Moselsteig Etappe 21:  Moselkern – Löf

Moselsteig Etappe 21: Moselkern – Löf

Schon seit längerem lockte uns die Mosel für einen Kurzurlaub. Wir entschieden uns für den Ort Moselkern. Er ist bekannt durch die Nähe zur geschichtsträchtigen Burg Eltz. Auch beherbergt er das älteste aktive Rathaus, welches im Jahre 1535 errichtet wurde. In diesem beschaulichen Nest beginnt die 21. Etappe des Moselsteiges, der mit 14,1 km bis nach Löf führt. Der Startpunkt mit Parkmöglichkeit ist der Bahnhof in Moselkern. Die Erreichbarkeit der einzelnen Etappenenden des Moselsteiges mit den öffentlichen Verkehrsmitteln – sprich der Bahn- ist ausgesprochen gut.

Wir müssen gestehen, dass die Idee genau diese Tour zu erwandern von den beiden Youtubern des Kanales “bigjupp88” stammt. Wir trafen uns zu einer gemeinsamen Wanderung.

Die Mosel, die uns mit “leichten” Hochwasser begrüßte, floss träge in ihrem breiten Bett. Vom ihrem Anblick losreißend, begangen wir mit einem recht charmanten Anstieg von 97 bis auf 270 Höhenmeter innerhalb von 1,8km. Marco war froh, dass ich ihn überredet hatte, seine Winterkleidung im Schrank zu lassen. Auch ich selbst bemerkte, das ich nach meiner verletzungsbedingten dreimonatigen Pause noch eindeutig “unfit” war. Die andren beiden gingen leichten Schrittes. Ein kleines Manko dieser 1,8km: 700m entlang einer Landstraße. Liebe Verantwortlichen… das hätte man besser lösen können.

Ein wenig tröstete uns direkt am Beginn der Gang durch die Weinberge, samt knospender Reben und Steingartenpflanzen, die sich aus den Trockenmauern drängten.

Oben angekommen ergab sich, kurz nach dem Abbiegen an einer Kapelle nach wenigen hundert Meter ein toller Aussichtspunkt. Direkt daneben schmückte ein Sendemast die Stelle.

Enlang der Hangkante, leider ohne weitere Aussichten hin ins Moseltal, aber mit Einsichten ins hintere Moselland, verlief der Weg äußerst eintönig. Die unterhaltsame Gesellschaft ließ uns das Ganze nicht zu eng sehen.

Wir erreichten den kleinen Ort Lasserg. Dort half uns ein freundlicher Anwohner, mit der leicht irritierenden Beschilderung den korrekten Weg aus dem kleinen Dorf heraus zu finden. Einige Hinweisschilder verrieten uns, das wir uns nun auch auf dem Jakobsweg und dem Moselhöhenweg befanden. Keine 200m weiter erreichten wir den Aussichtspunkt “Küppchen”, welche auch eine schöne Rast beinhaltete. Ich sage nur: “Haribo for life, ich pfeife auf den andern Krempel”.

Ca. 3,5 km lang führte uns der Pfad durch verlassene alte Weinberge, vorbei an brüchigen Trockensteinmauern und verbuschter Vegetation.

Immer wieder boten sich interessante Info-Tafeln an. Nun erreichten wir den Ort Hatzenport. Kleiner Tipp: Ein langes Stück des Hatzenporter Laysteiges wird mit erwandert. Hier ging es über Stock und Stein, einschließlich seilgesicherter Passagen und Leitern.

Weiter auf dem Laysteig, vorbei am Wingertshäuschen erreichten wir die Rabenlay. Ein toller Aussichtspunkt mit Blick bis zur Moselinsel Sommerwerth zur einen und zum Ort Brodenbach zur anderen Seite.

Kaum zu glauben, das wir schon bei Kilometer 10 angekommen waren.

Die letzten Kilometer waren landschaftlich eine Mischung aus alten aufgegebenen Weinbergen, breiteren Schotterwegen und kleinen Singletrails durchs Buschwerk. Die Ausblicke auf die Mosel machen den besonderen Reiz dieses Abschnittes aus. So kamen wir ziemlich hungrig mit enormer Lust auf etwas Deftiges in Örtchen Löf an.

Wir beschlossen in unserem Hotel, indem sich ein Restaurant befand, einzukehren und auf eine Wiederholung anzustoßen.


Fazit: Es ist für historisch interessierte und trittsichere Wanderer eine durchaus geeignete Tour. Wir hätten uns mehr Passagen mit “Steig-Charakter” gewünscht.


Zeit in Bewegung: 06 Stunden 11 Minuten
Distanz: 15,4 km; Geschwindigkeit: 2,5 km/h
Bergauf: 420m; Bergab: 400m
Zeitraum: März 2020


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Eine Antwort auf Moselsteig Etappe 21: Moselkern – Löf

  • Toller Text, der unsere Wanderung lyrisch grandios zusammenfasst. Hat super viel Spaß gemacht mit euch beiden. P.S. Micha und ich als Naschfüchse freuen uns bei den Pausen auf Gleichgesinnte zu treffen: Sweets sind meine Drugs und die Tanke ist mein Tempel. Auf ein nächstes Mal!

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