Strauch's Wanderlust

Saarland-Rundweg Etappe 02/20

Heute war es endlich soweit – 4 Wochen Pause dazwischen – die zweite Etappe des Saarland-Rundweges stand an! Meine Vorbereitung abgeschlossen d.h. ich danke dem sehr sympathischen jungen Betreiber des Hotels “Bliesbrück” in Herbitzheim, der mir ermöglichte mein Auto auf seinem Parkplatz einen Tag zuvor dort abzustellen und danke auch an Sarah, die trotz der für sie nervigen Hin- und Herfahrerei, mein Chauffeur war.

7 Uhr am Startpunkt in Sengscheid am Parkplatz (P+R): Sarah – noch müde und ohne Kaffee !!! (ich soll das betonen, meinte sie) –  chauffierte mich.  Meine Begleiter waren mein guter Kumpel Georg und ganz spontan sein Kollege Thomas, den ich erst kennen lernte beim Wandern. Sie wollten bis nach Eschringen mitwandern – das sind etwa 12 km – bevor die beiden sich wieder abholen ließen Für sie eine gute Entscheidung… aber dazu später mehr.

Mein meist zuverlässiger Begleiter – meine Wander-App – wurde eingeschaltet, um sie sehen und auch zu hören wie wir uns zu orientieren hatten. Auf – die müden Beine aufgerafft – gelangten wir einige hundert Meter weiter in den Wald. Noch entdeckten wir eine bescheidende Beschilderung… Doch dann verließen uns die guten Geister und nix mehr… keine Schilder weit und breit.  Info an alle: Diesen Teil der Etappe nicht ohne Wander-App mit aktuellen GPX-Dateinen begehen. Dank Georg und Thomas, die dank MTB-Fahrten diesen Teil des “Birkenkopf”-Waldes ziemlich in- und auswendig kennen, kamen wir an der Spinne (Gott sei Dank war Sarah nicht dabei… )  an. Die Spinne ist ein Wege-Kreuzpunkt mit 8 verschiedenen Abzweigungen. Diese “Abkürzung” kostete uns 45 Minuten… Wir hatten uns eine kleine Trinkpause verdient.

Beschilderung und App waren sich nun ausnahmsweise mal einig und wir gelangten in einen Teil des Waldes in dem eine Vegetation von Buchen und Eichen das Bild beherrschte. Kurz darauf gelangten wir über den breiten Forstweg zu einer asphaltierten Straße, die uns schnurstracks den Weg zur Dorndorfhütte, die im Wischbachtal liegt, führte.  Dieser ist vom Saawaldverein immer sonntags bewirtschaftet. Im gemütlichen Gleichschritt ging es am Tiefeltsbach entlang, hinüber auf die andere Seite des Wischbacher und bergan zum Kärcherhof. Zu unserem Bedauern beförderte uns die Beschilderung von an einer befahrenen Landstraße, bevor wir wieder in das Grün des Waldes eintauchen konnten. Eine leichte Steigung lenkte uns in die untenliegende Ortsmitte von Eschringen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir hatten richtig müde  Waden, das Wetter war trüb und wolkenverhangen… kurz gesagt: wie brauchten eine Pause!  Weder eine Bäckerei noch ein Cafe war aufzufinden. Da entdeckte Georg eine kleine Pizzaria namens Bel Paese. Auf Nachfrage war es für die wirklich sehr freundlichen Inhaber kein Problem, das wir nur Cola, bzw. einen heißen Kaffee bestellten.

14 lange und sehr lustige Kilometer später wurden Georg und Thomas abgeholt. Sie haben sich echt tapfer für “Wanderneuglinge” gehalten.

Ich setzte meinen Weg wieder alleine fort… In Gedanken, dass Sarah informiert werden wollte, wenn ich wieder solo unterwegs bin, sande ich eine Textnachricht mit meinen Google-Standortdaten, sodas sie meinen Weg verfolgen konnte.

Der Hauptstraße folgend wandete ich mich kurz später nach rechts und marschierte bergan einen Kalksteinweg hinauf… hier sei noch er wähnt: Der Kalk neigt dazu die Schuhe weiß einzutünschen… ich konnte mir schon Sarahs Flüche denken, wenn ich damit ins Haus käme. Aber weiter im Kanon. Hmm, … ich machte einen bedeuteten “Fehler” : Ich drehte mich um. Schwarze düstere Wolken bedeckten den nahen Horizont. Meinen Bauchgefühl nachgebend packte ich meine Action-Cam ein, befestigte den Regenschutz meines Rucksackes und pulte meinen Allwetterschirm von der Befestigung.  Dann schüttete es aus allen Löchern, Blitz und Donner inklusive. Selbst mein verschnellerter Schritt verhalf mir nicht… kurz bevor ich die Gräfintaler Bühne erreichte, war ich bis auf die Unterhose pitschnass. Ich bedauerte innerlich die schönen Aussichten in den Bliesgau auf diesem Streckenteil verpasst zu haben!

Nach einem Unterschlupf Ausschau haltend, entdeckte ich das Restaurant “Mühlencafé Gräfinthal”, in das mich meine nassen Beine lenkten. Eine Flasche Wasser und kritische Blicke später setzte mich meinen Weg erneut fort. Der Regen hatte aufgehört. Die Wolken gefielen mir zwar ganz und gar nicht, aber wer mich kennt, ich neige dazu solche Wanderungen mit Trotz durchzuziehen.

Weiter in Richtung Bebelsheim geleitete mich der Weg, in Gedanken an die Heizung und trockenen Socken zu Hause.  Während ich der leichten Steigung folgte, klarte es auf und ich konnte die Landschaft mit meiner Action-Cam erkunden. Zu meiner Freude war die Beschilderung diesmal ausreichend. Um ganz sicher zu gehen, fragte ich eine Passantin, ob ich auch Richtung Bebelsheim unterwegs wäre. Ein bejahtendes Nicken erleichterte mich. In der Ortmitte angekommen, verwiesen mich die Schilder in Richtung Gersheim, bergauf, was sonst. Ich traf dort die Jungholzhütte, in der mich ein leckerer hausgemachter Käsekuchen und eine freundliche, gesprächige Hüttenwirtin erwartete.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bergauf trappend grollte der Himmel und Petrus eröffnete seine Schleusen erneut mit mir alleine im Wald. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Das Tempo anziehend erreichte ich bergab den historischen Bahnhof in Gersheim und erfreute mich der Zivilisation. Ich hatte das Etappenziel erreicht. Über den geteerten Rad- und Wanderweg erreichte ich nach 2 km das Hotel Bliesbrück in Herbitzheim, Dort stieg ich bis auf die Knochen durchweicht in mein Auto.

Fazit: Mit der Dorndorfhütte, der Pizzaria Bel Paese und der Jungholzhütte ist diese Etappe mit Einkehrmöglichkeiten gut bedient. Landschaftlich schöne Abschnitte bei guten Wetter sind garantiert und auch der Anfänger mit sehr guter Konditition kann dem Streckenverlauf gut folgen, sofern er zur Unterstützung eine WanderApp verwendet.


Zeit in Bewegung: 06 Stunden 50 Minuten
Distanz: 27,3km;Geschwindigkeit: 4km/h
Bergauf: —; Bergab:
Zeitraum: August 2018

Da es Probleme mit meiner App gegeben hatte, ist hier eine GPX-Datei von www.fernwege.de

Download

 

4 thoughts on “Saarland-Rundweg Etappe 02/20

  1. Wieder eine Klasse Beschreibung der Erlebnisse!
    Man kann genau mitfühlen wie es Euch/Dir auf dem Weg ergangen ist. Mit über 27km ist der Weg schon eine Ansage… Dass da die beiden “Neulinge” nicht komplett mitgehen wollten, kann ich verstehen.
    Mir gefällt der lockere Schreibstil sehr gut. Das bringt Lebendigkeit hinein.

    Die besten Grüße an euch beiden…
    Martin

    1. Hallo Martin,
      freut uns das dir der Schreibstil gefällt. Wehe auch wenn nicht. 😉 Hoffen man sieht sich demnächst in naher Zukunft wieder. Liebe Grüße Sarah und Marco

  2. Oh…eine Wanderung zum „miterleben“ …erlebnisreich nicht nur bei gutem Wetter.
    Und das alleine und mit Mitwanderern.Schön fotografiert und geschrieben. Macht weiter so…
    Peter und Sandra

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