte! Wunderschön.

Okay, jetzt waren wir unten am Lech angekommen, leider immer ziemlich öde über Schotter gerade aus! Dann ein Schock: 600m an der vielbefahrenen Lechtalstraße mit garantiertem Wummern durch die vorbeisausenden LKW. Wir hatten das Gefühl auf dem Autobahnkreuz Friedrichstal spazieren zu gehen!

Die letzten 2 km nach Elbigenalp trotten wir im schnellen Schritt dahin, Unsere “Schweizer”, ein älteres Paar, welches fast schon rennt und uns ständig überholte, war doch wirklich pikiert. Wir “Flachlandtiroler” überholten sie auf den letzten 500 m mit zügigem Schritt.

So erreichten wir das Hotel-Resort “Alpenrose”. Der sehr freundliche Rezeptionist beriet uns kompetent und wir fanden schnell unser sauberes und helles Zimmer. Schon wieder hungrig freuten wir uns auf unser Abendessen!


Fazit: Wir waren auf dieser Etappe nicht hungrig geblieben. Viele Einkehrmöglichkeiten, der tolle Simmswasserfall und die Nähe des Leches enttäuschten uns nicht.


Zeitraum: September 2020



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