Strauch's Wanderlust

Brücken – Diamantschleifer-Weg

Unser Ziel war der Diamantenschleifer-Weg, die mit ca. 20km eine Halbtagestour für geübte oder eine gemütliche Wandertour mit kulinarischen Zwischenstopp für ungeübte Wanderer sein kann.
Kleines Bonbon für uns: Zum 1. Mal trugen wir zum Training für unsere Etappen-Tour im April unsere neuen Trekking-Rucksäcke auf dem Rücken.
Auch die Flucht vor dem Treiben am Faschingswochenende ließ uns trotz des pfeifenden Windes und dem etwas trüben Wetter auf eine gemütliche Tour hoffen.

Einen solch interessanten Startpunkt hatten wir selten: Das Diamantenschleifer-Museum. Richtig interessant, weil es eben nicht nur Gegenstände zeigt, sondern man dort auch aktiv den Handwerkern beim Edelstein schleifen über die Schulter gucken kann. Sie bieten auch Work-Shops zu dem Thema und auch solch exotische Sachen wie Whisky-Verkostungen an. Informieren könnt ihr euch hier: www.diamantschleifermuseum.de

Wir trabten der fast schon premiumweggerechten Beschilderung durch Brücken nach, die uns zu den ersten Schneeglöckchen für das Jahr 2019 führte.  Diese befanden sich in der Nähe des Rötelsteinbrunnens, an dem unser Weg mitten durch den Ursprung -also das Wasser 😉 – des Rödelbaches führte. Eine kleine Legende: Am Rödelbrunnen ist die Geburtsstätte aller Brückener Bürger, die dort von der Ammebas zu ihren Familien gebracht werden.

 

 

 

 

 

Über einen steil ansteigenden Feldweg hinter den letzten Häusern von Brücken gelangten wir nach ca. 1km Wegstrecke auf einen Aussichtspunkt. Von dort aus wirkte Brücken wie ein in sanfte Hügel eingebettetes Puppendorf. Nachteile hatte die hohe Lage… der Wind piff uns um die Ohren und sogar die Vögel kamen kaum im Flug gegen die Naturgewalt an.

 

 

 

 

 

Ca. 1,5km lang folgten wir der alten Höhenstraße bis wir schließlich den 375m hohen Wartenstein, den Hausberg von Altenkirchen und Dittweiler, erreichten. Hier erwartete uns unser erstes Highlight: das von einer Bürgerinitiative nachgebaute Signal Wartenstein.  Es ist ein jederzeit offenes Türmchen, das Marco dann bestieg. Glücklich grinsend, die Kamera mit Teleskopstab in die Luft haltend, verbrachte er dort einige Minuten um die weite Aussicht in das Nordpfälzer Hügelland einzufangen. Endlich wieder bergab gelangten wir nach 200 m in einen lichtdurchfluteten Laubmischwald, der uns eine windgeschützte Bank zur Rast bot.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Ort Ohmbach (Es fiel uns auf, das Ohmbach wirklich über wenig Infrastruktur im Vergleich zu Brücken verfügt) rückte in unsere Nähe. Wir entdeckten allerhand Getier: ne kleine tote Spitzmaus auf dem belaubten Weg, kleine Heidschnucken samt Puschelschwänzchen und laut meckernde Zicken. Vorbei führte uns der Weg an der protestantischen Kirche umringt von an mehr oder weniger historisch gut erhaltenen Bauernhäusern bis wir schließlich den Friedhof. Steil hinauf führte uns der leider asphaltierte Weg an einem Feld mit Kohlrabis entlang, inklusive besonderer Duftnote. Marco flitzte am Gemüse vorbei, ich schnupperte ausgiebig. Auf der Anhöhe bog rechts unser Weg in einen Nadelwald ab, der vom Wind in Mitleidenschaft gezogen war. Über einen breiten Feldweg gelangten wir in Sichtweite des Ortes Krottelbach kurz bevor wir erneut im Wald eintauchten. Uns eröffnete sich ein tief eingegrabenes Kerbtal, zu dessen Ende wir strebten. Dort erreichten wir die Reismühle Kaffeemanufaktur. Laut meiner Mama kann dort prima Kaffee trinken und Kuchen essen, auch der Biergarten im Sommer wäre super schön. Unser Weg bog rechts erneut Richtung Ohmbach ab, entlang des Ohmbachs, der in seinem Flussbett mäanderartig die Landschaft prägt. So langsam wurde der Wind schärfer und biss uns. Ich bemerkte meine Lunge, die gar nicht über den Wetterwechsel erfreut war, auch Marcos Schritte wurden schlapper. Erste Gedanken formten sich: Brechen wir auf Grund des Wetters die Tour in Brücken ab?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Ohmbach zeigten uns die Schilder den Weg in einen lichten Laubwald, der uns erst über eine Waldautobahn und dann durch Morast, über umgestürzte Bäume, entlang schlecht gesicherter Treppen samt wackligem Geländer und das alles über „Wurzel und Stein“ führte. Irgendwann kamen wir an einem verlotterten Platz heraus, der vor 20-30 Jahren das Erholungsgebiet Hahnenwiese gewesen wäre (laut Schild soll es das auch immer noch sein?!). Dieser 1 km lange Abschnitt enttäuschte uns sehr. Die Verantwortlichen, die einen echt super beschilderten und interessanten Weg hinbekommen haben, müssen hier wirklich deutlich mehr als nacharbeiten. Dieser eine Kilometer ist für ungeübte Wanderer eine echte Gefahrenquelle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurz nach dieser Enttäuschung… kam er… der schlimmste Anstieg des Tages. 81 Höhenmeter in 200m gradlinig verlaufendem Weg hinein gebollert! Da oben wurde uns klar: Wir brechen in Brücken ab. Der Wind, der immer kälter wurde, der Regen welcher sich in der Ferne ankündigte und unsere Lungen, die keine Lust mehr auf den Atemwiderstand hatten, lieferten uns einfach schlagende Argumente. Die ca. 7 km lange Schleife, die auch zu dieser Tour gehört, ersparten wir uns. Wir folgten nun einem gut ausgebauten Feldweg bis in die Ortsmitte von Brücken, Gott sei Dank bergab.
Kurz bevor wieder unseren Ausgangspunkt erreicht hatten, hielten wir an der Bäckerei/Eiscafé Becker an, gönnten uns ein Mega-Eis (ja, Eis geht auch bei kalten Wind) und freuten tierisch uns auf unseren Autositz.

Fazit: Abgesehen von dem sanierungsbedürftigen Kilometer ist es eine gut beschilderte Tour. Verlaufen können sich hier ausdauernde Wanderer mit gutem Schuhwerk nicht. Ein wirkliches Highlight bildet der Nachbau des Signales Wartenstein und die Bäckerei/Eiscafé Becker samt Zimt-Eis. Kulinarisch gediegener bietet sich die Reismühle Kaffeemanuktur an.


Zeit in Bewegung: 03 Stunden 13 Minuten
Distanz: 13,5km; Geschwindigkeit: 4,2km/h
Bergauf: 320m; Bergab: 310m
Zeitraum: März 2019


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